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Spaßmacher - HD-Mini-Camcorder ab 100 Euro im Test

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Schnell soll es gehen, sofort, auf Knopfdruck. So spontan wie die Szene entsteht, soll sie in HD gefilmt, gespeichert und ohne große Umwege ins Internet geladen werden.

Dazu bieten sich handliche Ein-Knopf-Geräte mit bis zu 1080p Auflösung an: ganz einfache, halbwegs taschengeldkompatible Video-Knipser, die ohne langes Gefummel an Menüs und Drehrädchen sofort loslegen. Ins c’t-Labor geholt haben wir eine Auswahl aktueller Camcorder, die sich vor allem für den Einsatzbereich Internet-Videos empfehlen. Die Flip Mino HD – Nachfolgerin der Flip Cam – besorgten wir von Mega-Gadgets aus den Niederlanden – Cisco, der deutsche Vertrieb, schaffte es nicht, uns für den Test ein Modell zur Verfügung zu stellen. Auch die auf der IFA angekündigten neuen Modelle von Sony und JVC werden erst später in den Handel kommen – wir testen sie, sobald sie verfügbar sind.

Die kompletten Testergebnisse aller sieben überprüften HD-fähigen Mini-Camcorder finden Sie in der Printausgabe 22/09 des c't Magazins im Artikel "Web-Clipser, HD-fähige Mini-Camcorder für Internet-Videos" von Christian Sonderfeld und Ulrich Hilgefort ab Seite 132. Den Beitrag erhalten Sie ab dem 26. Oktober 2009 im c't-Kiosk auch als PDF-Datei . Hier nun die Kurzbeschreibung der drei in der Sendung vorgestellten Camcorder.

Aiptek PenCam Trio HD

Er wirkt wie ein Diktiergerät: Schmale Silhouette, schlankes Design, wenige Knöpfe. Per Halteclip lässt sich der PenCam in der Hemdtasche befestigen; dann guckt nur noch das Objektiv oben heraus. Auch in der freien Hand macht der PenCam einen unauffälligen Eindruck. Auf Wunsch erhellt eine weiße LED den Bereich bis etwa einen Meter vor der Linse – passend etwa, um die Innereien eines PCs zu identifizieren. An der HDMI-Buchse steht das Videosignal bei Aufnahme und Wiedergabe bereit.

Trotz des schmalen Gehäuses bringt der PenCam noch ein Display mit; allerdings zeigt es auf seinen 2,7 cm (Diagonale) ein dermaßen winziges Bild, dass man auch mit der Lupe kaum erkennen kann, was das Gerät gerade „sieht“. Obendrein spiegelt das Display kräftig. Immerhin genügt es, um die verschiedenen Betriebsmodi zu differenzieren.

Der Digital-Zoom überstreicht mit 45 bis 145 mm (KB-äquivalent) einen in der Praxis ausreichenden Bereich. Die Bedienung erfolgt über wenige, sinnvoll arrangierte Knöpfe. Der an der Seite angeordnete Modusumschalter erlaubt den Wechsel zwischen Video-, Audio- und Foto-Modus. Über USB-, HDMI- oder AV-Buchse lassen sich die aufgenommenen Daten ausspielen.

Die Aufnahmen machen einen brauchbaren Eindruck; allerdings ruckt es beim Zoomen im aufgezeichneten Video deutlich. Das Fixfokus-Objektiv sorgt ab einer Distanz von einem Meter für eine akzeptable Schärfe, die bei schwacher Beleuchtung noch nachgibt. Der elektronische Zoom reduziert die sichtbare Auflösung, die Bilder werden körniger. Typische Weitwinkel-Verzeichnungen bleiben in erträglichem Rahmen. Auf starkes Gegenlicht reagiert der Pen-Cam gutmütig. Bis 20 lx entstehen noch brauchbare Aufnahmen und knapp akzeptable Fotos; darunter nimmt das Rauschen zu sehr zu.

Als einziges Gerät im Testfeld bietet der PenCam eine Funktion zur Sprachaufnahme; damit arbeitet er wie ein Mono-Diktiergerät; wie bei diesen Recordern üblich, klingen die Aufnahmen wenig tiefenlastig und auf Sprachwiedergabe hin optimiert. Das reicht für dokumentarischen Zwecke aus, aber keinesfalls für Musik.

Kodak Zi8

Zur IFA 2009 stellte Kodak den zigarrettenschachtelgroßen HDVideocamcorder vor. Der Zi8 zeigt eine glatte Gehäuseform ohne vorspringendes Objektiv oder Drehrad; dadurch gleitet der Zi8 problemlos auch in enge Jacken- oder Hosentaschen. Die Aufnahmeauflösung lässt sich von 1080p auf kleinere Werte umschalten. Griffsicher wurde das Objektiv an der Gehäuse-Oberkante angeordnet. Auf der Rückseite nimmt das 52 x 38 mm große Display fast die Hälfte des Platzes ein; es zeigt ein akzeptables Kontrollbild, spiegelt allerdings recht stark. Nach längerem Gebrauch wird der Zi8 warm. Der interne Speicher von 128 MByte reicht gerade für ein paar Fotos und kurze Clips aus; weitere Kapazität lässt sich per SD/SDHC-Karte nachlegen.

Das optische System enthält ein Fixfokus-Objektiv, das mittels elektronischem 4x-Zoom einen telelastigen Brennweitenbereich zwischen 65 und 250 mm (KB äquiv.) abdeckt. Für Nahaufnahmen muss man auf den Zoomlosen Makromodus umschalten. Selten im Testfeld: Am Zi8 kann man ein externes Mikrofon anstöpseln. Der HDMI-Anschluss gibt nur ein Wiedergabe-Signal ab.

