BMW erneut unter Verdacht der Abgasmanipulation

BMW steht laut einem Bericht unter Verdacht der Abgasmanipulation in Autos der 5er- und 7er-Reihe mit Sechszylindermotorisierungen. Ein Konzernsprecher teilte mit, die 11.700 betroffenen Fahrzeuge seien vor vier Jahren irrtümlich mit einer falschen Software zur Motorsteuerung ausgerüstet worden

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BMW 7er
Von
  • Florian Pillau

BMW steht laut einem Bericht unter Verdacht der Abgasmanipulation in Autos der 5er- und 7er-Reihe mit Sechszylinder-Motorisierungen. Ein Konzernsprecher teilte mit, die 11.700 betroffenen Fahrzeuge seien vor vier Jahren irrtümlich mit einer falschen Software zur Motorsteuerung ausgerüstet worden. Man habe den Irrtum bei internen Tests festgestellt und umgehend das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) darüber informiert.

Der 7er nach der Modellpflege 2012

(Bild: BMW)

Zuvor hatte am Freitag, den 23. Februar 2018, das Nachrichtenmagazin Spiegel berichtet, dass die Ungereimtheit an der Steuerung dem KBA bei einer Stichprobenkontrolle aufgefallen sei. Die Behörde kauft dazu bereits zugelassene Autos bei Händlern. Als die geplante Probe beim Autohersteller bekannt geworden sei, „wollte BMW vor der Prüfung unbedingt einen Service an dem Wagen vornehmen“. So zitiert der Spiegel einen Beamter aus Behördenkreisen.

Laut BMW seien die Motorsteuerungen, mit denen die Autos zum Serienanlauf 2012 ausgeliefert wurden, erst später mit dem falschen Code im Zuge eines Updates bespielt worden. BMW will die betroffenen Fahrzeuge im Rahmen eines Rückrufs wieder zurückrüsten. Die Zustimmung zu diesem Verfahren liegt nun in Händen des KBA. Sollte die falsche Software allerdings als ein illegaler Versuch der Abgasmanipulation eingestuft werden, würde nach Volkswagen mit seinen Marken Porsche und Audi sowie Daimler gegen einen weiteren deutschen Autohersteller ermittelt.

Erst im Dezember hatte die Deutsche Umwelthilfe behauptet, dass BMW Modelle der 3er-Reihe mit manipulativer Abgassteuerung ausrüstet. Diesen Vorwurf hat die Behörde entkräftet. (fpi)