BMW 3er GT startet im Juni 2013

Dreier Maximal

Als dritte Karosserievariante der Dreier-Reihe startet im Juni der 3er GT. Er ist deutlich länger als die Limousine oder der Touring, wovon besonders die Fondpassagiere profitieren sollen

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München, 7. Februar 2013 – Dass BMW den 3er Gran Turismo tatsächlich auf den Markt bringt, zeugt von einem gewissen Mut. Am überragenden Erfolg des 5er GT liegt es sicher nicht, weltweit entschieden sich im vergangenen Jahr nur knapp sechs Prozent der 5er-Käufer für dieses Variante. BMW rechnet für den 3er GT also offenbar mit stark wachsenden Märkten, auf denen ganz andere Kriterien zählen. Gerade in Asien schätzt man mehr Platz auf den Rücksitzen, wie die nur dort angebotene Langversion des Dreiers zeigt und Kombis spielen dort lediglich eine Nebenrolle. Man könnte sich also vorstellen, dass der 3er GT auf diesen Märkten mit einer einigermaßen eleganten Vereinigung der Vorteile von Limousine und Kombi reüssiert.

Einigermaßen elegante Vereinigung

Zunächst fällt auf, dass die dritte Karosserie des aktuellen Dreiers mächtig aus dem Leim gegangen ist. 20 cm länger, 11 cm mehr Radstand, 8,1 cm höher – damit steigt der 3er GT eigentlich eine Klasse höher. Andererseits: Der neue Mazda 6 ist mit 4,86 Metern noch einmal 4 cm länger als der neueste Dreier. Allein an der Außenlänge lässt sich die Fahrzeugklasse schon länger nicht mehr ausmachen, schließlich ist auch der BMW 5er nicht mehr viel größer.

Vom längeren Radstand profitieren in erster Linie die Fondpassagiere, sie haben 7 cm mehr Platz für die Beine. Alle sind 5,9 cm höher platziert, und trotzdem soll die Kopffreiheit größer geworden sein, wie BMW verspricht. Das dürfte gerade älteren Menschen gut gefallen. Die Lehnen der Rücksitze lassen sich in der Neigung verstellen und im Verhältnis 40:20:40 umklappen. Der 520 Liter große Kofferraum wächst so auf bis zu 1600 Liter. Mit einer LED-Beleuchtung im Ladeabteil hat der GT ernsthafte Chancen, zum ersten uns bekannten Auto mit einer brauchbaren Kofferraumbeleuchtung aufzusteigen.

Nur mit Spoiler

Gute Tradition hat bei BMW eine ausgewogene Gewichtsverteilung. Das hat beim 3er GT mit den gleichen Kunstgriffen wie schon seit Generationen von BMWs geklappt: Die schwere Batterie wurde in den Kofferraum verfrachtet und der Motor nah an die Stirnwand gerückt. Das soll dazu beitragen, dass sich auch dieser Dreier so handlich fährt, wie es dem Anspruch der Marke entspricht. Mit einem Leergewicht von mindestens 1540 Kilogramm (nach DIN) ist er zumindest nicht so schwer, wie es Optik und Größe auf den ersten Blick vermuten lassen. Noch mehr Dynamik lässt sich mit dem M-Paket nachrüsten, das ab Juli angeboten wird. Der Aufpreis dafür steht noch nicht fest, wird sich aber in einem ähnlichen Bereich bewegen wie für Limousine und Touring, also über 4000 Euro. Dann sind ein härteres Fahrwerk, Sportsitze und große Felgen dabei. Ab Werk bekommt der 3er GT 17-Zoll-Alufelgen und, als erster BMW überhaupt, eine ausfahrbaren Heckspoiler. Ohne Zutun des Fahrers fährt er bei 110 km/h aus, bei 70 wieder ein. Der Fahrer kann ihn aber auch über eine Taste betätigen.

Drei Benziner, zwei Diesel

Die angebotenen Motoren sind alle aus dem Dreier bekannt. Anfangs sind drei Benziner und zwei Selbstzünder zu haben, der 320i leistet 184 PS, der 328i 245. Vorerst einziger Sechszylinder wird der 335i mit 306 PS. Theoretisch wäre ein 316i denkbar, wahrscheinlich kommt er aber zumindest mittelfristig nicht, um den höheren Anspruch des 3er GT nicht zu beschädigen. Möglicherweise gibt es später im GT den 1,6-Liter-Vierzylinder mit 170 PS, den BMW in der Dreier-Limousine statt eines 318i als „besonders sparsame“ Version des 320i anbietet – Marketing at its best, denn der Preis ist der gleiche.

Zum Verkaufsstart werden auch zwei aus dem Vorgänger bekannte Diesel angeboten. Der 318d leistet 143 PS und bietet 320 Nm maximales Drehmoment. Der 320d stellt 184 PS und 380 Nm bereit. Noch im Juli soll ein 325d folgen, der neuerdings ein Vierzylinder ist. Er leistet 218 PS und bietet mit 450 Nm mehr Drehmoment als der kräftigste Benziner. Noch nicht offiziell bestätigt ist der Sechszylinder-Diesel aus dem 330d, der wohl aber im Herbst auch in den GT einziehen wird. Spätestens zu diesem Zeitpunkt wird es für die drei Benziner und den 320d auch den Allradantrieb xDrive geben.

Kein Schnäppchen

Die Preise starten bei 36.150 Euro. Dafür gibt es einen 318d GT, der bis auf die 17-Zoll-Felgen „Sternspeiche 394“ nicht mehr Serienausstattung mitbringt als Limousine oder Touring. Ausstattungsbereinigt liegt der GT nur wenige 100 Euro über dem Touring. Die Grundausstattung bringt alles Wesentliche mit, wobei die lange Aufpreisliste vermuten lässt, dass kaum ein GT unter 40.000 Euro den Besitzer wechselt. Da die meisten aber ohnehin geleast werden dürften, spielt das für die Käufer hierzulande wohl nur eine untergeordnete Rolle. Auch das ganz anders als auf dem asiatischen Markt, wo der 3er GT wahrscheinlich mit einer deutlich besseren Grundausstattung angeboten werden wird.