Überzeugende Ergebnisse - Notebooks ab 400 Euro im Test
Gutes muss nicht teuer sein
Noch vor einigen Monaten galt ein 600 Euro teures Notebook als Schnäppchen, mittlerweile sind Notebooks schon für knapp über 400 Euro zu haben. Dabei handelt es sich um normale Notebooks mit 15,4-Zoll-Display, DVD-Brennern und meist vorinstalliertem Windows. Doch heißt billig auch gut?
Fujitsu Siemens Esprimo Mobile V5515
Das Esprimo von Fujitsu Siemens wirkt arg abgespeckt. Es fehlen ein FireWire-Anschluss und TV-Ausgang und sogar ein Modem. Für den mobilen Einsatz ist das Notebook nur bedingt geeignet. Nur 75 Minuten hält der Akku durch. Auch die Grafikleistung ist bescheiden. Der Grafikchip liefert die schlechtesten Ergebnisse des Testfelds. Für Spiele ist das Notebook also absolut untauglich.
Doch wer mit diesen Einschränkungen leben kann, bekommt ein leichtes, hinreichend stabiles und sogar recht elegant wirkendes Notebook mit guter Tastatur. Vor allem erhält er ein mattes, angenehm helles Display. Die getestete Version ist eines der billigsten Notebooks mit Zweikernprozessor. Deshalb ist die Rechenleistung im Gegensatz zu anderen Billig-Notenbooks vergleichsweise gut.
Das Vervollständigen der Installation nach dem ersten Einschalten nahm ungewöhnlich viel Zeit in Anspruch. Eine gute Idee: Der Anwender kann dabei auswählen, ob er die Festplatte als eine große Partition oder aufgeteilt in zwei Partitionen einstellbarer Größe nutzen möchte. Danach erwartet ihn eine erfreulich schlanke Installation, allerdings ohne DVD-Player-Software.
Lenovo 3000 N200
Das getestete Modell ist mit 120-GByte-Festplatte, Bluetooth und Fingerabdruck- Sensor gut ausgestattet – abgesehen vom mickrigen Hauptspeicher. Es ist allerdings nur noch in einem Online-Shop aufgeführt, dort für 505 Euro und mit der wenig hilfreichen Anmerkung "Gewöhnlich versandfertig in 1 bis 2 Monaten". Eine Version für 599 Euro mit 1 GByte Hauptspeicher und 2-Kern-Prozessor (Pentium Dual Core T2330) gibt es aber noch bei vielen Händlern.
Das Gehäuse wirkt etwas knarzig, auch die Tastatur klingt klapprig; der eigentlich recht angenehme Anschlag erzeugt aufgrund des ungleichmäßigen Geräuschs ein seltsam unrhythmisches Schreibgefühl. Separate Tasten für Pos1 und Ende fehlen. Das Display spiegelt und zeigt Farben nur über einen sehr engen Blickwinkelbereich gleichmäßig an. Immerhin ist es angenehm hell und lässt sich bei Sonnenlicht im Schatten gut ablesen.
Gut ist die Laufzeit im mobilen Einsatz. Der Akku liefert fast 200 Minuten Strom. Trotz der niedrigen Leistungsaufnahme springt der Lüfter manchmal kurz an, bleibt dabei aber leise. Die Vorinstallation mit Backup-Tool und einer Sicherheitsanwendung für den – im Billigsegment einzigartigen – Fingerabdruck-Scanner bremst Windows Vista aufgrund der mageren Hauptspeicherausstattung deutlich aus. Die Fingerabdruck-Software startet bei jedem Hochfahren, auch wenn sie eigentlich abgeschaltet ist. Sie irritiert den Anwender zudem mit Übersetzungen wie "Einfuhr/Ausfuhr", dem Hinweis "Bitte schlagen Sie Ihren Finger auf den Sensor drein" und der Aufforderung zum "Austreten".
Zepto ZNote 3215W
Das dänische IT-Unternehmen Zepto wirbt hierzulande mit Deutschlands günstigstem Notebook: Für 397 Euro (inkl. Versand) bekommt man das ZNote 3215W ohne Betriebssystem, mit Celeron 540, 1 GByte RAM, 80 GByte Festplatte und CD/DVD-Laufwerk. Zepto gestattet es dem potenziellen Käufer, sich auf der übersichtlich gestalteten Website mit wenigen Mausklicks sein ZNote selbst zusammenzustellen. Wir bestellten zur Grundkonfiguration ein Vista Home Basic dazu, wählten einen besseren Akku, weil der nur 17 Euro mehr kostet, nahmen eine bessere WLAN-Karte, einen DVD- statt CD-Brenner und kamen inklusive Versand auf 549 Euro. Wegen des großen Akkus hält das Notebook im mobilen Betrieb passable 4,5 Stunden durch, beim Abspielen einer Video-DVD immer noch 2,6 Stunden. Der Lüfter bleibt meistens aus und dreht unter hoher Rechenlast erfreulich leise. Das ZNote lädt zügig, schon nach einer Stunde Ladezeit im Betrieb überbrückt der Akku bereits wieder knapp zwei Stunden. Das komplett in mattem Schwarz gehaltene Gerät wirkt stabil und hat abgerundete Ecken. Es knarzt beim Hochheben zwar verdächtig, das Geräusch stammt aber von einer Metallfolie mit kleinen Andruckfederchen und ist harmlos. Leider rastet der Deckel nicht ein, sondern liegt nur auf dem Gehäuse auf. Die Tastatur ist gut.
Das glatte, spiegelnde 15,4-Zoll-Display zeigt Farben und Graustufen nur mäßig gut an. Allerdings ist es angenehm hell und auch für schattige Außenplätze geeignet. Lediglich unter praller Sonne erkennt man nichts mehr. Weniger gut ist der Blickbereich. Schon bei leicht schrägem Blick von oben oder unten wird das Bild unansehnlich.
Eine SD Card ragt leider aus dem Schacht raus, und das interne Mikrofon ist unbrauchbar. Von diesen kleinen Schwächen abgesehen macht das günstige ZNote 3215 in vielen Konfigurationen eine gute Figur.
Quelle: c't magazin, Ausgabe 25/07, S. 130, "c't Sparfüchse unterwegs – Murks oder sinnvoll abgespeckt: Notebooks um 500 Euro" von Jürgen Rink und Jörg Wirtgen.
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