Berlin-München: Nächste Etappe für neue ICE-Strecke

Die Baumaschinen auf der neuen Bahn-Strecke zwischen Nürnberg und Berlin rücken wieder einen Schritt weiter gen Norden: Am Freitag ist der offizielle Baubeginn für den Ausbau des Abschnitts Forchheim in Oberfranken

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(Bild: Deutsche Bahn AG / Claus Weber)

Von
  • Martin Franz

Ab Ende 2017 soll die Fahrzeit zwischen Berlin und München nur noch vier Stunden betragen. Das schafft kein Fernbus.

(Bild: Deutsche Bahn AG / Claus Weber)

Die Baumaschinen auf der neuen Bahn-Strecke zwischen Nürnberg und Berlin rücken wieder einen Schritt weiter gen Norden: Am Freitag (22. April) ist der offizielle Baubeginn für den Ausbau des Abschnitts Forchheim in Oberfranken. Ein weiterer, kleiner Teil des großen „Verkehrsprojekts Deutsche Einheit Nummer 8“. Ende kommenden Jahres soll man in vier Stunden statt wie bisher in sechs von München nach Berlin reisen können. Die Arbeiten sollen dann in großen Teilen abgeschlossen sein. „Die Strecke ist dann ja da“, sagte ein Sprecher der Bahn. Er fügte aber zugleich hinzu: „Wir bauen natürlich nach 2017 auch noch weiter.“

Nördlich von Bamberg ist es jedenfalls für Bahnreisende derzeit ziemlich vertrackt. Dem Konzern zufolge liegt dort die größte Bahn-Baustelle der Republik: Die Ausbaustrecke wird mit der neu gebauten Strecke verknüpft. Zwischen Hallstadt und Lichtenfels ist der Zugverkehr deshalb seit Januar unterbrochen; ein Zustand, der bis September andauern soll. „Da sind wir gut im Zeitplan“, sagte der Sprecher. „Man kann da nur mitfiebern – aber was wir bis jetzt gemacht haben wollten, haben wir gemacht.“

Kompliziert ist ohnehin das gesamte Projekt: Statt zwei Gleisen sollen künftig vier Gleise die Züge zwischen Nürnberg und Berlin führen. Auf zehn Milliarden Euro schätzt die Bahn die Gesamtkosten des Projekts, das sie auch die „längste Baustelle Deutschlands“ mit mehr als 500 Kilometern Streckenlänge nennt. Die knapp 14 Kilometer lange Etappe, die in Forchheim nun erweitert wird, soll auf zwei Gleisen eine Geschwindigkeit von bis zu 230 km/h erlauben. Die beiden anderen Gleise sind für 160 Kilometer pro Stunde ausgelegt und sollen weiter für den Regional- und S-Bahn-Verkehr genutzt werden.

Kritik an der neuen Strecke gibt es vom Bund Naturschutz: Für Bahnkunden und für die Umwelt hätte ein Ausbau bestehender Verbindungen größere Vorteile zu erheblich geringeren Kosten bedeutet. Die nun verwirklichte Trassenführung sei nichts weiter als ein Prestigeprojekt für die Bauindustrie, hieß es von dem Verband. Auch Bürger melden sich mit Kritik zu Wort. Sie fürchten Lärm - oder eine Verschandelung durch nötige Lärmschutzwände.

(dpa)