Wandervogel

Deutsche Mobility-Start-ups: Emmy

Zwei statt vier Räder, Nostalgie statt Tech-Flair. Mit elektrischen Rollern, unter anderem Retro-Schwalben, will Emmy sein Stück vom Sharing-Kuchen

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E-Roller gelten unter Experten als das Transportmittel mit den größten Chancen im Kampf der Sharing-Konzepte. Der Akku kann leicht getauscht werden, ist aber trotzdem groß genug, um eine ausreichende Reichweite sicherstellen zu können, dazu gibt es in der Stadt keine Probleme bei der Parkplatzsuche. Theoretisch.

Praktisch ist es so, dass gleich mehrere Gründer und Manager diese Idee hatten, weswegen der Markt vergleichsweise stark umkämpft ist. Aktuell gibt es in Deutschland rund 4200 Sharing-Roller (die meisten in Berlin), das ist ein Zuwachs von 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Konkurrenzkampf ist so stark, dass erst kürzlich Coup, ein Tochterunternehmen von Bosch, sein Angebot einstellen musste. Die Elektroroller ließen sich nicht mehr wirtschaftlich betreiben. Rund drei Jahre war die Firma am Markt. Deutlich kürzer am Markt: Janoo. Gleiche Idee, noch kürzerer Atem.

Also braucht es ein Alleinstellungsmerkmal. Sharing? Können alle. Elektroantrieb? Auch. Vintage muss es sein. Städter lieben das. Emmy entschied sich deswegen für die Schwalbe E-Roller. Früher baute Simson seine Knatterbüchsen in Suhl, heute hat die Govecs AG aus München die Rechte an dem Roller und lässt elektrifizierte Versionen in Breslau bauen.

Die Roller sehen genauso aus wie die Klassiker, sind jetzt aber mit Kunststoff verkleidet. Darunter surrt ein Elektromotor. Wer privat einen haben möchte, der ist mit 5590 Euro dabei. Höhere Endgeschwindigkeit, größerer Akku ... ZACK ... sind 7000 Euro und mehr weg. Oder aber man schnappt sich einen bei Emmy. Da kostet der Ostalgie-Stromer 23 Cent pro Minute oder aber 29 Euro pro Tag. Wer gleich ein 500-Minuten-Paket bucht, der zahlt nur noch 19 Cent pro Minute. Aber Vorsicht: Emmy hat nicht nur Schwalbe im Portfolio.