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Audi e-tron: Technik-Update

Audi kündigt ein Update für seine e-tron Modelle an. Das bedeutet wahlweise ein Plus oder ein Minus an Reichweite. Aber auch finanziell ergibt sich ein Unterschied, weil sich die neuen Varianten für den deutschen Umweltbonus qualifizieren

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  • Florian Pillau
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Audi kündigt ein Update für seine e-tron Modelle an. Das bedeutet wahlweise ein Plus oder ein Minus an Reichweite. Aber auch finanziell ergibt sich ein Unterschied, weil sich die neuen Varianten für den deutschen Umweltbonus qualifizieren.

Alle Varianten des e-tron 55 quattro SUV fahren nun rund 25 Kilometer weiter. Gleichzeitig erscheint mit dem e-tron 50 quattro eine neue e-tron-Modellvariante mit einer kleineren Batterie von brutto 71 kWh, was einen Aktionsradius von bis zu 347 Kilometern ermöglichen soll.

Der Audi e-tron 55 quattro (Test) mit 300 kW Leistung und 664 Nm Drehmoment soll durch Änderungen an Soft- und vor allem Hardware mit einer Ladung seiner unverändert 95 kWh brutto fassenden Batterie nun im WLTP bis zu 436 Kilometer weit fahren, das entspricht einer Reichweitenverbesserung um rund 25 Kilometer. Wie fast immer erreichen die Entwickler die Verbesserung durch eine Kombination von Einzelmaßnahmen.

Reibung verringern

So ziehen in ihrer Konstruktion geänderte Bremssättel die Bremskolben und Bremsklötze nun ein Stück weiter von der Scheibe weg, was das sogenannte Restbremsmoment verringern soll. Eine Maßnahme, die schon durch eine Änderung an den Dichtungsringen der Bremskolben oder eine Modifikation der Nut im Bremszylinder erreicht werden kann, wenn man Glück hat. Wenn man jedoch den Kolben im Sattel weiter zurückzieht, verlängern sich normalerweise Pedal- und Anhalteweg. Dank Audi Breaking Guard spannt aber eine Hilfspumpe das Bremssystem schon hydraulisch vor, sobald der Fahrer das Pedal nur berührt (sog. "Vorbefüllen" im Ingenieursjargon).

Die Kühlung von Batterie und Leistungselektronik mit ihren vier separaten Kreisläufen wurde effizienter gestaltet. Dadurch muss die Kühlmittelpumpe geringere Mengen an Kühlmittel umwälzen, was wiederum weniger Strom verbraucht.

Mitläufer ausschalten

Strom soll auch im Antriebssystem durch eine geänderte Steuerung gespart werden. So fährt der e-tron normalerweise mit Heckantrieb. Der vordere Elektromotor soll nun „nahezu vollständig abgekoppelt“ und stromlos geschaltet werden können. Audi sagt dazu: „Das stromlose Mitlaufen ohne elektrische Schleppverluste, der große Konzeptvorteil des Asynchronmotors, kommt somit noch besser zur Wirkung.“ Das ist nicht unbedingt selbsterklärend, denn einen Motor „abkoppeln“ steht im logischen Widerspruch zu „stromlos mitlaufen lassen“. Aber auch ein „nahezu vollständig“ ist im Zusammenhang mit „abgekoppelt“ zumindest erklärungsbedürftig.