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Mini-Rechner zum Mini-Preis - Aktuelle Netbooks im Test

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So sieht das Netbook-Angebot momentan aus: Die Neun- und Sieben-Zoll-Netbooks sind bis auf ein paar Restposten verschwunden. Viele der anfangs um 400 Euro teuren Zehn-Zöller kosten nun 350 Euro oder weniger, zusätzlich drängen neue Hersteller auf den Markt. Die meisten Netbooks treten weiterhin in Standardausstattung an (160er-Platte, 1 GByte Hauptspeicher, Atom N270/N280, seltener Atom Z, 1024 × 600 Punkte, WLAN, Kartenleser, Windows XP) und unterscheiden sich hauptsächlich in Details wie Tastengröße, Laufzeit, Lüfterlautstärke oder Displayqualität – so auch ein Netbook des Neulings Archos, bisher durch MP3- und Videoplayer bekannt.

Andere Hersteller versuchen, ihren Netbooks etwas Besonderes mitzugeben: Gigabyte packt zum Booktop M1022 eine Docking-Station, Toshiba setzt beim NB200 auf schickes Design, gute Tastatur und lange Laufzeit. Der EeePC 1008HA erweist sich als eines der leichtesten und kleinsten (10-Zoll-)Netbooks, und mit dem EeePC 1101HA hat Asus schließlich ein 11,6-Zoll-Modell im Programm.

Noch nicht lieferbar waren das Sony VGNW – es soll mit edlem Äußeren punkten – und das One A660 – Standardausstattung mit Linux schon ab 240 Euro. Unter der Marke Hannspree Hannsnote verkauft der taiwanische TV-Hersteller Hannstar eine OEM-Version des MSI Wind, das hierzulande auch als erstes Aldi-Netbook bekannt wurde. Für knapp unter 300 Euro ist es mit einem starken 4400-mAh-Akku erhältlich.

Alle fünf getesteten Geräte werden wie die meisten anderen Netbooks mit Windows XP ausgeliefert – der Upgrade-Gutschein auf Windows 7 ist daher nicht enthalten, anders als bei Notebooks mit mindestens Windows Vista Home Premium. Windows 7 lässt sich natürlich bei allen Netbooks installieren und läuft deutlich zügiger als Vista, manchmal fühlt es sich sogar etwas flinker als XP an. Ein direktes Update von XP auf Windows 7 wird Microsoft aber nicht anbieten, sodass Interessenten den vollen Preis zahlen müssen.

Displays und Laufzeiten

Das Asus 1101HA hat ein 11,6-Zoll-Display mit 1366 × 768 Punkten, die vier anderen Testkandidaten eines mit 10 Zoll Diagonale und der für viele Anwendungen arg engen Auflösung von 1024 × 600. Das Archos 10 hat das einzige matte Display, auf den anderen entstehen Spiegelungen, die in vielen Situationen stören; verstärkt wird das durch die spiegelnden Rahmen. Besonders hell mit rund 200 cd/m² und damit biergartentauglich leuchten nur Archos und Toshiba. Unter Sonnenschirmen reichen auch knapp die 165 cd/m² von Gigabyte, aber mit weniger als 130 cd/² sind die beiden Asus-Modelle schon für einige Innenräume zu düster.

Ungewöhnlich: Die Displays des Asus 1008HE, Gigabyte M1022 und Toshiba NB200 sind fünf Millimeter weniger hoch als normale 10-Zöller, sodass die Pixel leicht gestaucht sind – in der Praxis fällt das nur bei sehr genauem Hinsehen oder Nachmessen auf. Quadratisch wären sie bei einer vertikalen Auflösung von 576 Punkten, was die Hersteller vielleicht für einige Modellvarianten vorgesehen haben.

Der Farb- und Kontrastumfang aller fünf fällt Netbook-typisch mäßig aus: Für Schreibarbeiten, Filme oder erste Eindrücke von Fotos reichts, aber bei der Foto- oder Videobearbeitung wünscht man sich doch mehr. Etwas, wenn auch keine Klasse besser schlägt sich das Toshiba NB200.

Bei den Laufzeiten liegen die vier teureren Modelle deutlich vorne, allen voran Toshiba: Über zehn Stunden hält der Akku – wir hatten allerdings die Modellvariante mit hinten herausragendem Hochkapazitätsakku. Mit fast acht Stunden geben sich auch der 11,6-Zöller von Asus und das M1022 von Gigabyte keine Blöße. Das Asus 1008HA läuft mit über fünf Stunden ebenfalls überdurchschnittlich lange, allerdings lässt sich der Akku nicht austauschen. Schlusslicht Archos macht schon nach weniger als drei Stunden schlapp, und selbst mit dem optionalen Hochkapazitätsakku waren keine fünf Stunden drin – auch für unter 300 Euro darf man mehr erwarten.

