Fahrbericht Honda CB 300 R

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Auf Handlichkeit gebürstete Fliegengewichte neigen manchmal zur Nervosität bei höheren Geschwindigkeiten, doch die Honda zieht auch bei Topspeed von immerhin 142 km/h ruhig ihre Bahn. Die Vorderhand wird von einer 41 Millimeter dicken Upside-down-Gabel von Showa geführt. Sie ist nicht einstellbar, das wäre in dem Preissegment zuviel verlangt, arbeitet aber völlig zufriedenstellend. Das Monofederbein mit je einer Kammer für Öl und Gas lässt sich nur in der Vorspannung verstellen, erweist sich aber, zumindest im Solobetrieb, als absolut akzeptabel. Eher komfortabel abgestimmt, bietet die CB 300 R dennoch ausreichend sportliches Talent, lediglich ganz üble Holperstrecken können sie mit ihren kurzen Federwegen in Verlegenheit bringen.

Passt für fast alle

Die CB 300 R gehört zu den Motorrädern, auf denen sich Menschen unterschiedlichster Körpergröße und Statur wohlfühlen, die Bandbreite reicht von zierlichen Damen um die 1,65 Meter bis hin zum kräftigen 1,90-Meter-Kerl. Das liegt zum einen an der moderaten Sitzhöhe von 800 Millimeter, zum anderen an der aufrechten und entspannten Sitzposition. Der konifizierte Lenker ist breit und hoch angebrachte und der 10-Liter-Tank kompakt, so dass der Abstand zwischen Fahrer und Lenker kurz ausfällt. Die Ausbuchtungen am Tank lassen guten Beinkontakt zu, ohne dass irgendwelche Kanten nerven. Die Aluminium-Fußrastenanlage ist hoch genug montiert, so dass sie nur in extremer Schräglage aufsetzen kann, aber tief genug, dass der Kniewinkel nicht zu eng wird.

Leichtbauweise

Auch wenn die Bremsanlage auf den ersten Blick eher mickrig wirkt, verzögert die CB 300 R zuverlässig. Vorn ist eine einzelne Bremsscheibe mit 296 Millimeter Durchmesser montiert, die von einer Nissin-Vierkolben-Bremszange gepackt wird, hinten stoppt eine 220-Millimeter-Bremsscheibe mit Zweikolben-Bremszange.

Im Cockpit setzt sich die Leichtbauweise fort: Das LC-Display wiegt nur 230 Gramm. Die goldenen Ziffern auf schwarzen Grund bilden zwar einen ausreichend guten Kontrast, sind aber recht klein und teilweise nur schwer ablesbar. Dafür glänzt die CB 300 R mit LED-Scheinwerfer und -Rücklicht. Die Honda kann mit noch einem hervorragenden Wert aufwarten: Laut Werk verbraucht sie nur 3,3 Liter Benzin im neuen WMTC-Test. Was wiederum für eine Reichweite von 300 Kilometer gut wäre. Dabei will die 300er ganz sicher kein Tourenmotorrad sein, denn sie sperrt sich gegen jede Form des Gepäcktransports aufgrund ihres minimalistischen Hecks, das unmittelbar hinter dem Soziussitz abgeschnitten wurde.