Downloads hin, Streaming her: Das Radio hält sich wacker

Nach wie vor schalten die meisten Menschen in Deutschland regelmäßig und stundenlang das Radio ein, wenn sie Musik hören oder sich informieren wollen.

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Von
  • Jürgen Kuri

Radiohören? Nicht wirklich "old fashioned".

Das Radio behauptet sich auch weiterhin gegen konkurrierende Medien und Kanäle wie das Internet und Smartphones, Tablet-Computer und Fernsehen. Nach wie vor etwa schalten vier von fünf Menschen (79,4 Prozent) in der deutschsprachigen Bevölkerung ab zehn Jahren an Werktagen das Radio ein. Das sind täglich etwa 58 Millionen Hörer. Durchschnittlich bleibt jeder Mensch in Deutschland 198 Minuten mit dabei (2012: 199 Minuten), wie die Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse (agma) mitteilte. Sie misst zweimal im Jahr die Radionutzung in Deutschland.

"Die Menschen in Deutschland sind trotz des medialen Wandels extrem treue Radiohörer", sagte agma-Vorstand Radio Dieter K. Müller. Das Radio bleibe als Werbeträger eine Konstante im sich verändernden Medienmarkt. Details zu den Reichweiten von mehr als 100 Radiosendern veröffentlicht die agma am 16. Juli. Männer hören laut der Analyse werktags im Schnitt länger Radio als Frauen (209/187 Minuten), an Sonntagen dagegen schalten die Frauen im Durchschnitt länger ein (140/153). Nimmt man die Nicht-Hörer aus dieser Rechnung heraus, so lässt ein Radionutzer sein Gerät sogar mehr als vier Stunden angeschaltet (249 Minuten), an Wochenenden ist die Nutzung etwas kürzer.

Die stärksten Radiohörer finden sich nach wie vor in der Altersgruppe der 30- bis 59-Jährigen (227 Minuten), bei den Rentnern sind es 194 Minuten und bei den 10 bis 29 Jahre alten Menschen in Deutschland liegt die sogenannte Hördauer im Schnitt bei 141 Minuten. Ebenfalls weitgehend konstant: Berufstätige drehen ihr Radio länger auf als Menschen ohne Arbeit (229/182). Am beliebtesten ist das Radio laut ma-Studie werktags zwischen 07.00 und 08.00 Uhr morgens.

Die agma, ein Zusammenschluss von Unternehmen aus Medien- und Werbewirtschaft, befragt für die Erhebung fast 67-000 deutschsprachige Menschen ab zehn Jahren nach ihrer Radionutzung; dabei wird die Nutzung von mehr als 100 Radiosendern erhoben. Die Ergebnisse sind wichtig, um die Werbepreise der einzelnen Stationen zu ermitteln. Die agma untersucht bei der Analyse klassische Radiosender in Deutschland, spezielle Internet-Radios wie etwa byte.fm oder detektor.fm werden bislang nicht erfasst. Die Verbreitungswege der Radiosender, etwa klassischer Broadcast oder Web-Streaming, werden in den telefonischen Hörer-Interviews zwar abgefragt, aber in der Analyse nicht weiter ausgewiesen. Ab 2014 will die agma, wie sie jüngst ausführte, aber auch eine Analyse der Webradios veröffentlichen. (mit Material von dpa) / (jk)