Ausgeglüht

Daimler überarbeitet Mercedes E-Klasse

Während sich die neue Mercedes S-Klasse weiter verzögert und erst im Herbst vorgestellt werden soll, bekommt die E-Klasse schon zum Sommer eine Überarbeitung. Die Karosserie bleibt wohl fast unverändert, während das Antriebs- und Ausstattungsangebot deutlich aufgewertet wird

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Wirklich auffällig wird die Modellpflege des zentralen Mercedes-Modells nicht. Es gibt neue Leuchten vorn wie hinten und überarbeitete Antriebe.

In den Scheinwerfern hat es sich nun ausgeglüht

Einige Eigentümlichkeiten des aktuellen Modells sollen behoben werden. So war die aktuelle Mercedes E-Klasse in der Basisversion seit 2016 bis heute nicht mit LED-Licht ausgestattet. Serienmäßig waren Halogen-Glühlampen, Rundinstrumente mit tatsächlich vorhandenen Zeigern und anfangs sogar noch eine Handschaltung für den Basisbenziner. Serienmäßig soll die E-Klasse ab Sommer LED-Scheinwerfer sowie das Bediensystem MBUX mit zwei Bildschirmen, in der Basisversion mit jeweils 10,25 Zoll, bekommen. Zudem wird ein neues Lenkrad eingebaut - wieder mit berührungsempfindlichen Tasten. Im Test hat uns das im ersten Anlauf nicht hundertprozentig überzeugt.

Mit 15 kW leistendem Elektromodul

Mit der Modellpflege baut Daimler eine neue Generation von Antrieben in die E-Klasse. Im Gegensatz zum jetzigen Modell wird es insgesamt sieben Plug-in-Hybride geben, auch in Allrad- und im Kombimodell. Basis wird der Ottomotor mit der internen Bezeichnung M 254. Der zwei Liter große turbogeladene Vierzylinder mit variabler Ventilsteuerung und integriertem Startergenerator mit 48-Volt-Bordnetz hat eine Maximalleistung von 200 kW / 272 PS.

Das Elektromodul steuert bedarfsweise weitere 15 kW bei, um den Verbrennungsmotor in ungünstigen Betriebszuständen zu entlasten und damit Verbrauchs- und Emissionswerte verbessern zu helfen. In Bremsphasen holt es dann einen Teil der überschießenden Bewegungsenergie in den Akku zurück.

Auch Diesel-Hybridantriebe (Test Mercedes E 300de), wie sie aus Kostengründen bei anderen Herstellern eher selten angeboten werden, bleiben im Angebot. Serienmäßig ist bei allen Modellen die Neungang-Automatik. Der 2017 vorgestellte Dreiliter-Sechszylinder wurde in der E-Klasse bisher nur im E53 verbaut, nun gibt es ihn auch hier mit weniger Leistung. Der M 256 ist bereits in anderen Modellen auf gleicher technischer Basis wie dem Mercedes CLS zu bekommen. Mit Startergenerator und 48-Volt-Bordnetz leistet der Reihenmotor 270 kW / 367 PS und bekommt ebenfalls zusätzliche 15 kW Boost. Der ähnlich starke, bisherige V6 entfällt.

Assistenzverbesserungen

Nach den Antrieben betreffen die Neuerungen insbesondere den Bereich Fahrerassistenz. So arbeitet der Abstandstempomat nicht nur mit Kamera und Radar, sondern auch den Verkehrsinformationen des Navigationsgeräts zusammen. Im Stau soll die E-Klasse nahezu ohne Zutun des Fahrers unterwegs sein und sogar automatisch für eine Rettungsgasse zur Seite fahren. Besteht beim Abbiegen über die Fahrbahn entgegenkommender Fahrzeuge Kollisionsgefahr, so kann die E-Klasse bei fürs Abbiegen typischen Geschwindigkeiten abbremsen. Dazu kommt eine erweiterte Gestensteuerung und auch das längst überfällige Navigationssystem wird wohl zur Standardausstattung. Wie bereits bei anderen Marken verfügbar gibt es nun auch in der E-Klasse eine Ausstiegswarnung des Totwinkelassistenten.

Die offizielle Weltpremiere wird mit Limousine und Kombi auf dem Genfer Salon im März stattfinden, die Zweitürer sollen vier Wochen später im Umfeld der Autoshow in New York gezeigt werden. Ab Sommer rollt die neue E-Klasse auf die internationalen Märkte. Kurz danach kommen E-Klasse Coupé und E-Klasse Cabriolet sowie die Langversion der Limousine für China. Preise oder Verbrauchswerte nannte Daimler noch nicht.

(Stefan Grundhoff) / (fpi)