Frischzellenkur

Batterie-Aufarbeitung bei Nissan

Nissan bietet - vorerst nur in Japan - den Austausch der Batterie des Leafs gegen einen überarbeiteten Speicher an. Defekte oder eingeschränkt leistungsfähige Zellen werden gegen neue ersetzt. Der Rest des Systems bleibt erhalten

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(Bild: Nissan)

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Zu viel Materialverbrauch und zu wenig Dauerhaltbarkeit: Nissan setzt der Kritik an der Batterie des Elektroautos mit der Aufarbeitung gebrauchter Speicher ein entscheidendes Argument entgegen. Für umgerechnet 2300 Euro bekommen Besitzer eines Nissan Leaf I eine erneuerte 24 kWh-Batterie; den alten Akku geben sie im Tausch an das Unternehmen zurück. Zum Vergleich: Eine neue Batterie kostet in Japan umgerechnet 4944 Euro in der 24 kWh-Version, 6084 Euro für die 30 kWh- und 6236 Euro für die 40 kWh-Version im aktuellen Leaf II. Das Programm startet im Mai 2018. Ob auch europäische Kunden davon profitieren, ist noch nicht bekannt.

Zweites Leben

Mit der preisgünstigen Aufarbeitung steigert Nissan automatisch die Wertstabilität des Leafs. Über sieben Jahre nach der Premiere läuft bei immer mehr Modellen die Garantie von anfangs fünf und später acht Jahren aus. Zwar zeigt die Lebenswirklichkeit von weit über 300.000 weltweit verkauften Leaf, dass es so gut wie keine Schäden gibt. Trotzdem ist es möglich, dass das Drumherum – die Karosserie oder die Innenausstattung – länger hält als die Batterie. Weil aber kein Auto für die Ewigkeit ausgelegt ist, kann die Investition in eine Überarbeitung die intelligenteste Lösung sein. Dazu kommt, dass Gebrauchtwagenbesitzer häufig genau auf die Kosten achten müssen.

Die Aufarbeitung, von Nissan „Refabrication“ genannt, ist zutiefst sinnvoll. Das Joint-Venture 4R Energy, gegründet vom Nissan und dem japanischen Großkonzern Sumitomo, wird die komplette Wertschöpfungskette bei der Weiterverwertung abdecken. Das Werk von 4R Energy steht in Namie, einer vom Tsunami 2011 stark zerstörten Stadt. Neben der Refabrication ist der Re-Use und das Recycling vorgesehen.

Kalendarische und zyklische Alterung

Diese Begriffe tauchen im Zusammenhang mit Traktionsbatterien von Elektroautos regelmäßig auf: Der elektrochemische Speicher verschleißt sowohl kalendarisch als auch nach Ladezyklen. Als Folge sinken die Kapazität und die Reichweite. Je nach Auslegung ist eine Batterie mit 66 bis 75 Prozent der Ausgangskapazität reif für den Ersatz.

Damit ist sie aber keineswegs technisch defekt – lediglich die Nutzung als Traktionsbatterie gilt als nicht mehr zumutbar. Als stationärer Speicher für den Strom aus der eigenen Photovoltaikanlage dagegen ist der Betrieb noch lange möglich. Fachkreise gehen von 20 und mehr Jahren Lebensdauer aus, bevor vom Totalverlust gesprochen werden kann. Diese Weiterverwendung (Re-use) macht jeden Akku zu einem werthaltigen Produkt.