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Richtig schenken Teil 1 - Notebooks und Netbooks ab 250 Euro

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Ein Dutzend Marken mit mindestens fünf (Apple) bis über vierzig Baureihen (Dell, Acer) in unendlich vielen Konfigurationen: Das Notebook-Angebot erschlägt jeden, der versucht, das passende Gerät herauszusieben. Wir schärfen Ihren Blick für das Wesentliche und impfen Sie gegen die Floskeln
der Hersteller.

Es ist nicht einfach, einen Überblick über den Notebook-Markt zu gewinnen. Erschwert wird das Vorhaben von kurzen Produktzyklen und komplett neuen Geräteklassen: Kaum sind die Netbooks etabliert, kommen nun die CULV-Notebooks, die dank ihrer Stromsparprozessoren wenig wiegen, preislich aber meilenweit unter bisherigen Subnotebooks liegen. Die ersten Modelle brachte Acer vor rund einem halben Jahr auf den Markt, inzwischen haben weitere Hersteller nachgezogen. Als dritte neue Klasse tauchen gerade die kraftvollen Riesen mit Core i7 auf. Der Vorteil dieser Dynamik: Mit dem zunehmenden Wettbewerb sinken die Preise, während Ihre Chance steigt, ein Notebook zu finden, das wie maßgeschneidert zu Ihnen passt. Die folgenden Kriterien helfen Ihnen, die Spreu vom Weizen zu trennen – vom Display über die Akkulaufzeit und dem richtigen Prozessor bis zu den Schnittstellen. Am Anfang sollte jedoch die Frage stehen: Wo möchten Sie Ihr Notebook überhaupt einsetzen?

Wenn es Sie regelmäßig unterwegs begleiten soll, ziehen Sie die Obergrenze am besten bei 14 Zoll. Die weniger als zwei Kilogramm schweren 12- und 13,3-Zöller passen in Rucksäcke und Aktentaschen, ihre Tastaturen sind aber so gut wie beim Desktop-PC. Netbooks mit 10-Zoll-Display wiegen kaum weniger als 12-Zöller und lassen sich aufgrund ihrer Schrumpftasten deutlich unpraktischer bedienen. Von den 14-Zöllern bleibt eine Handvoll unter der Zwei-Kilo-Marke, darunter das teure Lenovo Thinkpad T400s und die günstigen Samsung X420 und Acer Travelmate 8471.

Kompromiss oder Doppelstrategie

Leicht fällt die Wahl der richtigen Größe, wenn Sie Ihr Notebook ausschließlich zu Hause einsetzen. Das Gewicht spielt keine Rolle und bei Displaygrößen ab 16 Zoll vermissen nur wenige Anwender einen externen Bildschirm. Und die 15-Zöller? Sie bilden nach wie vor die gefragteste Klasse. Nicht nur, weil sie weniger kosten als größere und kleinere Notebooks. Dank neuer Stromsparprozessoren haben einige Exemplare – zum Beispiel von Acer oder MSI – abgespeckt und bringen weniger als 2,5 Kilogramm auf die Waage. Die Standardgröße überzeugt damit mehr denn je – als Kompromiss für alle Nutzer, die sich nicht zwischen Groß und Klein entscheiden wollen, weil sie ihr Notebook zumeist zu Hause, manchmal aber auch unterwegs einsetzen. Oder weil sie einfach noch nie ein Notebook besessen haben und nicht abschätzen können, wie oft es auf Reisen gehen wird. Die meisten leichten 15-Zöller erkaufen sich die neue Mobilität allerdings mit eingeschränkter Rechenleistung und dem Verzicht auf ein optisches Laufwerk.

Eine nicht zwangsläufig teurere Alternative zum universellen 15-Zöller ist die Doppelstrategie: Unterwegs surfen und schreiben Sie auf einem Netbook oder 12-Zöller, anspruchsvolle Aufgaben erledigen Sie zu Hause am Desktop-Rechner oder an einem großen Notebook.

Pixelgeiz

Leider sorgt ein großes Display nicht automatisch für mehr Übersicht, erst eine vernünftige Pixelzahl verwandelt Schirmfläche in wertvolle, nutzbare Fläche. Die meisten 15- und sogar viele 16-Zoll-Modelle zeigen nur 1366 x 768 Punkte, sie transportieren also nicht mehr Information als ein 11,6-Zöller. Beim Arbeiten mit Tabellen, Surfen oder Jonglieren mehrerer Fenster verschwenden Sie auf diesen Bildschirmen viel Zeit mit Scrollmanövern.

Produktiver arbeiten Sie mit einer Auflösung von mindestens 1440 x 900 Bildpunkten, doch dieses Kriterium stutzt das Heer der in Frage kommenden 14- und 15-Zöller zu einer kümmerlichen Kohorte zurecht. Übrig bleiben ein paar Business-Notebooks, zum Beispiel das HP Compaq 6530b, die Lenovo Thinkpads T400 und SL500 sowie die teuren Consumer-Modelle von Apple (MacBook Pro) und Sony (Vaio BZ). Dell quetscht gegen 70 Euro Aufpreis sogar 1920 x 1080 Pixel in den Bildschirm seines Studio 15. Erst ab 16 Zoll findet man höhere Auflösungen regelmäßiger.

