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Fahrbericht Audi A1 City Carver 30 TFSI

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Fahrbericht Audi A1 City Carver 30 TFSI

„Carver“ weckt Erwartungen an einen Kurvenkünstler, „City“ steht dazu in einem nicht zu überlesenden Widerspruch. Tatsächlich ist der hochbeinige A1 Sportback ein weiteres Lifestylemobil mit Crossover-Optik, dessen Stärken vor allem in Einsteigskomfort und im Ambiente liegen

„Carver“ weckt Erwartungen an einen Kurvenkünstler, „City“ steht dazu in einem nicht zu überlesenden Widerspruch. Tatsächlich ist der hochbeinige A1 Sportback ein weiteres Lifestylemobil mit Crossover-Optik, dessen Stärken vor allem in Einsteigskomfort und im Ambiente liegen

Viele Audi-Fans wünschen sich schon lange einen Q1. Jetzt haben die Ingolstädter das Flehen der vornehmlich weiblichen, lifestyleorientierten Kundschaft erhört und bringen den Audi A1 City Carver. Ganz überraschend kommt der kleine Crossover nicht, von VW gibt es das Auto ja bereits als T-Cross (Test) [1]. Dass der hochbeinige A1 Sportback nicht unter dem Namen Q1 firmiert, liegt an seiner technischen Basis, die nicht für einen Allradantrieb ausgelegt ist.

Im Segment genügt die höhere Sitzposition

In diesem Segment ist man auch mit dem Frontantrieb gut aufgestellt, für viele Kunden ist lediglich die höhere Sitzposition wichtig. Immerhin hat der City Carver einen schwarzen Oktagon-Kühlergrill der Quattro-SUVs erhalten, verströmt also optisch ein bisschen Q-Flair. Die Karosserie des A1 City Carver liegt rund vier Zentimeter höher als die des regulären A1 Sportbacks, davon gehen etwa 35 Millimeter auf das Konto des Fahrwerks, den Rest tragen die größeren Räder bei. Der Crossover rollt serienmäßig auf 16 Zöllern, gegen Aufpreis sind bis zu 18 Zoll große Räder erhältlich.

Federn und Dämpfer mussten wegen der Höherlegung neu abgestimmt werden, das Fahrwerk kaschiert die zusätzliche Bodenfreiheit ziemlich gut. Auch in Kurven bleibt die Karosserie fast waagerecht, ohne dass die Dynamik mit spürbaren Komforteinbußen bezahlt wird. Dass der Vorderwagen eher in Richtung Straßenrand schiebt, als bei einem A1, liegt in der Natur der Höherlegung. Dennoch bleibt das Fahrverhalten gutmütig.

Das Luftholen lässt sich nicht ganz wegschalten

Der 1170 Kilogramm schwere Crossover ist mit dem 85 kW / 116 PS Dreizylinder alles andere als untermotorisiert, aber das Aggregat erinnert die Insassen stets daran, dass es die Arbeit verrichtet. Außerdem nimmt sich der Einliter-Benziner etwas Zeit, ehe er so richtig loslegt, aber wenn, dann spürt man den Schub von 200 Nm ab 2000/min. Die Verzögerung ist auf den wegen der hohen Literleistung recht großen Turbolader zurückzuführen. Das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe tut sein Bestes, kann diese Antrittsschwäche nicht ganz wegschalten. Laut Datenblatt erreicht der Audi A1 City Carver nach 9,9 Sekunden Landstraßentempo, ist bis 198 km/h schnell und gönnt sich dabei im Durchschnitt 5,2 Liter Benzin pro 100 Kilometer.

Der Innenraum des 4,05 Meter langen Audis lädt zum Einsteigen ein. Das Cockpit hat unterschäumte Flächen, Applikationen ähneln einer silberglänzenden Schlangenhaut und der Rahmen um das Cockpit glimmt nach. Die Navigationsdarstellung auf dem 10,1 Zoll großen Infotainment-Touchscreen ist ansehnlicher als beim VW Pendant T-Cross. Das 10,25 Zoll große digitale TFT-Cockpit, das verschiedene Ansichten bereithält, ist serienmäßig und dass Drehknöpfe hörbar klicken, erzeugt das Gefühl mechanischer Wertarbeit. Allerdings sind auch die Ingolstädter Materialkünstler an wirtschaftliche Zwänge gebunden. Man sieht es beispielsweise am Hartplastik-Handschuhfach.

Man vermisst einen Totwinkel-Warner

Beim Infotainment bietet der City Carver viel: Das Smartphone wird mit Apple CarPlay oder Android Auto eingebunden, die Funktionen können auch per Spracheingabe abgerufen werden und das Bang & Olufson Sound-System beschallt den Innenraum mit 560 Watt aus elf Lautsprechern. Bei den Assistenzsystemen vermisst man den Totwinkel-Warner, dafür bietet der City Carver einen adaptiven Tempomaten und einen serienmäßigen Notbremsassistenten. Der Kofferraum fasst 335 Liter, legt man die Lehnen der Rückbank um, werden 1090 Liter daraus. Auf der Rückbank können auch Erwachsene einigermaßen vernünftig sitzen – dem Radstand von 2,57 Metern sei Dank.

Der Audi A1 City Carver steht ab November beim Händler und ist mit einem Basispreis von 22.100 Euro taxiert. Die 30 TFSI-Variante mit Automatik kostet 23.200 Euro.


URL dieses Artikels:
http://www.heise.de/-4572067

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[1] https://www.heise.de/autos/artikel/Fahrbericht-VW-T-Cross-1-0-TSI-4330290.html