Besiedlung des Mars: Aktiengesellschaft Mars One bankrott, Stiftung will nicht aufgeben

Bild: Mars One

Mars One wollte eigentlich Kolonisten ohne Rückflugticket zum Mars schicken. Nun hat die Realität die Macher eingeholt.

Die Aktiengesellschaft Mars One Ventures, die eigentlich das Kapital für das umstrittene Projekt Mars One zur Besiedlung des Roten Planeten aufbringen sollte, ist bankrott. Das hat die gemeinnützige Stiftung namens Mars One Foundation eingestanden, nachdem die Pleite im Handelsregister der Stadt Basel entdeckt worden war.

Die Stiftung besteht aber darauf, dass das Projekt damit nicht am Ende angelangt sei. Man arbeite mit einem Investor an einer Lösung und sei vom Ende der Mars One Ventures AG finanziell nicht betroffen.

Viel Kritik an den Plänen

Mars One hatte das Ziel einer bemannten Reise zum Mars ohne Rückflug-Ticket verfolgt und angesichts der Details der Pläne viel Kritik auf sich gezogen. Auf dem Roten Planeten sollte eine dauerhaft bewohnbare Siedlung errichtet werden; dafür waren sogar bereits Astronauten ausgewählt worden. Beworben hatten sich angeblich 200.000 Menschen, es waren aber doch nur 2800, wie sich später herausstellte. Außerdem wurden die Finalisten dann je nach Umfang ihrer finanziellen Unterstützung sortiert, nicht nach ihrer Eignung. Der anvisierte Start des Marsflugs hatte sich derweil von 2022 auf 2026 und schließlich 2032 verschoben.

Mars One

Planskizze für das Camp auf dem Mars.
In simulierten Unterkünften auf der Erde sollen die Auserwählten trainieren. Den Standort dafür hat Mars One noch nicht festgelegt.

2018 soll eine "Demonstration Mission" auf dem Mars landen und im Orbit ein Kommunikationssatellit platziert werden.
Für 2020 plant Mars One eine Rover-Mission. Mit ihr soll der beste Standort für die künftige Station herausgefunden werden.
Ab 2022 sollen Fracht- und Wohnmodule auf dem Mars landen.
Bis 2023 sollen es sechs Module werden.
2024 soll das erste vierköpfige Team starten…
…und im Jahr darauf auf dem Mars landen.
Die Station wird erweitert, bevor 2026 das zweite Team zum Mars startet.

Wie das Geld für die Mission zusammenkommen sollte, war auch immer zweifelhaft. So planten die Macher mit Kosten von sechs Milliarden US-Dollar, was von Experten als viel zu wenig bezeichnet wurde.

Zuerst war geplant, die Summe über Fernsehübertragungsrechte einzusammeln, das scheiterte aber – sowieso wäre das Geld auf diesem Weg erst zum Start zusammengekommen, viel zu spät, um die Vorbereitungen zu finanzieren. Dann war die Aktiengesellschaft Mars One Ventures ins Leben gerufen worden, um bis zu zehn Millionen Euro zu bekommen. Diese Aktiengesellschaft ist nun pleite.

Technische Fragen nicht geklärt

Auch mit den technischen Details der geplanten Mission war es den Machern nie gelungen, die Kritiker zu überzeugen. Schon 2014 hatten Forscher des MIT (Massachusetts Institute of Technology) ermittelt, dass dem beschriebenen Projekt ein tragisches Ende drohen würde.

Lange vor ihrer Ankunft am Mars würden die Astronauten demnach ersticken; mit derzeit verfügbarer Technik ließe sich die dafür verantwortlichen Probleme auch nicht lösen. Hinzu kamen ethische Fragen angesichts der Pläne, die Kolonisten ohne Rückflugmöglichkeit zum Mars zu schicken. (mho)

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