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Flüsterflunder - Lüfterloser Atom-PC MSI Windbox II

Die Windbox II von MSI setzt auf Atom-Technik von Intel, der ein HD-Video-Beschleuniger unter die Arme greift. Zudem ist sie so flach, dass man sie sogar unter die Schreibtischplatte schrauben kann.

Kleiner als ein durchschnittliches Kochbuch und flüsterleise, mit diesen Eigenschaften besticht die zweite Auflage des Mini-PC Windbox – Typenbezeichnung MS-9A25 – bereits auf den ersten Blick. Im Inneren des robusten Aluminiumgehäuses werkelt Netbook- und nicht Nettop-Technik von Intel: Ein Atom N270 (1,6 GHz) liefert die Rechenleistung, die Grafikausgabe und Speicheranbindung übernimmt der Mobil-Chipsatz 945GSE, den Intel ursprünglich Netbooks vorbehalten wollte. Ein SO-DIMM-Slot nimmt bis zu 2 GByte RAM auf – in unserem Testgerät steckte nur 1 GByte. Beim Massenspeicher hat man die Wahl zwischen einer 2,5"-SATA-Platte oder -SSD. Im Testgerät steckte eine 160-GByte-Platte mit vorinstalliertem Windows XP Home Nettop Edition.

Von der Nettop-Konkurrenz unterscheidet sich die eigentlich für Industrie-Kunden und elektronische Anzeigetafeln (Digital Signage) gedachte Windbox II nicht nur durch den sparsamen Chipsatz, sondern auch durch ihre drei Slots für PCIe Mini Cards. In einem steckt ein WLAN-Kärtchen (IEEE 802.11g), dem MSI bei unserem Testgerät nur eine Antenne spendierte, obwohl es im Gehäuse eine Bohrung für eine weitere gäbe. Im zweiten – und einzigen leicht zugänglichen – Slot kümmert sich ein Video-eschleuniger mit Broadcom-Chip (BCM70012) um die ruckelfreie Wiedergabe von Full-HD-Videos. Ohne einen solchen Decoder ächzt der Einkern-Atom schon bei 720p-Material. Allerdings klappt das nur, wenn der Software-Player den Hardware-Decoder auch unterstützt, was zwar für den VLC- und den Windows-Media-Player aber nicht für den Flash-Player als Browser-Plug-in oder Apples Quicktime gilt. Mit Hardware-Unterstützung liegt die CPU-Last beim Abspielen eines 1080p-Films nur bei 15 bis 20 Prozent, ohne ruckelt es selbst bei 100 Prozent CPU-Last noch.

Als Heimkino-System taugt die Windbox nur sehr eingeschränkt, da sie den HDCP-Kopierschutz nicht beherrscht, ohne den sich keine Blu-ray-Disc abspielen lässt. Ein optisches Laufwerk fehlt ohnehin. Auch eine digitale Audio-Ausgabe per SPDIF oder HDMI ist nicht vorgesehen. Lautsprecher oder Kopfhörer lassen sich nur per Stereo-Klinkenbuchse, Displays nur per DVI (bis 1920 x 1200 Punkte) oder mit Adapter auch per VGA anbinden. Der parallele Betrieb eines DVI- und eines VGA-Monitors soll laut MSI möglich sein, funktionierte mit dem beiliegenden Adapter jedoch nicht. Optional lässt sich die Windbox II noch mit einem DVB-T-Tuner oder einem zweiten Gigabit-LAN-Port aufrüsten. Eher als OEM-Option dürfte der Slot für eine SIM-Karte dienen, da man eine genau dazu passende UMTS-PCIe-Mini-Card auftreiben muss.

Die elektrische Leistungsaufnahme ist mit 17,2 Watt im Leerlauf und 22 Watt unter Volllast recht bescheiden und die Geräuschentwicklung des lüfterlosen PC versinkt selbst im Rauschen unserer schallarmen Messkammer (weniger als 0,1 Sone). Auch Plattenzugriffe dürften mit 0,2 Sone nicht einmal empfindliche Naturen stören. Dank des großen Alugehäuses wird die Windbox auch unter Volllast nicht besonders heiß.

Fazit

In puncto Rechenleistung hat die Windbox ebenso viel – oder auch wenig – zu bieten wie andere Nettops. Sprich: Die Windbox reicht zum Internetsurfen oder Texteschreiben aus, fühlt sich bei Aufgaben, die darüber hinaus gehen, aber eher träge an. Der eingebaute HD-Decoder bringt nur in Spezialfällen – wie Digital-Signage-Anwendungen – etwas, wenn unverschlüsselte HD-Videos mit 1080p-Auflösungen abgespielt werden sollen. Für Auflösungen bis 720p braucht man ihn nicht unbedingt. Für Blu-ray-Filme fehlt HDCP, für den Einsatz als Medienzentrale Rundumton und auch eSATA-Ports gibt es nicht.

In der getesteten Ausstattungsvariante kostet der Rechner samt Betriebssystem bei der auf Industrie-PCs spezialisierten Firma spo-comm 408 Euro. Damit ist er teurer als Consumer-Nettops, aber günstiger als viele andere Spezial-Atom-Rechner. Interessant wird die flache Windbox aber auch durch flexible Montageoptionen: So lässt sie sich über ein spezielles Montageblech auch unter den Schreibtisch schrauben oder mit einem VESA-Mount-Rahmen hinter dem Display verstecken.

