Lexus-Yacht

Im Test: Lexus RX450h F-Sport

Der Reiz des Lexus RX450h F-Sport liegt klar in der Abgrenzung von den Diesel-betriebenen SUVs durch den Hybridantrieb. Der ist das Alleinstellungsmerkmal des großen Lexus. Eine Ausfahrt soll klären, wo sich er von der der Konkurrenz abgrenzt

Lesezeit: 3 Min.
In Pocket speichern
Druckansicht Kommentare lesen 15 Beiträge
15 Bilder
Von
Inhaltsverzeichnis

Hamburg, 29. August 2016 – Mini Cooper, Smart Fortwo und Range Rover stehen am Straßenrand hintereinander. In den gefragten Stadtteilen Hamburgs macht man sich mit einem Auto entweder besonders klein. Quasi als Parklückenfinder. Oder man fährt ein SUV: Wir stiegen in den Lexus RX450h F-Sport ein um zu prüfen, wo sich der Hybridwagen von der Diesel-Armada der Konkurrenz abgrenzt.

Fast alle mit Hybrid

Die Erfinder des Sports-Utility-Booms sind die US-Amerikaner. Und sie lieben die Premiummarke aus dem Toyota-Konzern mindestens so sehr wie BMW, Mercedes und Porsche. Bei uns in Deutschland entfielen zuletzt 28 Prozent der Lexus-Verkäufe auf den RX; er ist damit nach dem NX – ebenfalls ein SUV – das zweitwichtigste Modell des Herstellers. 2015 wurden 177 Exemplare als Hybrid verkauft; einen Dieselmotor gibt es nicht. Theoretisch können die Kunden des RX die Basisversion 200t (optionaler Frontantrieb, ab 49.900 Euro) mit Vierzylinder-Turbomotor wählen. Praktisch greifen 95 Prozent zur Hybridvariante RX450h, die ab 58.900 Euro minus der Firmen-eigenen Prämie von 3000 Euro zu haben ist. Und tatsächlich wird der Antriebsstrang dem Luxusanspruch gerecht, den der Name Lexus suggeriert.

Bis 60 elektrisch

Es macht eben doch einen Unterschied, ob aus dem Motorabteil das Geräusch eines Selbstzünders dringt oder einfach gar nichts. Bis rund 60 km/h kann der Lexus RX450h ohne Verbrennungsmotor beschleunigen. Dann treiben ihn ausschließlich die E-Maschinen an: Hinten arbeitet eine mit 50 kW (69 PS) und 135 Nm Drehmoment, vorne eine zweite mit 123 kW (167 PS) und 335 Nm. Wie bei den anderen Hybridautos im Toyota-Konzern begrenzt die Maximaldrehzahl des Letzteren (interner Sprachgebrauch: MG2) die Höchstgeschwindigkeit; im RX450h sind 200 km/h drin, die wir nicht ausprobiert haben. Ein dritter Elektromotor (MG1) funktioniert als Anlasser, als Generator für die Rekuperation sowie um überschüssige Leistung des Verbrennungsmotors zu puffern. Elektrochemischer Speicher ist eine Nickel-Metallhydrid-Batterie, wie sie bei mehr als 8,5 Millionen Hybrid-Fahrzeugen des japanischen Konzerns zum Einsatz kommt.

Sobald die elektrische Energie, die im Schiebebetrieb und beim Bremsen eingesammelt wird, erschöpft ist oder die Leistungsanforderung größer ist als der Akku es hergibt, springt der V6-Benzinmotor an. Er läuft leise und mit dem für diese Bauart typischen Sound. Erst bei Vollgas, wenn das Planetengetriebe (Lexus: e-CVT) die Drehzahl in die Höhe schnellen lässt, wäre ein Reihensechszylinder noch laufruhiger. Der eigentliche Kontrast ist aber der zu den V6-Dieseln der Wettbewerber, denn die sind schlicht unkultivierter.