Wegen Datenskandal: Facebook sagt Präsentation von smartem Lautsprecher ab

Bild: dpa, Armin Weigel

Facebook hat die Präsentation eines eigenen smarten Lautsprechers verschoben, berichtet Bloomberg. Im Zusammenhang mit dem aktuellen Datenskandal wäre das Gerät bei Verbrauchern wohl auf wenig Vertrauen gestoßen.

Facebook hat die Vorstellung eines eigenen smarten Lautsprechers vorerst abgesagt. Das berichtet Bloomberg unter Berufung auf nicht näher genannte Personen, die mit dem Prozess vertraut sein sollen. Der Lautsprecher sollte demnach im Rahmen der Entwicklerkonferenz F8 im Mai angekündigt werden und im Herbst auf den Markt kommen. Die Veröffentlichung sei immer noch für dieses Jahr geplant, schreibt Bloomberg. Facebook hat den Bericht nicht kommentiert.

Portal ins Wohnzimmer

Facebooks smarter Lautsprecher heißt wohl "Portal" und wird einen Bildschirm haben – so tuschelt es zumindest seit einigen Monaten aus der Gerüchteküche. Vor dem Hintergrund des aktuellen Datenskandals um Facebook und Cambridge Analytica ist das eine denkbar ungünstige Kombination: Mit einem solchen Gerät, das offenbar nach dem Vorbild des Echo Show funktionieren würde, würden Käufer sich Mikrofone und eine Kamera ins Wohnzimmer holen.

Das würde bei Verbrauchern im Moment wohl auf wenig Vertrauen stoßen, fürchtet Facebook laut Bloomberg. Das Analyse-Unternehmen Cambridge Analytica konnte sich über eine App unerlaubt Zugriff zu Daten von mehr als 50 Millionen Facebook-Profilen verschaffen. Facebook erfuhr davon bereits 2015, sah allerdings keinen weiteren Handlungsbedarf.

Schon bei früheren Studien habe Facebook bemerkt, dass Nutzer einem Facebook-Gerät im Wohnzimmer mit Skepsis gegenübertreten würden. Dieses Misstrauen dürfte wegen der aktuellen Enthüllungen noch weiter gestiegen sein. Die Furcht vor negativer Berichterstattung dürfte bei der Entscheidung allerdings eine mindestens genauso große Rolle spielen – immerhin strebt das soziale Netzwerk nach wie vor an, den smarten Lautsprecher noch in diesem Jahr zu veröffentlichen Offenbar hofft das Unternehmen, dass sich die Gemüter bis dahin beruhigt haben.

tipps+tricks zum Thema:

(dahe)

38 Kommentare

Weitere News zum Thema

Facebook-Datenskandal: US-Handelsbehörde FTC bestätigt Ermittlungen Facebook-Datenskandal: Kommissarisch amtierender Chef von Cambridge Analytica gibt Posten auf Facebook weiß nicht, welche Daten Cambridge Analytica besitzt
Nach oben ↑