Fahrbericht: Hyundai iX35 FCEV mit Brennstoffzelle

Freie Fahrt

Der Hyundai iX35 FCEV mit Brennstoffzellenantrieb vermittelt das ursprüngliche Autogefühl: Fahren, wann man will und wohin man will. Er verbindet die souveräne Kraft und den Komfort des Elektroautos mit der Bewegungsfreiheit des Verbrennungsmotors

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Hamburg / Berlin / Wolfsburg, 19. Juni 2014 – Endlich frei! Der Hyundai iX35 FCEV mit Brennstoffzellenantrieb vermittelt das ursprüngliche Autogefühl: Fahren, wann man will und wohin man will. Spontan, flexibel und selbstbestimmt. Der Wagen aus Südkorea verbindet die souveräne Kraft und den vibrationsfreien Komfort des Elektroautos mit der Bewegungsfreiheit des Verbrennungsmotors. Er legt die Fesseln ab, die das batterieelektrische Fahren zwangsläufig mit sich bringt. Nur beim Hyundai-Händler steht er nicht. Noch nicht.

Bis zu 1000 Fahrzeuge will Hyundai vom iX35 FCEV („Fuel Cell Electric Vehicle“) bauen. Eine Kleinserie also. Damit könnte er das meistproduzierte Brennstoffzellenauto überhaupt sein – von der bisherigen Nummer 1, der Mercedes B-Klasse F-Cell, wurden nur 200 Exemplare gebaut, von denen 70 in Kalifornien und 130 in Europa unterwegs sind. In der Stückzahl wird Hyundai trotzdem von Toyota überholt werden, wo nächsten Mittwoch die Serienversion des FCV präsentiert wird. Produktionsstart in Japan ist noch in diesem Jahr.

Vor der Tür aber steht der Hyundai. Einsatzbereit und mit einem 5,64 Kilogramm fassenden Wasserstofftank versehen. Denn darum geht es beim FCEV: Der Strom für den 100 kW (136 PS) starken Elektromotor mit 300 Nm Drehmoment wird an Bord in der Brennstoffzelle produziert. Anders als bei einer Batterie sind hier also Energiespeicher und Umwandlungseinheit separat untergebracht. Die Trennlinie zwischen Akku und Stack ist ohnehin weniger scharf als vermutet – Naturwissenschaftler sehen in der Brennstoffzelle einfach ein offenes Batteriesystem.

Elektrisch über die Autobahn

Lebenspraktisch bedeutet das einen immensen Vorteil für alle, die lange Strecken in großen Autos fahren wollen. Also auf zu einer der drei Wasserstoff-Tankstellen in Hamburg! In diesem Fall in die Hafencity. So viel vorweg: Obwohl bundesweit nur ein mickriges Dutzend H-Zapfpistolen in Betrieb sind, war das Nachfüllen genauso leicht wie bei konventionellen Kraftstoffen. Keine Reichweitensorge. Keine Angst vor zugeparkten Ladesäulen, vor nicht funktionierenden Ladekarten und zusammengebrochenen Softwaresystemen, die den Stromfluss verhindern. Kein Warten, Warten, Warten. Einfach den Rüssel aufsetzen, auf den Startknopf drücken – Gasfahrer kennen das – und in fünf Minuten geht es los.