Upload-Filter: Flickr und Pixsy bekämpfen "Bilderdiebstahl im Netz"

Flickr kooperiert mit Pixsy, um Fotos besser zu schützen. (Bild: Flickr)

Flickr kooperiert mit Pixsy, um gegen Urheberrechtsverletzungen vorzugehen. Ein neuer Service prüft dazu in Echtzeit die Verbreitung von Bildern im Netz.

Die Foto-Plattform Flickr kooperiert mit dem Startup Pixsy, um künftig härter gegen Urheberrechtsverletzungen vorzugehen. Pixsy hat eine automatisierte und KI-gestützte Bilderprüfung entwickelt, die die Verbreitung von Bildern "in Echtzeit scannt". Es handelt sich dabei quasi um eine umgekehrte Bildersuche, die "rund um die Uhr" arbeitet, damit Flickr-Fotografen die Kontrolle über ihre Inhalte behalten. Sie bekommen von Pixsy einen Hinweis, wenn der Service eine Verletzung ihrer Bildrechte entdeckt. Die Nutzer können dann die Rechtshilfe von Pixsy in Anspruch nehmen, um etwa eine Abmahnung zu verschicken.

EU-Urheberrechtsreform und Artikel 13/17

Flickr machte die Kooperation bekannt, nachdem die EU-Urheberrechtsreform beschlossen wurde. Onlineplattformen (wie Flickr) sind künftig für durch User hochgeladene Rechtsverstöße selbst verantwortlich. Kritiker befürchten, dass dadurch das Netz "kaputt gefiltert" wird, etwa durch Upload-Filter, die automatisiert Inhalte prüfen und sperren. Viele Fotografen begrüßen das jedoch, denn sie sehen sich oftmals mit dem Diebstahl ihrer Werke konfrontiert. Das sei "traurige Realität in der Online-Welt und eine große Sache für Fotografen, die von ihrer Arbeit leben wollen", erklärte Flickr in seinem Blog. Um die Fotografen besser zu unterstützen, arbeitet die Plattform nun mit Pixsy zusammen.

Pixsy bietet Rechtsbeistand

Pixsy-Chef Kain Jones erklärt: "Wir verwenden modernste Technologie, um den Diebstahl von Bildern aufzudecken und zu bekämpfen." Die neue Bildüberprüfung steht allen zahlenden Flickr-Pro-Mitgliedern zur Verfügung; sie können bis zu 1000 Bilder durch Pixsy überwachen lassen und 10 DMCA-Takedowns verschicken. Dazu muss der Flickr.Account zuvor mit dem Überwachungsdienst verknüpft werden. Der Urheber wird anschließend bei jeder entdeckten Verletzung seiner Bildrechte informiert.

Über den Dienst lassen sich dann auch gleich juristische Schritte einleiten, denn Fotografen bekommen Zugang zu einem Rechtsservice, der etwa Schadensersatz gelten macht. Pixsy arbeitet mit einem weltweiten Netzwerk von Anwaltskanzleien zusammen, die nur im Falle eines Prozessgewinns ein Honorar erhalten. Flickr-Nutzer können ihre Fotos auf Wunsch auch in das US-Urheberrechtsregister eintragen lassen, damit automatische Rechtsaufforderungen zur Entfernung von Verstößen verschickt werden.

Pixsy gibt es seit 2014 und hat seitdem nach eigenen Angaben mehr als 40.000 Fotografen, Illustratoren und Künstlern geholfen, mehr als 70.000 Urheberrechtsverletzungen aufzudecken und zu bearbeiten. Der Dienst überwacht jeden Tag 35 Millionen Bilder für 35.000 Kunden. Wie viele False Positives (fälschlich als nicht lizenziert und illegal verbreitet erkannte Bilder ) bei Pixsy vorkommen, darüber machten die Firmen keine Angaben. (dbe)

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