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Abenteuer Reichweite

Die einen glauben an das Elektroauto, die anderen lehnen es ab, weil sie in ähnlich starrer Weise am Verbrennungsmotor festhalten. Wir hingegen sind neugierig auf die zwei heikelsten Kritikpunkte der Elektromobilität: Reichweite und Ladezeiten. Gemessen haben wir sie in sechs ähnlichen E-Autos

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Wien, 20. Januar 2016 – Die einen glauben in fast religiöser Art an das Elektroauto, die anderen lehnen es von vornherein ab, weil sie in ähnlich starrer Weise am Verbrennungsmotor festhalten. Wir hingegen sind neugierig und wollen uns gegenüber keinem Abenteuer verschließen. So haben wir die zwei heikelsten Kritikpunkte der Elektromobilität in den Mittelpunkt eines Vergleichstests gestellt: Reichweite und Ladezeiten.

Das Spiel mit den Restreichweiten

So bunt die Armaturen eines Elektroautos auch glänzen, so vielfältig auch die Anzeigemodi sein mögen, so viel man aus den Displays auch herauslesen könnte, letztlich interessiert dich doch immer nur eines wirklich: die Reichweite. Und wir lernten aus dem Spiel mit den Restreichweiten eine ganze Menge. Jeder forsche Tritt aufs Pedal macht viel Spaß, kostet aber Kilometer. Über den Daumen gepeilt: Bis neunzig km/h bleibt die Prognose halbwegs stabil, wechselst du auf die linke Spur der Autobahn und reihst dich in die 130-km/h-Meute ein, halbiert sich die Reichweite. Im Windschatten eines Lkw ließen sich hingegen sogar die Normreichweite überbieten, das wäre aber sehr langweilig und ist vor allem verboten.

Daraus ergibt sich zwar, dass die praktische Reichweite so eines Tests stark vom Autobahnanteil abhängt, die Verhältnisse der einzelnen Autos zueinander würden sich aber nicht ändern. Aufgrund dieser Erfahrungen dürfen wir uns jetzt schon an ein Pauschalurteil heranwagen: 130 bis 150 Kilometer, das ist Elektroauto-Reichweite heutzutage mit dünner bis gar keiner Reserve. Das einzige, was uns da beruhigen kann: Die am Display angegebenen Restreichweiten stimmen, wenn sie auch je nach Umgang mit dem Gaspedal mehr oder weniger stark schwanken. Die meisten Autos stellen bei „Reichweite 10 Kilometer“ die Anzeige ein und schreien nur mehr nach Strom. Nur ein mehr als doppelt so teurer Tesla Model S käme weiter, weil die Luxuslimousine je nach Modell doppelt bis dreimal so viele Batterien enthält. Allerdings braucht das Auto mit den größten Batterien bei einem normalen Ladevorgang auch am längsten zum Wiederaufladen.