PUR

BlackBerry: Support vieler Geräte wird in Kürze eingestellt

Am 4. Januar 2022 ist es nun so weit: Der Support für einen großen Teil der BlackBerry-Geräte wird eingestellt.

Von Markus Will

Die verbliebenen BlackBerry-Fans werden diesen Termin nicht herbeisehnen: Am 4. Januar 2022 stellt der kanadische Hersteller Blackberry Limited (früher: RIM) den Support für einen Großteil seiner Geräte ein.

Betroffen sind davon BlackBerry-Geräte mit OS 7.1 und früher, BlackBerry 10 sowie BlackBerry PlayBook OS 2.1 und früher. Mit der beendeten Provisionierung fehlt den Systemen somit die notwendige Bereitstellung von Diensten. Das hat zur Folge, dass die Geräte kaum noch funktionieren werden. Laut der 2020 erstmals veröffentlichten Ankündigung können davon sogar Notrufe betroffen sein. Dabei gab BlackBerry an, dass sie im Sinne ihrer Kunden bereits den Support verlängerten und sich so für die Treue bedanken wollten.

BlackBerry war bis 2010 herum das wichtigste Business-Smartphone. Im Firmenumfeld wurden die BlackBerry-Geräte für ihre Sicherheit, ihre umfangreichen Businessfunktionen sowie die physische Tastatur geschätzt.

Vom Erfolg des iPhone überrumpelt

Wie Nokia und Microsoft unterschätzten auch die Macher des BlackBerry den neuen Konkurrenten Apple und sein iPhone. Konnte BlackBerry im Firmenumfeld und insbesondere auf dem US-amerikanischen Markt bis 2009 beträchtlich wachsen, setzte danach ein enormer Abwärtstrend zugunsten des iPhones ein.

Zum einen, weil iPhones ab iOS 2 nun auch ehemals BlackBerry-exklusive Dienste konnten: Der Konkurrent aus Cupertino bot inzwischen Push-Services, Optionen für Administratoren sowie CalDAV- und LDAP-Unterstützung. Zum anderen lockte Apple im Firmenumfeld mit großzügigen Rabatten. Der allgemeine Trend zum Touchscreen-Smartphone tat sein Übriges.

Trotz sinkender Verkäufe glaubte man, die professionelle Kundschaft würde die physische Tastatur und die Sicherheitsfunktionen schätzen. Erst 2011 reagierte Blackberry auf die sinkenden Marktanteile mit dem BBX-Betriebssystem, nach rechtlichen Streitigkeiten in BlackBerry 10 umbenannt. Eine hakelige Bedienung brachte nicht den erhofften Verkaufserfolg.

2015 brachte BlackBerry das erste androidbasierte BlackBerry-Smartphone heraus. Man warb mit schnellen Updates und einem großen Wert auf Sicherheitsfunktionen. Allerdings waren die Geräte sehr teuer. Daher konnten sie den Sturz in die Bedeutungslosigkeit auch nicht mehr stoppen.

Und jetzt müssen sich die letzten Enthusiasten damit anfreunden, dass ihre Geräte in Kürze nicht mehr einwandfrei funktionieren.

(mawi)