Gefühl für Parkplätze

Deutsche Mobility-Start-ups: ParkHere

ParkHere möchte tun, woran andere Mobility-Startups gescheitert sind: den innerstädtischen Verkehr tatsächlich reduzieren. ParkHere hat, im Gegenteil zu vielen anderen Mobility-Startups, tatsächlich eine Erfindung in der Bilanz stehen: vernetzte Sensoren in Gummistreifen

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ParkHere hat, im Gegenteil zu vielen anderen Mobility-Startups, tatsächlich eine Erfindung in der Bilanz stehen. Es handelt sich dabei um Sensoren, die in einem Gummistreifen untergebracht sind. Sie werden aktiv, wenn ein Auto drüberfährt. Mit solchen Streifen auf dem Asphalt lassen sich Parkplätze markieren und effizienter bewirtschaften.

Aber von vorne. ParkHere hat seinen Sitz in München. Wie in jeder Großstadt in Deutschland behaupten Münchner, dass bei ihnen das Parkplatzproblem am schlimmsten sei. Aber wirklich. Parkplatzknappheit heißt aber auch, dass sich das Verkehrsproblem verschärft. Die Rechnung im Falle von ParkHere sieht folgendermaßen aus:

Zwischen 30 und 40 Prozent des innerstädtischen Verkehrs gehen auf das Konto des so genannten Suchverkehrs. Also Fahraufwand, den man betreibt, um einen freien Parkplatz zu finden. Dafür ist das Auto etwa 15 Minuten unterwegs und bläst etwa 1,3 Kilogramm CO2 in die Luft, was dem erhöhten Verbrauch im Stadtverkehr geschuldet ist. Die Zahlen stammen allesamt von ParkHere, wir wollen ihnen an dieser Stelle Glauben schenken.

ParkHere kann das Problem zumindest lindern. Sie statten Parkplätze mit ihren Gummistreifen (samt Sensoren) aus. Fährt ein Auto drüber, wird durch Druck und Vibration genug Energie erzeugt, dass der Sensor ein Funksignal an die Basisstation schicken kann. Diese leitet die Parkinformationen dann an die Cloud weiter, von wo aus ein Datenpaket an die ParkHere-App und Navigationsgeräte geschickt wird.

Je mehr Streifen desto präziser die Anzeige

Je umfangreicher die Parkplätze mit den Gummistreifen ausgestattet sind, desto präziser ist die Datenlage. Ist ein Parkhaus nur bei der Ein- und Ausfahrt mit einem kurzen Streifen ausgestattet, weiß das System nur, wie viele Autos im Parkhaus sind und ob theoretisch noch ein Platz frei sein müsste. Sind alle Stellplätze mit den Sensoren versehen, kann die App den Fahrer punktgenau zu einem freien Platz leiten.

So hat ParkHere auch auf der Leopoldstraße einen längeren Parkstreifen mit den Sensoren ausgestattet. Nutzer können hier sogar sehen, wie groß der Abstand zwischen den Autos ist. So weiß das System, das ein Kleinwagen vielleicht noch Platz hat, fünf Meter Prahlstahl aber nicht.

In St. Gallen läuft das Projekt „Smart City Pilot“. Die Stadtwerke, die Polizei und unter anderem ParkHere arbeiten zusammen, um den Innerstädtischen Verkehr zu reduzieren. Aber nicht nur öffentliche Parkplätze haben das Problem. Auch bei Porsche und BMW hilft ParkHere, das Management der Mitarbeiter-Parkplätze zu optimieren. Obligat dabei: Datenauswertung. Wann wurde welche Parkplatz wie lange genutzt.

Ziel ist es, den Suchverkehr um 50 Prozent zu reduzieren und dabei 30 Prozent CO2-Emissionen einzusparen.

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(Bernd Kirchhahn) / (fpi)