Das einzige 13-Zoll-Notebook mit 1440 x 900 Pixeln verkauft Lenovo mit dem 1800 Euro teuren Thinkpad X301. Das Subnotebook mit der höchsten Auflösung baut aber Sony: Das Vaio Z zeigt kolossale 1600 x 900 Punkte. Die daraus resultierenden 140 dpi empfinden viele Anwender aber als zu feinkörnig. Rund 120 dpi halten die Meisten für ideal, weil Standardschriften dann in einer gut lesbaren Größe erscheinen.

10-Zoll-Netbooks zeigen meist 1024 x 600 Punkte, was nicht einmal für größere Dialogfenster ausreicht. Mehr Durchblick erlauben das Vaio W von Sony und das Inspiron Mini 10 von Dell mit jeweils 1366 x 768. Das früher übliche 4:3-Format stirbt gerade aus, vom Lenovo T61 und Fujitsu Lifebook E8310 liegen nur noch Restposten bei den Händlern. Auch die Auswahl an Bildschirmen im 16:10-Format schrumpft zugunsten der 16:9er, die sich für DVDs gut eignen, beim Arbeiten mit längeren Texten und beim Surfen aber häufigeres Scrollen erfordern.

Schachmatt

Die nervigen Spiegeldisplays dominieren den Consumer-Markt nach wie vor. Nur einige aktuelle Samsung-Netbooks, zum Beispiel das N510 und das N140, glänzen nicht – ein erstes Zeichen für ein Comeback der matten Oberflächen? Davon kann man wohl erst sprechen, wenn weitere Hersteller nachziehen. Bis dahin können Sie auf die fast durchgängig matten Business-Geräte ausweichen. Bei Acer heißen diese Travelmate, bei Dell Vostro, Latitude oder Precision, bei Fujitsu Lifebook oder Celsius, bei HP Compaq oder Elitebook, bei Lenovo Thinkpad und bei Toshiba Tecra. Einen Mittelweg stellen einige Modelle von Sony dar, die einfallendes Licht nicht so stark reflektieren wie andere Spiegeldisplays.

Displays mit knackigen, lebendigen Farben sind selten – und teuer: Mindestens 1000 Euro muss man für Sonys Vaio FW mit Wide-Gamut-Display ausgeben. Ebenfalls farbstark und optional auch matt sind das MacBook Pro 15 und das MacBook Pro 17 von Apple. Noch natürlichere Farben zeigen Notebooks mit RGB-LED-Backlight wie das Dell Studio XPS 16 (ab 1270 Euro) und die HP-Workstation Elitebook 8370w (ab 2500 Euro).

Das heißt jedoch nicht, dass die Displays der Bis-1000-Euro-Klasse nur schwer verdauliche Grütze anzeigen. Sie zeigen zwar flauere Farben und geringere Kontraste als die erwähnten Spitzendisplays und ganz normale externe Monitore, den Unterschied bemerken ungeschulte Augen aber erst im direkten Vergleich. Hell genug leuchten Standard-Notebooks ebenfalls – Werte unter 150 cd/m2 messen wir selten.

Weitere Tipps zum Notebook-kauf finden Sie im Artikel "Filterwochen, Kriterien für den Notebook-Kauf" in der Printausgabe 25/09 des c't magazins ab Seite 88. Den Beitrag erhalten Sie ab dem 23.11.2009 auch als PDF-Datei im c't-Kiosk .

Kauftipps Netbooks

Bei der Ausstattung stagnieren die Netbooks seit einem Jahr: 160er-Platte, 1 GByte RAM, Atom N270/280 und dazu 1024 x 600 Pixel. Das hat einen Grund: Microsoft deckelt die Displaygröße (maximal 10,2 Zoll), den Prozessor (maximal ein Kern), die Festplatte (maximal 160 GByte) und den Hauptspeicher (maximal 1 GByte), wenn der Hersteller das günstige Windows XP Home aufspielen will. Windows 7 Starter würzt die Standardkost nur minimal, denn lediglich die Festplattengröße gibt Microsoft frei.

Bei Windows 7 Starter selbst hat Microsoft gegenüber Home Premium einige Features gekappt: Die Edition kann den Desktop nicht auf einen externen Monitor erweitern (nur spiegeln), Multitouch-Funktionen für Netbooks mit Touchscreen und das Media Center sucht man ebenfalls vergeblich.