Zur Bedienung stehen vier Taster und ein Mini-Joystick bereit, über den auch die Zoom- und Aufnahmesteuerung erfolgt. Das Hauptmenü listet fünf Aufnahme-Modi auf: vier Videoauflösungen und den Foto-Modus. Dorthin wechselt man per Joystick – das erfordert aber eine gewisse Eingewöhnung, da es oft zu unerwünschten Aufnahmestarts kommt, wenn man den Zoom verstellen möchte. Das ist auch bei laufender Aufnahme möglich, doch der Zoom führt zu kräftigem Ruckeln in dem aufgenommenen Video. Beim Zoomen zieht das Bild nach, was eine exakte Ausrichtung erschwert.

Die Videos zeigen – vor allem bei Nutzung des Tele-Zooms – ein kräftiges Rauschen, auch bei an sich ausreichender Beleuchtung. Im strahlenden Sonnenschein und bei Weitwinkel-Stellung entstehen dagegen recht ansehnliche Aufnahmen, wenn auch mit leichtem Blaustich. Gegenlicht macht dem Zi8 wenig zu schaffen. Bei schwacher Beleuchtung endet bei 10 lx der nutzbare Belichtungsspielraum.

Fotos schießt der Zi8 prompt (Auslöseverzögerung unter 1 Sekunde) und mit guter Schärfe, aber etwas verhaltenen Farben. Bei Kunstlicht und schwacher Ausleuchtung zeigen die Bilder eine deutliche Rauschneigung. Bei kräftigen Kontrasten im Motiv kommt es zu deutlichem Überstrahlen; in Teleeinstellung neigt der Zi8 zum Verwackeln.

Schließt man den Zi8 an den PC an, wird automatisch mit „ArcSoft MediaImpression“ eine Software zum Verwalten und Bearbeiten von Videos installiert, die dazu in den Speicher des Gerätes eingebrannt wurde. Obendrein starten auch Download und Installation von Apple Quicktime aus dem Internet.

MediaImpression for Kodak enthält einen Medienbrowser für Videos und Fotos; das recht betulich agierende Programm holt Dateien vom angeschlossenen Zi8 auf den PC – das geht allerdings auch mit dem Windows Explorer – und lädt auf YouTube, FaceBook und Vimeo hoch; vorher erfragt es einige Angaben zu Accounts und Passwörtern. Mit einer etwas umständlich zu bedienenden Oberfläche lassen sich Szenen zu einem Film zusammenstellen, kürzen und mit Effekten versehen, deren Qualität und Wirkung allerdings sehr bescheiden ausfällt. Die Videovorschau auf dem Testrechner (AMD Athlon 64 X2 Dual-Core 3800+ mit 1 GByte RAM) zeigte ein stark ruckelndes Bild mit wenig Praxistauglichkeit. Beim Start des MediaConverters meldet dieser, dass das angeschlossene Gerät nicht unterstützt würde.

Sanyo CG10

In der schon Sanyo-typischen Bau form erinnert der CG10 an einen Elektrorasierer, dabei gestattet er eine sehr bequeme Handhabung ohne verkrampfte Finger. Im Vergleich zu den typischen Spass-Camcordern bringt er für einen moderaten Preis eine fast opulente Ausstattung mit, angefangen mit dem großen und entspiegelten, drehbaren Display und einer ernstzunehmenden Fotofunktion mit Blitz über den Stereo-Ton bis hin zu einem durchdachten, gut sortierten Menü. Auch das Schneiden und Zusammenfügen von Videos im Camcorder ist möglich. Der Akku lässt sich auswechseln. Für den Anfang steht ein 40 MByte großer interner Speicher bereit; für mehr Platz lässt sich per SDHC-Karte sorgen.

Die Optik zeichnet sich durch eine erfreulich ausgeprägte Weitwinkeltauglichkeit des optischen Zooms aus (38 bis 190 mm KB) und liefert im Makro-Modus bereits ab einem Zentimeter Abstand scharfe Bilder ohne nennenswerte Verzeichnungen. Der Stabilisator macht sich wohltuend bemerkbar, auch wenn er grobe Ruckler nicht ausbügeln kann. In puncto Handhabung, Bedienkonzept und Anschlüssen bietet der CG10 einen beachtlichen Komfort; allerdings kann man die Aufnahmeparameter nicht manuell ändern. Für den hier abgepeilten Einsatzbereich dürfte dies aber eher von Vorteil sein.

Die Videos des CG10 wissen – farbkräftig und mit guten Kontrasten – zu überzeugen, solange vor dem Objektiv strahlender Sonnenschein herrscht. Bei nachlassendem Licht fängt es schnell an zu rauschen, selbst bei Tageslicht in schattigen Bereichen.Ab 20 lx schwinden die Farben. Auf krasses Gegenlicht reagiert der Sanyo recht gutmütig. Wilde Schwenks und Zoom-Aktionen bringen das Gerät nicht in Verlegenheit, lassen aber hier und da den Autofokus aus dem Tritt geraten.

Fotos macht der CG10 ohne erkennbare Auslöseverzögerung und mit 4000 x 3000 Pixeln. Die Qualität der Bilder liegt auf durchschnittlichem Niveau – spä testens durch das recht kräftige Rauschen begründet, das auch bei Verkleinerung der Bilder auf ein Viertel noch erkennbar ist.

Im Internet ist er schon für weniger als 175 Euro zu haben – es geht also doch, einen preiswerten und ausreichend leistungsfähigen Camcorder zu bauen. (Christian Sonderfeld, Ulrich Hilgefort) / (gs)

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