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ZEN fatty

Mit Touch-Funktion und größerem Display bringt Creative die zweite Generation seiner portablen ZEN-XFi-Spieler an den Start.

Creatives Audio/Video-Spieler ZEN XFi2 ist im Vergleich zum Vormodell deutlich in die Breite gegangen: Das resistive Touch-Display mit 3 Zoll Diagonale hat nun filmfreundliche WQVGA-Auflösung im 16:10-Format (400 x 240 Bildpunkten). Mit 10,2 cm x 5,7 cm ist der Player leicht gewachsen, passt bei einer Dicke von 12 mm aber noch problemlos in die Hosentasche. Creative setzt beim Bedienkonzept voll auf das berührungsempfindliche Display – außer dem seitlich angebrachten Einschalter findet man lediglich noch den OK-Taster auf der Gerätefront.

Creative bietet den XFi2 wahlweise mit 8, 16 oder 32 GByte Flash-Speicher an. Der Speicher lässt sich zusätzlich per SDHC-Karte über den seitlichen Karteneinschub aufstocken. Interner und externer Speicher werden getrennt verwaltet, eine übergreifende Verwaltung fehlt. Musik oder Videos lassen sich über eine Kopierfunktion zwar von der Karte auf den internen Speicher übertragen, man hat sie dann allerdings doppelt auf dem Spieler liegen. Unser Testgerät war nicht imstande, die Musikstücke unserer prall gefüllten 16-GByte-Karte zu indizieren. Bei kleineren Karten funktionierte der Zugriff ohne Probleme.

Am PC schließt man den XFi2 als einfaches Wechselmedium an, der interne Speicher lässt sich unter beliebigen Betriebssystemen daher per Drag & Drop befüllen. Als MTP-Device kann man ihn nicht einbinden – für Musik-Abo-Dienste ist der XFi2 daher nicht geeignet. Windows-Nutzer finden im Root-Verzeichnis die Transfersoftware Creative Centrale. Sie übernimmt den Datentransfer auf den Player und transkodiert automatisch nicht unterstützte Dateitypen. Das Programm grabbt auf Wunsch sogar Video-DVDs und speichert sie automatisch auf dem Player ab – CSS-geschützte Silberscheiben bleiben dabei außen vor. Der XFi2 muss für die Dauer der Konvertierung mit dem PC verbunden sein – für die Umwandlung unserer Test-DVD benötigte unser Quad-Core-System geschlagene drei Stunden.

Hat man den XFi2 mit Musik und Videos gefüllt, kann es losgehen. Nach dem Anschalten bildet er zunächst den Navigationsindex. Die Bedienung über das Touchdisplay ist etwas zäh, einzelne Steuersymbole zu fisselig. Schnell vermisst man einen Stylus oder tippt mit den Fingernägeln in den Medienlisten herum. Spätestens beim Navigieren in einer umfangreichen Audiosammlung wird es nervig: maximal vier Listeneinträge passen auf das Display – bei hunderten Titeln scrollt man sich einen Wolf.

Von Haus aus spielt der Player neben MP3-, WMA-, und AAC-Dateien auch Musik im FLAC-Format ab. Über eine Lesezeichenfunktion lassen sich Positionen in längeren Audio-Dateien markieren. Die Lautstärkeregulierung ist umständlich gelöst: Zunächst muss man das Menü auf dem Touchdisplay aktivieren, um über das Lautsprechersymbol einen Slider aufzurufen – eine zusätzliche Steuerwippe wäre deutlich komfortabler.

Der XFi2 spielt Filme aus WMV-, ASF- oder AVI-Containern. MPEG-4-Material (DivX/Xvid) in PAL-Auflösung mit MP3-Tonspur kann er direkt wiedergeben. Wer noch ein DivX-Archiv auf der Festplatte liegen hat, kann seine SDSchätze auch somit ohne langwierige Konvertierung übertragen. Investiert man in das optional erhältliche A/V-Kabel (20 Euro), lassen sich die Filme per Composite-Video an ein TVGerät ausgeben. Der Player blendet in diesem Fall gut bedienbare Fernbedienungssymbole auf dem Touch-Display ein.

