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Was ist eigentlich? - Das c’t magazin Computer ABC - "HD+"

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Diese Woche: Was ist "HD+"?

HD+ ist ein relativ neues Verschlüsselungsverfahren, das derzeit vor allem von Privatsendern wie RTL, ProSiebenSAT1propagiert wird. Schließlich bietet dieses Verschlüsselungsverfahren die Möglichkeit, über eine sogenannte "Infrastrukturgebühr" – im Gespräch sind derzeit 50 Euro pro Jahr – zusätzliche Einnahmen zu generieren. Weitere Kosten können entstehen, weil gängige Settop-Boxen oder vorhandene Harddisk-Recorder HD+ in der Regel nicht unterstützen. Problematisch wird auch der Versuch, neben HD+ noch andere Codierungsverfahren, wie man sie etwa für das Bezahlfernsehen vom Premiere-Nachfolger Sky benötigt, zu nutzen. Derzeit (Stand: November 2009) gibt es am Markt keinen einzigen Empfänger, der sowohl für HD+ als auch für Sky zertifiziert ist.

Ein „Plus“ für ein „Minus“

Neben der Option auf zusätzlichen Einnahmen bietet HD+ aber noch viel mehr – zumindest aus Sicht der Programmanbieter. Hochaufgelöstes Fernsehen wird durch "HD"+ nämlich nicht etwa besser: Im Gegenteil, für die Zuschauer hat diese neue Verschlüsselungsvariante möglicherweise einige unangenehme Nebenwirkungen. HD+ ist die Plattform für kostenpflichtiges hochaufgelöstes Fernsehen, in das ein fein verästeltes Rechtemanagement eingebaut ist. Die Sender können dann direkt festlegen, was der Zuschauer mit der ausgestrahlten Sendung machen kann. So lässt sich etwa die Aufnahme des Programms unterbinden oder zeitversetztes Fernsehen verbieten.

Doch damit nicht genug, die Verschlüsselung von HD+ erlaubt auch feineres "Programmmanagement". So lässt sich zum Beispiel festlegen, dass ein zeitversetzter Einstieg in eine laufende Sendung (Time Shift) nur in den ersten Minuten, etwa vor dem ersten Werbeblock, möglich ist. Wer zu spät kommt, der hat dann halt Pech gehabt. Auch das Überspringen oder ein schneller Vorlauf in Werbeblöcken lässt sich per HD+ verhindern.Und selbst wenn der Sender das Aufnehmen einer Sendung gestattet, kann er festlegen, wie oft oder wie lange sich die gespeicherten Filme ansehen lassen. Aufgenommene Filme mal eben beim Nachbarn ansehen? Fehlanzeige: Mit HD+ sind die Aufnahmen an das jeweilige Aufnahmegerät gebunden.

Welche dieser theoretisch möglichen Nutzungseinschränkungen von HD+ letztlich auch in der Praxis von den Sendern genutzt werden, bleibt abzuwarten. Aktuell gibt es nur drei klare aussagen zu dem Thema: Zeitversetztes Fernsehen soll generell möglich sein, vorspulen und aufnehmen (Archivieren) soll generell unterbunden werden. (Georg Schnurer) / (gs)

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