Weichsteller

Fahrbericht: DS 7 Crossback E-Tense

Der Plug-in-Hybrid erweist sich im Fahrbericht als gelungene Erweiterung des komfortablen DS 7. Der neueste Antrieb ist kräftig, vor allem aber angenehm leise und potenziell auch sparsam, sofern der Fahrer das will

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(Bild: DS)

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Vor ein paar Jahren mussten die Hersteller noch ein wenig Knowhow investieren, um im Zyklus glänzen zu können. Der gute alte NEFZ offenbarte über die Jahre riesige Löcher, die fleißig genutzt wurden. Inzwischen ist das nicht mehr nötig, denn gewissermaßen mit staatlicher Unterstützung kann heute ein 1,9-Tonnen-SUV mit einem Verbrauch von 1,4 Litern im Zyklus beworben werden – der kruden Rechnung für Plug-in-Hybride im WLTP sei Dank.

Die Autoindustrie nutzt das umfangreich, wobei der Wow-Effekt bei der Kundschaft natürlich rasch verschleißt. Verbrauchsangaben wie die vom neuen DS 7 Crossback E-Tense nehmen auch diesbezüglich nur oberflächlich interessierte Menschen nicht mehr ernst. Für die Autohersteller geht es aber um viel, denn bekommen sie mit diesen fantastischen Angaben die CO2-Vorgaben der EU nicht hin, wird es richtig teuer für sie. Der Kunde indes profitiert von der Massenausbreitung der Plug-in-Hybride durchaus – wie unter anderem die erste Ausfahrt mit dem DS 7 Crossback E-Tense zeigt.

Üppige Systemleistung

Der Antriebsstrang besteht aus drei Motoren: der 1,6-Liter-Benziner steuert 147 kW (200 PS) bei, dazu baut PSA zwei E-Motoren vorn und hinten ein. Der vordere leistet 81 kW, der hintere laut Preisliste 81, laut Pressemappe 83 kW, zwischendurch gibt es auch immer mal wieder die Angabe von 80 kW. Immerhin bei der Systemleistung ist sich PSA intern einig: Sie liegt bei 220 kW, was 299 PS in alter Währung entspricht. Das maximale Drehmoment beträgt 520 Nm.

Zum Paket gehört eine Lithium-Ionen-Batterie mit einer Bruttokapazität von 13,2 kWh. Sie kann auf mehrere Arten geladen werden, wobei sie die maximale Ladeleistung von 7,4 kW in Deutschland nicht nutzen kann. Geladen werden kann nur einphasig, über die Schieflast sind hierzulande nur 20 Ampere möglich. Bei 4,6 kW ist hier also das Maximum erreicht. Das mitgereichte Ladegerät für die 240-Volt-Steckdose lässt nur 1,8 kW zu. Damit dauert es rund 7 Stunden, bis die leere Batterie im DS 7 E-Tense wieder voll ist.

Reichweite bis zu ...

DS gibt im WLTP Verbrauchswerte zwischen 1,4 und 1,6 Litern an – je nachdem, ob der der Kunde 19 oder 20-Zoll-Felgen geordert hat. Noch sichtbarer wird der Unterschied meines Erachtens bei der versprochenen E-Reichweite: 58 oder 52 km sollen es sein. Beim Start mit voller Batterie zeigte der Testwagen 46 km an, was sich durchaus als halbwegs realistisch erwies – sofern der Fahrer das auch will. Wer die elektrische Höchstgeschwindigkeit von 135 km/h austestet, saugt den Speicher Ruck-zuck leer. In dieser Hinsicht unterscheidet sich dieses SUV nicht von anderen Plug-in-Hybriden. Zurückhaltend gefahren kamen wir mit leerer Batterie laut Bordcomputer auf 6,1 Liter. Für eine belastbare Verbrauchsmessung war diese Ausfahrt viel zu kurz, ein Test wird folgen.

Das SUV setzt sich ziemlich zügig und akustisch unauffällig in Bewegung – typisch E-Antrieb eben. Dabei überspielt der Antriebsstrang mit reichlich Drehmoment gerade bei geringer Geschwindigkeit, was er da schleppen muss. 1900 Kilogramm sind schließlich eine ganze Menge für ein SUV, was mit 4,57 Metern etwa so groß ist wie ein Mazda CX-5 (Test) oder ein Ford Kuga. Nur wenn der Fahrer die komplette Leistung abruft, wirkt es so, als wenn sich der Antrieb erst kurz sammeln muss, bevor es dann machtvoll vorangeht. Die 5,9 Sekunden, die PSA in Standardsprint nennt, scheinen glaubwürdig.