Pixel-Champion - Touchscreen-Handy mit 12-Megapixel-Kamera

Mit dem M8910 „Pixon 12“ hat Samsung das erste Fotohandy auf den Markt gebracht, dessen Kamera in puncto Qualität an kompakte Digicams heranreicht.

Bei der Gestaltung des wertig verarbeiteten Pixon 12 setzt Samsung auf bewährtes Doppel-Front-Design: Die Display-Seite gleicht einem üblichen Touchscreen-Handy, hält man es quer, sieht das Fototelefon wie eine Kompaktkamera mit großem Sucherdisplay aus. An der rechten Seite findet man außer der Auslösertaste mit zwei exakten Druckpunkten eine Wipptaste für den digitalen Zoom – ein optischer fehlt – und einen Knopf zum schnellen Starten der Kamerafunktion. Die linke Seite beherbergt die Taste zum Sperren des Touchscreens und den microSDHC-Slot.

Bei normalem Licht gefällt der resistive, auch per Stift bedienbare AMOLED-Touchscreen mit satten Kontrasten und kräftigen Farben; im Sonnenlicht ist er wie andere OLED-Displays kaum noch lesbar. Das proprietäre Betriebssystem lässt sich über die verbesserte TouchWiz-Oberfläche meist zügig bedienen – nur beim Zugriff auf große Datenmengen wie gut gefüllten Speicherkarten legt das Pixon 12 einige Denksekunden ein. Wer währenddessen weitere Eingaben macht, landet oft ungewollt im falschen Menü – hier ist etwas Geduld gefragt.

Das Objektiv hat zwar eine Abdeckung, die sich erst beim Start der Kamerafunktion öffnet, doch liegt sie hinter einer Scheibe, die ihrerseits nicht vor Fingerabdrücken geschützt ist. Beim Knipsen wählt man den Fokuspunkt durch Antippen des Bildbereichs auf dem Sucher (Touch-Fokus). Zum Scharfstellen braucht die Kamera 1 bis 1,5 Sekunden – für echte Schnappschüsse zu langsam.

Bei der Bildqualität überraschte uns das Pixon 12 positiv: Die Fotos waren scharf mit guten Farben bei Tageslicht, brauchbarer Detailwiedergabe und wenig Überstrahlen. Im Kunstlicht produzierte die Automatik allerdings einen kräftigen Braunstich. Bei wenig Licht kam es zwar zu heftigem Bildrauschen, aber weniger als bei der hohen Pixelzahl befürchtet. Trotz Rauschens und eingeschränktem Kontrastumfang können die Ergebnisse mit denen einer billigen 12-Megapixel-Digicam durchaus mithalten; andere Fotohandys übertrifft das Pixon 12 bei der Bildqualität deutlich.

Als Videokamera liefert das Handy flüssige Clips, die trotz einiger Moirés und Bewegungsartefakte für die Fernsehwiedergabe noch taugen. Ein AV-Kabel kostet rund 20 Euro extra. Filme bis 480 x 272 spielt das Handy ohne Ruckeln ab und skaliert sie auf die Displayauflösung hoch. Das mitgelieferte Headset mit im Mikrofonteil integrierter 3,5-mm-Buchse lieferte sehr kräftige Bässe. Der Klang lässt sich über wirkungsvolle Presets variieren, die Megabass-Einstellung dürften nur Disco-Fans auswählen.

Sprechen und Surfen

Beim Telefonieren punktet das Handy mit exzellenter Sprachqualität, auch die gute Freisprechfunktion gefällt. Für Videotelefonate gibt es eine Zweitkamera über dem Display. Der Organizer bietet ein umfangreiches Adressbuch, das aber nur nach Vornamen sortiert. Zum Auffinden von bestimmten Kontakten nutzt man besser das Suchfeld. Adressen und Termine lassen sich übers Internet mit SyncML- oder Exchange-Servern abgleichen.


Zum Surfen taugt das Pixon 12 mit dem schnellen Webkit- Browser Dolfin gut. Über die schnelle One-Touch-Zoomfunktion – man belässt den Finger eine Sekunde auf dem Touchscreen und verschiebt ihn in Richtung der dann erscheinenden Pfeile – vergrößert man die gewünschten Bereiche der Webseite. Das klappt anders als bei Multitouch sogar bei Einhand-Bedienung. Der Mail-Client ist zwar brauchbar, zeigt Betreffs aber nicht in voller Länge an. Für Mail-Anhänge in den Formaten .doc, .pdf und .xml gibt es einen Dokumenten-Viewer.

Der empfindliche A-GPS-Empfänger liefert schnell Positionsdaten für Google Maps, für die mäßige Navi-Lösung Route 66 (Karten müssen vorher aus dem Netz geladen werden) und für Fotos: Die Geotagging-Funktion braucht jedoch Zeit, um einzurasten – ein Symbol im Sucher meldet die vorhandene Position – und ignoriert Höhenangaben.

Wer ein gutes Multimedia-Handy sucht, dessen Kamera auch für Urlaubsfotos reicht, sollte das M8910 Pixon 12 in die engere Wahl aufnehmen. Hätte sich Samsung bei der guten Optik mit sechs oder acht Megapixeln begnügt, wäre in puncto Bildqualität sicher noch mehr drin gewesen . (Benjamin Benz, Rudolf Opitz) / (gs)

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