Über Geheimhaltung und interessante, von außen unsichtbare Technik

Gepanzerte Fahrzeuge für die Prominenz

Politiker, Reiche und Wichtige suchen unterwegs Schutz in Panzer-Limousinen, die es von den großen Autoherstellern auch ab Werk gibt. Über zugeknöpfte Firmensprecher und interessante, gut verborgene Technik

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  • ggo
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Stuttgart, 12. Dezember 2009 – Man stellt sich manches im Leben sehr einfach vor. Der Plan für diesen Artikel war erst einmal, sich bei einem guten deutschen Hersteller eine Panzerlimousine zu leihen, damit eine Nachtschicht VIP-Taxi für ein renommiertes Security-Unternehmen zu fahren und auf diese Weise trockene Technik mit schnieken O-Tönen aus dem einschlägigen Milieu zu garnieren. Aber komplette Fehlanzeige.

Sicherlich haben Sie Verständnis …

Dass einem niemand auf die Nase bindet, durch welche Ecke vom Sonnendach der Scharfschütze schießen muss, um zur Prominenz durchzudringen, ist ja klar. Die Autohersteller fahren jedoch darüber hinaus eine derart straffe Strategie von "Security through Obscurity" (auf deutsch: man hofft darauf, dass der Feind das System nicht kennt), dass jedem Microsoft-Marketing-Menschen Tränen der Rührung kämen.

Anfrage bei einer großen Autofirma: "Wie kommt man eigentlich nach einem Unfall oder anderen Schäden am gesamten Fahrzeug wieder heraus? Die zentimeterdicken Scheiben kann man ja nicht mehr einschlagen." Antwort: "Sicherlich haben Sie Verständnis dafür, dass wir Detailfragen zum Schutze unserer Kunden nicht beantworten möchten."

Schweigen ist Geld

Als im Januar 2009 Cadillac die neue Staatslimousine für den US-amerikanischen Präsidenten Barack Obama vorstellte, gab es an Infos ein paar Fotos plus viele leere Worte. "One of the specifications is we don't talk about the specifications", sagte ein Cadillac-Sprecher zur BBC. Was Obamas Panzer kann oder nicht kann, muss also also ein Spekulationsthema bleiben, um im Krisenfall eventuell einen Informationsvorteil zu haben und vielleicht einen Hasen aus dem Hut zaubern zu können.