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Deutsche Telekom: Bis 2030 alles nur noch FTTH

Der Bonner Konzern nimmt ein reines Glasfasernetz in den Fokus und weitet seine Kooperationen aus. Wettbewerber Vodafone dürfte den Druck spüren.

Von Volker Briegleb

Die Deutsche Telekom will beim Ausbau ihres Glasfasernetzes mehr Tempo machen. Bis Ende 2024 sollen schnelle Internetverbindungen mit Gigabit-Speed in etwa 10 Millionen Haushalten möglich sein, teilte der Bonner Konzern am Freitag in Bonn mit. Derzeit seien Glasfaseranschlüsse in 2,2 Millionen Haushalten verfügbar. 2021 sollen 1,2 Millionen hinzukommen, Tendenz steigend in den kommenden Jahren. "Wir fahren unsere Maschinerie weiter hoch", sagte Telekom-Chef Tim Höttges.

Dafür muss der Konzern tief in die Tasche greifen, bis 2024 sollen die Glasfaser-Investitionen in Deutschland von derzeit bis zu zwei Milliarden Euro pro Jahr auf bis zu 2,5 Milliarden Euro steigen. In dem Investitionsbudget ist noch Super-Vectoring inbegriffen. Künftig will die Telekom dann nur noch auf Glasfaser bis in die Wohnung (FTTH) oder zumindest bis in den Keller (FTTB) setzen.

Bis 2030 alles FTTH

Auf lange Sicht verfolgen die Bonner das Ziel, dass bis 2030 alle Haushalte in Deutschland mit Glasfaser versorgt werden können – ob die Verbraucher dies nutzen und Verträge abschließen, ist ihre Sache. Die Komplettabdeckung will die Telekom nicht allein stemmen, sondern zusammen mit Wettbewerbern. Hierfür übt sich der Bonner Konzern zunehmend im Schulterschluss mit anderen Firmen.

Inzwischen hat die Telekom zahlreiche Kooperationen mit anderen Unternehmen geschmiedet. Zusammen mit EWE Tel haben die Bonner das Joint-Venture Glasfaser Nordwest aufs Gleis gesetzt. In Nordrhein-Westfalen kooperiert die Telekom mit der Deutschen Glasfaser. Darüber hinaus arbeitet der Ex-Monopolist mit regionalen Netzbetreibern zusammen. So hat die Telekom jüngst ihre Kooperation mit dem Kölner Anbieter Netcologne verlängert und erweitert.

Kooperation in Glas

Die zwei Unternehmen haben ihre bestehende Vereinbarung am Donnerstag um weitere zehn Jahre verlängert und dabei auf Glasfaser ausgedehnt. Damit gewähren sich die Partner gegenseitig Zugang zu ihren Netzen , sodass sie wechselseitig FTTH-Anschlüsse auf der Infrastruktur des Partners anbieten können. Insgesamt umfasst die Kooperation rund zwei Millionen Haushalte in der Region um Köln und Aachen.

Viele der zehn Millionen Haushalte, die die Telekom bis 2024 zusätzlich ans Glasfasernetz bringen will, dürften allerdings auch schon Zugang zu einem anderen Gigabit-Netz haben – etwa von Vodafone oder anderen Anbietern. "Wir werden uns Gebiete angucken, wo wir niedrige Marktanteile haben", sagte Höttges. In manchen Gegenden sei man nur die Nummer 3 – dort gedenke man zu investieren. Man wolle "Marktanteile aus den Metropolen rausholen". Auf dem Land werde man dort ausbauen, wo man die dort übliche staatliche Förderung bekomme (mit Material der dpa).

(vbr)