zurück zum Artikel

Daimler: Keine neuen Verbrennungsmotoren geplant

Kurzmeldungen
Mercedes OM654

(Bild: Mercedes)

Daimler hat im Branchenumschwung hin zu Elektroantrieben derzeit keine Pläne für die Neuentwicklung weiterer Verbrennungsmotoren. „Natürlich liegt der Hauptfokus jetzt auf Elektrifizierung, elektrischen Antrieben, Batterieentwicklung“, sagte Daimler-Entwicklungsvorstand Schäfer

Mercedes OM654
Mercedes schichtet Entwicklungskapazitäten um. Neue Verbrennungsmotoren sind derzeit nicht geplant. im Bild: Dieselmotor OM654, wie er z.B. im C 220d [1] eingebaut wird
(Bild: Daimler)

Daimler hat im Branchenumschwung hin zu Elektroantrieben derzeit keine Pläne für die Neuentwicklung weiterer Verbrennungsmotoren. „Natürlich liegt der Hauptfokus jetzt auf Elektrifizierung, elektrischen Antrieben, Batterieentwicklung“, sagte Daimler-Entwicklungsvorstand Markus Schäfer auf der IAA [2] in Frankfurt.

„Wir shiften auch Kapazitäten von der klassischen Motorenentwicklung, Getriebeentwicklung hin zu den Abteilungen, die Batterietechnologie machen, die Leistungselektronik machen, die elektrische Antriebe machen.“ Das Budget für Forschungs- und Entwicklung werde der Konzern auch weiter auf einem hohen Niveau halten.

Aktuell rolle der Konzern noch die jüngst entwickelte Generation an Verbrennungsmotoren in seinen Modellen aus – diese könnte aber auch die letzte sein. „Momentan gibt es keinen Plan für eine Neuentwicklung“, sagte Schäfer. Er könne allerdings nicht ausschließen, dass Daimler künftig noch einmal an neuen Verbrennungsmotoren arbeiten werde.

Daimler will 2039 in der Produktion und in der Neuwagenflotte CO2-neutral arbeiten. Ein Schritt dahin ist laut Schäfer auch, dass die Stuttgarter auch Batteriezellen aus der vom US-chinesischen Konzern Farasis in Bitterfeld geplanten Zellfabrik [3] beziehen werde – diese sei von Anfang an auf CO2-neutrale Herstellung ausgerichtet.

Um die Elektrofahrzeuge des Konzerns zum Erfolg zu machen, will Daimler auch ungewöhnliche Wege gehen und etwa die Autofahrer spielerisch zu einer effizienten Fahrweise bringen. Dazu könnten Elemente aus der Spielewelt in die grafischen Benutzeroberflächen der Autos integriert werden, so Schäfer. Das könne die „Reichweitenangst“ bei Elektroautos mindern. Tests mit Probanden seien positiv verlaufen, insbesondere im asiatischen Kulturkreis werde das gut angenommen, sagte Schäfer. Derzeit stelle der Konzern verstärkt auch Fachleute aus der Spieleindustrie ein.


URL dieses Artikels:
http://www.heise.de/-4519633

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/autos/artikel/Im-Test-Mercedes-C-220d-4329494.html
[2] https://www.heise.de/autos/thema/IAA-2019#liste
[3] https://www.heise.de/autos/artikel/Farasis-baut-Batterieproduktion-in-Sachsen-Anhalt-auf-4417800.html