Schmuh im Internet - Betrug mit gefälschten Bewertungen
Bequemlichkeit kann teuer werden
Es ist so bequem und hilfreich: Hast Du eine Frage? Willst Du was kaufen?
Schau ins Internet! Es gibt unzählige Tipps in sog. Communities, auf Foren und in Blogs. Doch wer schreibt hier eigentlich? Gute Frage.
Fest steht: nicht alle Bewertungen sind seriös. Wie kann das sein? Das wollen wir genauer wissen – undbegeben uns auf eine spannende Spurensuche. Über viele Umwege finden wir einen bezahlten Blogger. Der gibt zu, gegen Geld eigene Meinungen ins Netz zu stellen. Meistens in Produktbewertungsportalen.
"Ich werde auf Stundenbasis bezahlt, kriege ein, denke ich, überdurchschnittliches Gehalt, dann schreibe ich am Fließband zwanzig Berichte, es kann über Haushaltsgeräte sein, Handys sind ganz stark im Kommen, Autos...“
Ahnungslose Verbraucher
Und die arglosen Verbraucher informieren sich ohne zu ahnen, dass sie von so genannten Fake-Autoren reingelegt werden. Unser Informant berichtet weiter: "Zu Beginn waren wir zwei, drei Mann, jetzt sind wir zwischen 10 und 20, ..., da kann man sich vorstellen, das sind am Tag zehn mal zwanzig Berichte, Erfahrungsberichte, und ja ... 200 Fakes, die jeden Tag dann ins Internet gestreut werden nur pro Seite. Es geht wirklich um gezielte Meinungsmache.“
Besonders beliebt: Reiseportale
Reinfallen kann man vor allem, wenn es um Reisen und Hotels geht. Da wird am meisten gelogen. Denn gerade da vertrauen Leute auf die Meinung der anderen, die vorgeben, schon einmal vor Ort gewesen zu sein. Man muss gar nicht lügen, um in diesen Foren sehr preiswert gutes Marketing zu machen. Es genügt, in den Foren scheinbar persönliche, positive Erfahrungsberichte einzustreuen. „Das hat mir super gefallen... super erholt, alles wunderbar.“ Doch gerade bei Hotels gibt es ja bekannte Bewertungsportale, die sich damit rühmen, gefälschten Bewertungen keine Chance zu geben. Doch sind die dort veröffentlichten Hotelbewertungen wirklich alle seriös und ehrlich?
Ein Beispiel: Wir haben ein Hotel in Spanien herausgesucht. Schon auf den ersten Blick kein Haus, in dem man wirklich Urlaub machen müsste. Auf den Hotel-Bewertungsportalen gehen die Meinungen stark auseinander: So heißt es bei "Votello“: …"Tolles Hotel, nicht nur für Familien!“…
"Ein perfekter Familienurlaub – jederzeit wieder!“…
"Tolles Familienhotel.“… Und so weiter. Beim Portal Holiday-Check dagegen gibt es eher kritische Urteile. Von: "Für 3 Sterne ganz angemessen“ bis zu: "Katastrophe.“
Und: "Wir haben überlebt!“.
Wie kann das sein? Wird doch nicht geprüft? Marktführer Holiday-Check sagt: Doch, es wird! Bei unklaren Absendern oder verdächtiger Sprache werde man sofort skeptisch.
Für unser spanisches Hotel werden aber gerade einmal sechs Bewertungen nachgeprüft, die unter Manipulationsverdacht stehen. Vor allem wegen zu euphorischer Noten, die weit über der Durchschnitts-Bewertung liegen. Es stellt sich heraus: Eine der Mails scheint direkt von einer hoteleigenen Adresse zu kommen. Doch nicht immer ist der Unterschied zwischen dreister Lüge und ehrlicher Positiv-Bewertung zu erkennen.
Lebenserfahrung zählt
Deshalb bleibt für den Verbraucher nur eines: Äußerst kritisch sein und wenn möglich Informationen aus erster Hand besorgen. Fragen Sie sich beim Superschnäppchen, ob dieses Angebot realisitisch sein kann - niemand hat etwas zu verschenken. Vergleichen Sie verschiedene Quellen und schauen Sie auch ins Impressum - wer steckt hinter dieser Internetseite? Von wem wird das Forum betrieben. Gibt es dort überwiegend positive Bewertungen oder auch einige kritische Einträge.Nur so haben Sie wirklich die Gewissheit, dass aus dem Urlaub kein Horrortrip wird.
Im Themenforum Prüfstand diskutieren.
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