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Viel zu laut - Gehörschäden durch MP3-Player

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Hauptsache laut!

Um sich von anderen Bands abzuheben, fahren die Musiker die Lautstärke oft bis an die Schmerzgrenze. Laut sollte die Musik aus dem Mp3-Player auch bei drei ganz normalen Jugenldichen sein: Daniel, Sascha und Julius. Wie laut sind deren MP3-Player? Wir wollen es genau wissen und lassen die Geräte einsammeln: Unfrisierte Geräte, wie uns die Jungs versichern.

Schäden durch MP3-Player?

Mit einem Kunstkopf und genormten Testrauschen ("weißes Rauschen") lassen wir im Quali-Testinstitut in Nürnberg die maximale Lautstärke der Mp3-Player ausmessen. Das Ergebnis: 5 von 8 Gräten liegen über der EU-Norm von 100 Dezibel. Der lauteste Player erreicht sogar 107 Dezibel. Das ist doppelt so viel wie der erlaubte Maximalschalldruck.

Ins Grübeln kommen die Jungs im Gespräch mit Professor Martin Walger, Audiologe der Uni Köln. Er klärt die Jugendlichen auf, dass bei Schalldrücken um 105 bis 110 dBA schon eine halbe Stunde pro Woche ausreicht, um die empfindlichen Sinneszellen im Ohr schwer zu schädigen. Einige Sinneszellen werden so stark beeinträchtigt, dass sie sich nicht nur vorübergehend, sondern dauerhaft verabschieden.

Ohrencheck

Also ab zum Hörtest in die HNO-Klinik in Köln.Wie gut sind die Ohren der Jungs noch in Form? Antworten die Sinneszellen noch auf die Testsignale? Gibt es schon erste Schäden oder Einschränkungen bei bestimmten Tonhöhen? Die Gehörgänge von Daniel, Sascha und Julius werden von Professor Walger genau untersucht.

Das Hörvermögen unserer Jugendlichen gibt Grund zur Sorge. Auch wenn noch keiner der drei Testkandidaten schon ein Hörgerät braucht, die Ergebnisse sind ernüchternd. Die Wissenschaftler finden schon erste Anzeichen eines Hörverlustes bei den jugendlichen Musikfans!

Langsame Ertaubung

Dr. Hartmut Meister vom Jean-Uhrmacher-Institut für klinische Forschung möchte Julius zeigen, wie sich ein Hörschaden in seinem späteren Leben anhören könnte. Schon jetzt läßt sich erkennen, dass die hohen Töne nicht mehr ganz wahrnehmbar sind. Ein leichter Einbruch der Kurve bei den hohen Frequenzen ist deutlich sichtbar. Würde Julius jetzt so weiter mit seinem Mp3-Player hören wie bisher, dann kann sich das in ein paar Jahren in eine ganz massive Hörstörung umwandeln. Die ganz hohen Töne sind dann weg, der Klang ist dumpf, der Sänger kaum noch zu verstehen.

Die Demonstration im Audio-Labor zeigt Wirkung. Die drei Probanden werden den Musikgenuss nun etwas "ruhiger" angehen.

Die Sache mit dem Schalldruck

Es klingt nach gar nicht so viel: 110 dBA statt 100 – also 10 Prozent lauter? Nein. 10 dBA mehr werden vom Ohr als Verdoppelung der Lautstärke empfunden. Führt man sich vor Augen, dass bei einer normalen Besprechung Lautstärken um 60 dBA gemessen werden und die EU Richtlinie bei 100 dBA liegt, dann bekommt man einen ungefähren Eindruck, wie laut ein startender Düsenjet mit 120 dBA ins Ohr dröhnen würde. Unsere Schmerzgrenze liegt bei 130 dBA, und die Spitze eines gemessenen Impulswertes eines MP3-Players lag in unserem Test bei sagenhaften 137 dBA.

Lauter geht immer

Auch leisere Geräte bekommt man lauter. Dazu reicht es aus, den normalen Kopfhörer gegen ein leistungsfähigeres Modell auszutauschen. Eltern sollten also die Geräte ihrer Kinder genau untersuchen und sich die maximal mögliche Lautstärke einmal vorführen lassen.

Die Messwerte

Weißes Rauschen
Apple iPod 97,8 dBA
Medion MD 80433 99,5 dBaA
Creative Zen Touch 104,8 dBA
Mega Player 533 (Philips Ohrhörer) 107,2 dBA

Impulsmessung:
Creative Zen Touch 131,7 dBA
Mega Player (Philips Ohrhörer) 132,7 dBA

Autor: Wolfgang Rathgeber (WDR)/ug (gs)

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