Für Vielschreiber eignet sich vor allem das Toshiba, weil es eine angenehme Tastatur mit separaten Tasten für Pos1, Ende, Bild-Auf und Bild-Ab hat. Gut kommt man auch mit den beiden Asus-Tastaturen zurecht.

Die Rechengeschwindigkeit fällt Netbooktypisch gering aus, immerhin haben alle fünf zeitgemäß schnelle Festplatten. Die Grafikperformance fällt beim Asus 1101HA aufgrund des langsamen Chipsatzes noch weiter zurück als bei den anderen. Bei den WLAN-Messungen lieferten alle fünf bescheidene bis schlechte Werte ab. UMTS lässt sich beim Gigabyte nachrüsten, die anderen sind derzeit nur ohne Mobilfunk erhältlich.

Die kompletten Testergebnisse aller fünf überprüften Netbooks finden Sie in der Printausgabe 18/09 des c't magazins im Artikel "Mini-Vielfalt, Schick, mit Docking-Station, lange Laufzeit: Netbooks werden vielseitig" Ab Seite 90. Den Beitrag erhalten Sie auch als PDF-Datei im c't-Kiosk. Hier die Kurzbeschreibung der drei in der Sendung vorgestellten Modelle:

Der Schlanke: Asus EeePC 1008HA

Nur knapp über ein Kilogramm bringt das 1008HA auf die Waage, bei unter drei Zentimetern Dicke – damit gehört es zu den leichtesten und flachsten Netbooks und stößt in Bereiche vor, die bislang nur wenige besonders teure Subnotebooks erreicht haben. Für rund 390 Euro liefert Asus es in der getesteten Konfiguration mit weißem oder schwarzem Gehäuse.

Das abgerundete Design wird nicht durch hässliche Buchsen gestört, sondern die Schnittstellen an den Seiten liegen allesamt unter Plastikklappen. Weil das Öffnen ziemlich fummelig gerät – für die LAN-Buchse sind sogar zwei Laschen zu bewegen –, dürften Anwender, die oft an die Schnittstellen müssen, die Klappen wohl bald versehentlich oder sogar absichtlich abreißen. Eine VGA-Buchse entfällt zugunsten eines proprietären Mini-Anschlusses, der zugehörige Adapter steckt in einem Fach an der Unterseite. Das schwarze Lackgehäuse sieht nach kurzer Benutzung schmierig aus, die weiße Version dürfte auf Fingerabdrücke nicht ganz so anziehend wirken. Insgesamt bleibt der Eindruck, dass Asus zwar ein paar pfiffige Ideen gehabt hat, sie aber nicht durchweg elegant umsetzen konnte.

Die Tastatur mit ausreichend großen Tasten im 17-mm-Raster bietet einen angenehmen Anschlag. Ungewohnt: Die untere Tastenreihe ist ein paar Millimeter höher, um den halb hohen Auf- und Ab-Tasten mehr Platz zu bieten – die Rechts- und Links-Taste sind aber normal hoch. Dennoch dürften Vielschreiber nach kurzer Eingewöhnung gut zurechtkommen. Das Touchpad ist gänsehautmäßig aufgeraut, was anfangs ungewohnt, dann aber schnell angenehm ist, auch weil man es so deutlich von der Handballenablage unterscheiden kann. Der Treiber erkennt einige Multitouch-Gesten, hält manchmal aber auch schnelle normale Gesten für solche.

Der fest eingebaute Akku ist mit 32 Wh nicht allzu stark, aber weil die Leistungsaufnahme unter sechs Watt liegt, kommt eine brauchbare Laufzeit dabei heraus. Allerdings verlieren Akkus zwischen 10 und 30 Prozent ihrer Kapazität pro Jahr. Asus gewährt ein Jahr Garantie auf den Akku (zwei aufs Notebook) und will für einen neuen inklusive Einbau und Versand etwa 80 Euro in Rechnung stellen.

Der Ausdauernde: Toshiba NB200

War Toshibas erstes Netbook noch ein Neun-Zöller mit eher unpraktischer Tastatur, haben die Ingenieure mit dem NB200 nun einen durchdachten und ergonomischen Nachfolger abgeliefert, der sich zusätzlich durch sein elegantes Gehäuse vom asiatischen Einheitsdesign absetzt. In Deutschland bietet Toshiba derzeit zwei Konfigurationen an, das getestete NB200-110 für etwa 420 Euro und das NB200-113 für 370 Euro. Letzteres hat eine 120er-Platte, den marginal langsameren Prozessor N270, einen schwächeren Akku und kein Bluetooth. Das -110 hat einen weißen Deckel und silbernen Rumpf, das -113 ein komplett schwarzes Gehäuse.

