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Blitzstart

Fahrbericht: Kia e-Niro

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Fahrbericht: Kia e-Niro

Kia möchte mit den vielen Varianten des e-Niro offenbar sehr viele mögliche Kunden beim Einstieg in die E-Mobilität ansprechen. Doch auch sein Blitzstart könnte sich auszahlen: Der e-Niro ist das erste Kompakt-SUV mit Batterie am Markt, während sich der VW I.D. Crozz sich noch in Erprobung befindet

Kia möchte offenbar möglichst viele mögliche Kunden beim Einstieg in die E-Mobilität ansprechen und bietet daher im e-Niro zwei Batteriegrößen und drei verschiedene Ausstattungsvarianten. Der Einstiegspreis von 34.290 Euro liegt wohl auch deshalb weit unterhalb den 44.790 Euro für die Top-Version Spirit mit Infotainment auf acht Zoll, induktivem Laden für Smartphones [1] und Rückfahrkamera. Letztere stand uns für eine erste kurze Ausfahrt zur Verfügung.

Mit dem e-Niro bringt Kia das erste Kompakt-SUV mit Batterie auf den Markt, während sich der VW I.D. Crozz [2] noch in Erprobung befindet. Kias Blitzstart könnte sich auszahlen. Die beiden Batteriegrößen 39,2 und 64 kWh sind mit den Spitzenleistungen 100 kW respektive 150 kW gekoppelt. Im WLTP schafft der e-Niro damit Reichweiten von 289 und 455 Kilometer. Im Stadtverkehr sollen sogar bis 615 Kilometer möglich sein. Warum Reichweite und Verbrauch rechnerisch nicht zusammenpassen, können Sie hier nachlesen [3]. Kia rechnet damit, dass sich in Deutschland 93 Prozent der Käufer für das leistungsstärkere Batteriepaket entscheiden werden.

Beliebig viele Schnellladevorgänge

Hängt man den e-Niro mit der maximalen Ausbaustufe an die 230-Volt-Steckdose, dauert es 17 Stunden und 50 Minuten bis die Batterien von 20 Prozent bis zu 80 Prozent voll sind, mit einer 7,2 kW Ladestation sind es fünf Stunden, 50 Minuten. Steckt man die Stromspeicher an eine 100 kW Schnellladestation, sind es nur 42 Minuten. Kia gibt sieben Jahre Garantie auf die Batterie bei beliebig vielen Schnellladevorgängen.

Wer möglichst weit kommen will, wählt den Fahrmodus „Eco”, wer maximale Fahrleistungen bevorzugt, stellt „Sport plus” ein und freut sich über den Antritt. Dann erreicht der e-Niro 100 km/h in 7,8 Sekunden und fährt bis zu 167 km/h. Der Verbrauch soll bei 15,9 kWh pro 100 Kilometer liegen. Wir erreichten immerhin 15,6 kWh. Das Gegenstück ist der „Eco plus Modus” – damit versucht sich der e-Niro an die nächste Ladestation zu retten, limitiert die maximale Geschwindigkeit auf 90 km/h und schaltet elektrische Verbraucher, wie zum Beispiel die Klimaanlage, aus.

Diese nüchternen Zahlen sagen wenig über den Fahrspaß des e-Niro aus, der sich mit dem Hyundai Ionic (Test) [4] die Plattform teilt und ebenfalls ein Fronttriebler ist. Damit das schwere Crossover einigermaßen flott um die Kurven kommt, haben die Koreaner ein Torque Vectoring mit Bremseingriffen und eine direktere Lenkung eingebaut. Diese beiden bewährten Kniffe funktionieren ganz gut in langgezogenen Kurven. In engen Ecken kann der e-Niro das Gewicht von gut 1,8 Tonnen bei dem Modell mit den umfangreichen Akkus nicht ganz verhehlen und beginnt über die Vorderräder zu schieben. Dank des Drehmoments von 395 Nm macht das Elektro-SUV viel Spaß, auch wenn die Lenkung noch mehr über Fahr- und Straßenzustand mitteilen sollte.

Einpedalfahren nur mit Lenkradpaddle

Der Komfort gibt keinen Anlass zur Klage, gerade dann, wenn man es im Eco-Fahrprogramm entspannt angehen lässt. Wer gerne selbst aktiv ist, greift mit den beiden Paddles hinter dem Lenkrad ins Geschehen ein. Links wird die Rekuperation erhöht und rechts heruntergeschraubt bis zum Segeln. Fünf Modi stehen zur Auswahl, wobei man bei der One-Pedal-Einstellung die linke Wippe konstant ziehen muss, was umständlich ist. Dennoch: Nach einer Weile geht das Verzögern per Rekuperation in Fleisch und Blut über. „Wenn man die Rekuperation maximal ausnutzt, muss man bis zu 80 Prozent weniger die hydraulische Bremse nutzen”, erklärt Produktmanager Steffen Michulski.

Der Kia e-Niro hat das Zeug zum Erfolgsmodell. Der Preis ist vertretbar, die Reichweite mit den großen Akkus wirklich gut und Platz ist im 4,38 Meter langen Kompakten genug vorhanden: Der Kofferraum hat einen ebenen Ladeboden und ein Volumen zwischen 451 und 1451 Litern. Auf der Rücksitzbank haben auch Menschen jenseits der 1,85 Meter Körpergröße Platz. Ab dem 6. April 2019 steht der e-Niro bei den Händlern.


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[2] https://www.heise.de/autos/artikel/E-Autos-auf-der-IAA-2017-3826383.html?bild=1&view=bildergalerie
[3] https://www.heise.de/autos/artikel/BEV-Reichweitenermittlung-nach-WLTP-3891502.html
[4] https://www.heise.de/autos/artikel/Test-Hyundai-Ioniq-electric-3689951.html