ADAC-Antriebsvergleich

Weiße Weste?

Das ADAC überprüft im Technik Zentrum Landsberg viele massenrelevante Autos im EcoTest. Dabei wird in drei Zyklen gefahren, und die Emissionen der Vorkette des Kraftstoffs fließen mit ein. Über das Ergebnis werden Kenner nur mit den Schultern zucken: CNG-Antriebe und Batterie-elektrische Autos sind am saubersten

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Landsberg, 24. August 2015 – Wer Auto fährt, produziert Abgase. An dieser Einsicht führt kein Weg vorbei. Mit welchem Konzept aber belastet der Halter die Umwelt am wenigsten? Diese Frage beantwortet das ADAC Technik Zentrum durch den EcoTest. Ein neuer Vergleich der Antriebssysteme ergibt: Die Vorstellung, dass ein Konzept durchweg sauber und rein, ein anderes dagegen nur schmutzig ist, hält der Wirklichkeit nicht Stand. Trotzdem können sich das Batterie-elektrische und das mit CNG (Compressed Natural Gas, also Erdgas) betriebene Auto an die Spitze setzen. Sie verursachen bei Mensch und Natur die geringsten Schäden. Der klassische Ottomotor fällt zurück, und auch der Plug-In-Hybrid kann in der Wertung des ADAC nicht überzeugen.

Basis des aktuellen Kurzberichts ist der EcoTest des ADAC. Dem Automobilclub gehören mehr als 18 Millionen Mitglieder an. Der Verein musste viel berechtigte Kritik einstecken. Den Schatten, die im annus horribilis 2014 offenbar wurden, steht mit dem EcoTest ein Licht gegenüber: Es gibt in Deutschland keine andere regelmäßig durchgeführte Untersuchung, die so transparent, nachvollziehbar und umfassend das Abgasverhalten der Autos beleuchtet. Zu den Details des EcoTests später mehr – erst zum Volkswagen Golf. Die Vielfalt der angebotenen Antriebssysteme macht den Bestseller zum repräsentativen Beispiel für das Vergleichsergebnis.

Am besten schneidet der Golf TGI mit Erdgasmotor ab. Er erreicht 100 Punkte im EcoTest, dicht gefolgt vom e-Golf mit 99 Punkten. Die Sparversion des TDI mit dem Beinamen BlueMotion erzielt 91 Punkte, danach kommen der Plug-In-Hybrid GTE mit 85 und der besonders häufig verkaufte 1.2 TSI mit 82 Punkten.

Ein ähnliches Ranking ergibt sich bei anderen vom ADAC untersuchten Fahrzeugtypen, für die mehrere, wenn auch nicht ganz so viele Varianten wie im VW Golf am Markt sind. Bei der Mercedes B-Klasse etwa sind ebenfalls Strom- und Erdgasvariante vorne, allerdings hier mit leichtem Vorsprung für den electric drive. Und bei der E-Klasse gilt: CNG vor Diesel vor Benziner.