Die Tasten liegen mit vier Millimetern Abstand in einem 19 mm × 17 mm großen Raster. Das ist groß genug, und zusätzlich bestärkt durch den guten Anschlag und das durchdachte Layout geht man zügig zu Werke. Als eines der ganz wenigen Netbooks hat das NB200 separate Tasten für Bild Auf, Bild Ab, Pos1 und Ende.

Im Akkumodus funktionierte die Anzeige der Restlaufzeit nicht, was normalerweise ein Zeichen für eine ungleichmäßige Leistungsaufnahme ist. Tatsächlich schwankte die Laufzeit zwischen mehreren Messungen vergleichsweise stark, lag aber immer – auch bei voller Displayhelligkeit – über zehn Stunden. Das ist vor allem dem starken 64-Wh-Akku zu verdanken, der an der Rückseite zwei Zentimeter aus dem Gehäuse ragt. Dem günstigeren Modell liegt ein 25-Wh-Akku bei, der für eine immer noch gute Laufzeit von vier bis fünf Stunden reichen dürfte. Das NB200 wiegt dann etwa 150 Gramm weniger.

Der Pfiffige: Gigabyte Booktop M1022

Die Idee ist gut: Das Booktop M1022 liefert Gigabyte mit einer Docking-Station aus, in der das zugeklappte Netbook hochkant steht. Dadurch nimmt es weniger Platz auf dem Schreibtisch ein und man kann die oben liegenden Schnittstellen (USB, Express-Card, Speicherkartenleser) auch in eingedocktem Zustand prima erreichen. An der Vorderseite des Docks findet man einen Einschalter, hinten die üblichen Schnittstellen (Strom, VGA, 3 × USB, Audio-Out, 100-MBit-LAN). Allerdings fehlt ein digitaler Displayausgang, und die VGA-Buchse liefert ein für die 24-Zoll-Auflösung schon arg matschiges Signal. Wenn man mit 20 Zoll auskommt und mit der niedrigen Atom-Geschwindigkeit zufrieden ist, stellt das M1022 einen interessanten Desktop-Ersatz dar, der mit einem Griff mobil einsatzfähig ist.

Derzeit legt Gigabyte allerdings nur ein Netzteil bei, sodass man, will man länger als eine Akkuladung vom Schreibtisch verschwinden, doch wieder an den Steckern der Docking-Station herumstöpseln muss – genau das soll ein Dock ja vermeiden. Die sieben Stunden Laufzeit dürften immerhin für eine ganze Reihe von Einsatzzwecken reichen.

Die Tasten haben einen angenehmen Anschlag, liegen aber mit 17,5 mm × 16,5 mm in einem fürs entspannte Schreiben knapp zu engen Raster. Die Maustasten sind seitlich vom recht kleinen Touchpad angebracht und kippen nach innen, sodass man beim Drücken fast zwangsläufig mit dem Finger vorher aufs Touchpad kommt und den Mauszeiger verstellt – unpraktisch.

Als einziges Netbook im Test hat das M1022 einen ExpressCard-Schacht beispielsweise zum Nachrüsten von eSATA. Der Einbau einer UMTS-MiniCard ist vorgesehen, der SIM-Slot vorhanden. Platte, Speicher und WLAN-Modul liegen leicht zugänglich unter Klappen, auch keine Selbstverständlichkeit bei Netbooks.

Weil sich die deutsche Gigabyte-Niederlassung nicht um Notebooks kümmert, übernimmt der Distributor Simac den Import. Er verkauft nur an Gewerbetreibende, Privatkunden wenden sich beispielsweise an Conrad, Notebook.de, Plus Online, Reichelt oder Rossmann – sie übernehmen auch die Garantieabwicklung. Das getestete Modell kostet dort etwa 500 Euro. Der Aufpreis für die bei nur wenigen Händlern erhältliche UMTS-Version liegt bei im Vergleich zu USB-Sticks hohen 150 Euro.

Die kompletten Testergebnisse aller fünf überprüften Netbooks finden Sie in der Printausgabe 18/09 des c't magazins im Artikel "Mini-Vielfalt, Schick, mit Docking-Station, lange Laufzeit: Netbooks werden vielseitig" Ab Seite 90. Den Beitrag erhalten Sie auch als PDF-Datei im c't-Kiosk. (Jörg Wirtgen) / (gs)

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