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Im Test: Mazda 6 2.2 Skyactiv-D 150

Der Mazda 6 hat ein kleines Update bekommen. Grund genug, ihn für einen Test erneut in die Redaktion zu holen. Mit dem ungewöhnlichen 2,2-Liter-Diesel zeigte sich der Kombi überaus agil, ohne dabei unkomfortabel zu sein

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Um auf Vorurteile zu treffen, bedarf es mit unter keiner weiten Wege. So gibt es auch auf den hiesigen Fluren Kollegen, die meinen, Kombis in der Mittelklasse seien doch irgendwie gleich, ja schlimmer noch: austauschbar. Autos wie der Mazda 6 treten dem entgegen – und zwar erfolgreich, soviel sei schon an dieser Stelle verraten. Unser Testwagen hatte den für Mazda typischen Dieselmotor mit seiner ungewöhnlich niedrigen Verdichtung.

Modische Form, wenig Platz

Der dritte Mazda 6 ist seit 2012 auf dem Markt. Wie seine Vorgänger zeigt er die gespannten Linien, die bei Mazda seit einigen Jahren modern sind. Unser Testwagen, in einem dunklen Rot lackiert, machte gerade im Sonnenlicht Eindruck – mir gefiel die Form-Farbe-Kombination des Autos sehr gut. Die schicke Form hat allerdings auch handfeste Nachteile. Der Kofferraum fasst laut Hersteller gerade einmal 522 Liter Gepäck. Das klingt für einen 4,8-Meter langen Kombi unterdurchschnittlich und ist es auch. Zugutehalten muss man Mazda allerdings, dass hier der angegebene Platz ohne Zurechnung der Reserveradmulde gemeint ist, die fast alle Konkurrenten einfach noch hinzuaddieren. In der Mitte ist der Laderaum 110 cm lang, vom Ladeboden bis zur Abdeckung sind es 47 cm. Der Mazda 6 gehört damit nicht zu den Riesen, was auch für das Platzangebot für die Passagiere gilt. Sitzt vorn jemand mit sehr langen Beinen, wird es hinten knapper als beispielsweise im Skoda Superb Combi.

Hochwertiger Stoff

Langbeinern wird schnell noch etwas auffallen: Der Verstellbereich nach hinten könnte großzügiger sein. Mazda verschärft das Problem mit einer eigenwilligen Aufpreispolitik: Eine Neigungsverstellung gibt es nur zusammen mit einer elektrischen Sitzverstellung. Und die ist nur mit Ledersitzen zu haben, die es nicht für jede Version gibt, sondern nur für eine sehr kleine Auswahl. Was schade ist, denn schon die serienmäßigen Sitzbezüge aus Stoff wirken sehr hochwertig, auch wenn sie den Dreck vergleichsweise gut festhalten. Nachbessern könnte Mazda auch bei den nicht höhenverstellbaren Lendenwirbelstützen, der etwas schlaffen Sitzheizung und der Zugänglichkeit der Isofix-Bügel.

Fein verarbeitet

Nahezu tadellos ist dafür die Verarbeitung des Testwagens gewesen. Bis auf ein leises Knirschen der Mittelarmlehne und eine minimal schief eingebaute Heckklappe haben wir nichts gefunden, was zu beanstanden wäre. Auch bei der Auswahl der Materialien hat Mazda ein sicheres Gespür bewiesen – so große Diskrepanzen wie im VW Passat gibt es hier nicht. Das aber ausgerechnet die teuerste Farbe an einigen Stellen ziemlich dünn und ohne Klarlack aufgetragen wurde, schmälert den guten Eindruck etwas.