AirBnB für Lader

Deutsche Mobility-Start-ups: MotionWerk

MotionWerk will per Blockchain Fahrer von Elektroautos und Anbieter von Ladestationen zusammenbringen. Das Start-up aus Essen hat namhafte Partner.

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Für die Anbieter von Mobilität gilt die Blockchain-Technologie als eine Schlüsselkomponente, um die Zukunft mitgestalten zu können. Und damit sind nicht nur irgendwelche Tech-Start-ups gemeint, sondern auch die klassischen Autobauer. Die Blockchain-Technologie kann gleich mehrere Probleme auf einmal beheben.

Die Blockchain ist kein mystisches Wesen. Vereinfacht gesagt handelt es sich dabei um das Gegenteil der Cloud-Idee. Statt die Daten aller Nutzer an einem Punkt zu speichern, werden bei der Blockchain-Technologie alle Daten bei allen Nutzern gespeichert und permanent abgeglichen. Sicher ist das deswegen, weil die Manipulation eines Datensatzes sofort auffallen würde. Das System erkennt, dass sich die gefälschten Daten von allen anderen hinterlegten Datensätzen unterscheiden. Wer die Blockchain überlisten wollen würde, müsste mehr als die Hälfte aller beteiligten User gleichzeitig hacken. Erst dann würde das Gesamtsystem die gefälschten Daten als echt anerkennen. Überspitzt formuliert: per demokratischer Mehrheit würde aus einer Lüge einer Wahrheit.

Banken künftig außen vor

Fahrzeughersteller wollen per Blockchain autonome Fahrzeuge und vernetzte Autos sicher machen. Einerseits. Andererseits basieren auch Kryptowährungen auf der Blockchain-Technologie. Bei klassischen Diensten rund um das Auto, die eigentlich per Karte oder Bargeld bezahlt werden müssten – waschen, Service, tanken – könnten Banken künftig außen vor gelassen werden.

Und bei diesen Services kommt MotionWerk ins Spiel. Das Unternehmen sitzt in Essen und will per Blockchain Besitzer von Elektroautos und Anbieter von Ladestationen zusammenbringen. So soll ein flächendeckendes Netz an Ladestationen entstehen. MotionWerk will die Zahlung und den Informationsfluss erleichtern. Also Informationen wie: Ist die Ladestation frei? Welches Auto kann ich überhaupt laden? Kann ich einen Slot reservieren? Kann ich dort länger parken?

Das bedeutet aber auch, das Anbieter der Ladestationen sehr flexibel sind. So könnten die Anbieter rasch die Tarife erhöhen, wenn ein Elektroauto kommt, das es zu keiner anderen Ladesäule mehr schaffen würde. Wenn man es böse meint. Meint man es gut, könnte man einen Kunden, der es eilig hat, vorziehen, weil der Kunde, der bereits lädt, sowieso den halben Tag stehen bleiben will.

Seine App „Shareandcharge“ nennt MotionWerk auch das „AirBnB der Ladestationen“. Der große Vorteil von MotionWerk: sie waren die ersten, die eine Blockchain-basierte Anwendung dieser Art im Angebot hatten. Die Partner sind daher namhaft. Unter anderem unterstützen Innogy und der Volkswagen Financial Service die Idee.

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(Bernd Kirchhahn) / (fpi)