Trotz der weitgehend gleichgeschalteten Ausstattung überzeugen nur wenige Netbooks – bei der Ergonomie, Laufzeit, Lüfterlautstärke und Displayqualität unterscheiden sie sich stark. Überzeugt hat uns in all diesen Punkten das schon vor einem Jahr gestartete Samsung NC10: Für etwa 300 Euro bekommen Sie die Restposten mit mattem Display, guter Tastatur und einem Akku, der über sieben Stunden hält. Integriertes UMTS kostet 100 Euro extra. Der Nachfolger N140 hat ebenfalls ein mattes Display und läuft sogar neun Stunden. Das Toshiba NB200 hält mit etwas besserer Tastatur und größerem Touchpad dagegen, leider spiegelt das Display. Die Version NB200-110 für etwa 400 Euro läuft zehn bis zwölf Stunden, das rund 100 Euro günstigere NB200-113 noch knappe fünf.

Nur ein Kilogramm wiegt der Asus Eee PC 1008HA. Leistung und Laufzeit leiden unter der Schlankheitskur nicht übermäßig, aber das spiegelnde Display erreicht nur 130 cd/m2. Mit XP und 160er-Platte kostet das Netbook rund 380, mit Windows 7 Starter und 250er-Platte 400 Euro. Ebenso leicht ist der Eee PC T91 mit Touchscreen und Tablet-Stift, aber dunkler Displayhinterleuchtung und nur 16 GByte SSD-Speicherplatz.

Ebenfalls mit Windows 7 verkauft Dell sein 300 Euro teures Inspiron Mini 10, interessant wird es durch das optionale Display mit 1366 x 768 Punkten. Der Standardakku hält nur drei Stunden, ein stärkerer kostet 50 Euro extra und steht nach unten ab. Sonys Vaio W bringt die gleiche Auflösung und einen starken und ebenfalls abstehenden Akku serienmäßig mit.

Dann vielleicht besser ein 12-Zoll-Netbook: Das Acer Aspire One 751 und Lenovo Ideapad S12 punkten mit hellem Display, guter Tastatur und sieben Stunden Laufzeit, sie kosten rund 380 Euro.

Rund 500 Euro für ein Netbook? Das klingt teuer, doch das MSI Wind U115 Hybrid läuft mit seinem Standardakku sensationelle 16 Stunden. Es erreicht den Rekordwert, weil Windows auf einer 8 GByte großen SSD residiert und sich die ebenfalls eingebaute 160-GByte-Festplatte abschalten lässt. Als 10-Zöller gewinnt das U115 keine Ergonomie-Preise, gehört aber mit guter Tastatur und hellem, mattem Display zu den besseren seiner Zunft.

Gute Idee: Mit der beiliegenden Docking-Station dient das Gigabyte M1022 als Desktop-Ersatz, allerdings fehlt ein digitaler Displayausgang. Unterwegs stören das unpraktische Touchpad, die recht kleine Tastatur und das spiegelnde Display. Das Schreibtisch-Netbook kostet 500 Euro.

Kauftipps 15- und 16-Zöller

Diese Klasse kann mehr als billig sein: Nirgends ist die Auswahl so groß wie bei den 15-Zöllern. Die neuen Stromsparprozessoren sorgen auch hier für lange Laufzeiten bei niedrigem Gewicht und moderatem Preis. Acer bietet seine ausdauernden Timelines in matt als Travelmate 8571 und glänzend als Aspire 5810T an. Das Travelmate geht mit Linux bereits ab 480 Euro über den Ladentisch, das Aspire mit Windows 7 Home Premium 64 Bit ab 700 Euro.

Als Multimedia-Allrounder überzeugt das Sony Vaio NW ab 700 Euro mit üppiger Ausstattung, für 100 Euro mehr liest das optische Laufwerk auch Blu-rays. Rechenleistung und Tastatur gehören zur Oberklasse. Ohne Blu-ray und HDMI, aber mit Einsteiger- Doppelkernen, leisem Lüfter und leichtem Gehäuse verkauft MSI einen günstigen 16-Zöller: Das CX600 gibt es schon ab 500 Euro aufwärts.

Das ab 1200 Euro erhältliche LG P510 gefällt mit hoher Auflösung (1440 x 900) und rasend schnellen Prozessoren bei nur 2,3 Kilogramm Gewicht. Praktisches Gimmick: Mit anderen PCs vernetzt es sich per USB-Kabel. Das leise und leichte Apple MacBook Pro 15 kostet mindestens 1600 Euro, läuft neun Stunden und zeigt kräftige Farben auf dem optional matten Display. Trotz hoher Rechenleistung und schlankem Gehäuse bleibt der Lüfter leise.

Die Laufzeiten des HP Compaq 6730b (850 Euro) und Elitebook 6930p (1250 Euro) lassen sich mit Zusatzakkus verlängern: Beim Compaq auf 14, beim Elitebook auf rekordverdächtige 21 Stunden. Einen 15-Zöller mit mattem Display bekommt man auch für weniger Geld: Die Preise für das Dell Vostro 1520 und das HP 615 Compaq beginnen bei unter 500 Euro. (Christian Wölbert)

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