Dritter Weg - auf dem Weg

Fahrbericht: Mazda 3 mit Homogen-Benziner

Alle reden von Elektrifizierung – manche von teilweiser, manche von vollständiger. Mazda hingegen will die Schadstoff- und Klimaziele mit dem Verbrennungsmotor erreichen und bringt daher kommendes Jahr eine Kombination aus Otto- und Dieselmotor auf den Markt

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Volvo wirbt mit dem (vermeintlichen) selbstgesetzten Ende seiner Verbrennungsmotoren, fast alle andere Marken mit umfassender Hybridisierung. Mazda will die Schadstoff- und Klimaziele hingegen mit einem neuartigen Verbrennungsmotor erreichen. Seit Jahren forscht Mazda daher an einem Viertaktmotor mit Kompressionszündung, bei dem sich ein vergleichsweise mageres Gemisch aus Kraftstoff und Luft auch ohne Zutun einer Zündkerze allein durch den Druck im Brennraum selbst entzündet.

Effizient wie ein Diesel, sauberer als ein Benziner

Damit soll erreicht werden, dass im angesaugten Gemisch jedes Kraftstoffmolekül einzeln mit denen in der Luft reagieren kann. Der hohe thermische Wirkungsgrad dieser Verbrennung verbessert dadurch die Verbrauchswerte, aber nicht nur das: Die Verbrennung läuft wegen ihrer besseren Energieumsetzung kühler ab, dadurch enthalten die Abgase nur geringe Spuren von Stickoxid und so gut wie keinen Ruß. Die aufwendige und teure Abgasnachbehandlung kann weitgehend entfallen. GM mit Opel, Volkswagen und Daimler hatten die technische Symbiose aus Benziner und Diesel (bei Daimler „Diesotto“ aus „Diesel“ und „Otto“) vor Jahren auf der Zielgeraden vor der Serienreife, beließen es dann aber bei ihren Prototypen.

Wenn man sich Mazdas neu entwickelten Zwei-Liter-Vierzylinder anschaut, deutet wenig auf das neue Verbrennungsverfahren hin, an der sich viele Autohersteller in den vergangenen Jahrzehnten versucht haben. Unter der geöffneten Motorhaube wird er von einer großen, schwarzen Haube mit Mazda-Logo verdeckt, die wohl weniger einem drohenden Geheimnisverrat Rechnung trägt, als vielmehr eine noch nicht finale Konstruktion von Versorgungsleitungen vermuten lässt: Der Motor selbst wirkt auch „nackt“ auf dem Präsentationsstand optisch so zurückhaltend wie der mattgraue folierte Mazda 3 selbst.

Im neuen Mazda 3, getarnt als aktuelles Modell

Der Testwagen erscheint mit seinem matten Sonderlack und den farblich abgesetzten Außenspiegeln wie ein geschickt in Szene gesetztes Serienmodell. Unter der Karosserie befindet sich jedoch das neue Kompaktklassemodell der Japaner mit Serienanlauf im kommenden Herbst, das wieder den Namen Mazda 3 tragen wird. Wir fahren also ein so genanntes Mule-Car probe – perfekt getarnt als allseits bekanntes Serienmodell. Nur die Aufschrift „Skyactiv X“ weist auf die Besonderheit unter der Motorhaube hin.

Mit der für das Arbeitsprinzip fast unabdingbaren Kompressoraufladung leistet der Motor laut Mazda rund 140 kW / 190 PS und bietet ein maximales Drehmoment von 230 Nm. Weil die homogene Verbrennung noch nicht in allen Betriebszuständen klappt, hat der Motor zusätzlich noch Kerzen. Mazda nennt diese Zwischenstufe daher „SPCCI“ für „Spark Controlled Compression Inginition“, die Benzinmotoren mit Kompressionszündung nennt Mazda „Skyactiv X“.