Auch sonst hat der ZEN XFi2 einige Extras zu bieten: Einen integrierten FM-Empfänger mit automatischem Suchlauf, Sprachaufzeichnung im WAV-Format und eine Termin- und Kontaktverwaltung, die sich mit Outlook synchronisieren lässt. Der Klang über die dicht abschließenden Ohrhörer gefällt – per XFi-Funktion lässt sich der Sound noch aufpeppen.

Wer seine DivX-Bibliothek auch unterwegs genießen möchte, wird am ZEN XFi2 seine Freude haben. Als portables Mini-Kino macht der Player eine gute Figur. Seinen größten Trumpf, den maximal 32 GByte großen Flash-Speicher mit Erweiterungsoption per Speicherkarte, kann er beim derzeitigen Firmware-Stand allerdings nicht ausspielen. Die getrennte Bibliotheksverwaltung macht ihn für Besitzer großer Musiksammlungen unattraktiv.

Knackig - der VelociPaptor von WD

Es gibt unter den Festplatten nicht nur Familienkutschen, sondern auch besonders sportliche – etwa die VelociRaptor-Serie von Western Digital. Bei diesen meist in einer 3,5"-Halterung mit Kühlrippen ausgelieferten 2,5"-Festplatten rotieren die Scheiben schneller als bei Mainstream-Festplatten, wodurch die Platte beim Lesen oder Schreiben eine für 2,5"-Festplatten sehr gute mittlere Datentransferrate von knapp 100 MByte/s erreicht. Außerdem flitzen die Schreib-/Leseköpfe flotter hin und her und haben dank der kleinen Bauweise kürzere Wege – das führt zur vergleichsweise geringen mittleren Zugriffszeit von fünf Millisekunden.

Durch diese Vorteile startete unser Testsystem mit einer VelociRaptor WD3000GLFS zirka fünf Sekunden schneller als mit einer üblichen 3,3"-Festplatte. Die Western-Digital-Platten haben mit SSDs allerdings einige Nachteile gemein, denn selbst das derzeit größte Modell bietet lediglich 300 MByte Speicherplatz. Es kostet zudem fast 200 Euro – pro Gigabyte Kapazität also 67 Cent. Durch die flotten Kopfbewegungen und die hohe Drehzahl ist eine VelociRaptor zudem vergleichsweise laut.

Noch zackiger und schneller arbeiten einige der für Server oder Workstations gedachten Festplatten mit SAS-Anschluss. Die kosten jedoch abermals mehr als eine VelociRaptor; passende Adapter schlagen mit 125 Euro oder mehr zu Buche, wodurch man Preisregionen erreicht, in denen auch SSDs erhältlich sind. SAS-Platten sind für Desktop-PCs ohnehin eher ungeeignet, denn sie sind für den Einsatz in Servern und der dort anzutreffenden Software ausgelegt. Die schreibt viel häufiger Daten als gängige Anwendungen auf Desktop-PCs, wo typischerweise 70 bis 90 Prozent der Zugriffe Daten lesen. Genau darauf aber sind Notebook- und Desktop-Platten abgestimmt – einer der Gründe, weshalb eine VelociRaptor in einigen Praxis-Messungen bessere Ergebnisse erzielt als SAS-Platten, die bei Zugriffszeit und Spitzentransferrate besser abschnitten .

Weitere Tipps, wie Sie Ihren Rechner schneller machen können finden Sie im Beitrag "Platten-Power, Wie SSDs, RAID oder flotte Festplatten PCVs beschleunigen" in der Printausgabe 24/09 des c't magazins ab Seite 98. Den Beitrag erhalten Sie ab dem 23.11.2009 auch als PDF-Datei im c't-Kiosk . (Sven Hansen, Thorsten Leemhuis)

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