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Weiche!

Insektenleichen auf dem Lack: Wie loswerden?

Ratgeber

(Bild: Jessica Franz-von Ahn)

Die Überreste von Insekten können auf dem Lack ganz schön hartnäckig sein. Der Handel hat zahlreiche chemische Keulen im Angebot. Doch die sind meist unnötig. Denn mit einem einfachen Trick klappt es ebenso gut

Im Zusammenhang mit der Initiative „Rettet die Bienen [1]“ war immer mal wieder davon zu lesen, dass nach einer Autofahrt weniger Insektenleichen auf der Frontscheibe zu finden sind als vor Jahrzehnten. Gut für uns alle: Das Problem ist keineswegs aus der Welt. Damit stellt sich die Frage, wie man die Überreste wieder loswird. Eine chemische Keule kann helfen, ist aber meist nicht nötig.

Chemische Keule

Der Handel hat natürlich auch für diesen Fall vorgesorgt. In Baumärkten und dem Teilehandel finden sich diverse Mittelchen, die eine problemlose Beseitigung der Überreste versprechen. Das klappt unterschiedlich zufriedenstellend, wobei der Preis auch hier ein schlechter Indikator für die Wirksamkeit ist. Gute Mittel gibt es für rund 10 Euro, wer deutlich mehr ausgibt, bekommt nicht immer ein besseres. Vorteil dieser Lösemittel: Im besten Fall erfüllt es genau seinen Zweck. Nachteilig ist, dass es Geld kostet, einen chemischen Eintrag im Abwasser und Plastikmüll hinterlässt.

Knete

Man kann dem Problem auch mit Reinigungsknete (ab 11,59 €) [2] zu Leibe rücken. Mit ein wenig Gleitmittel, vor allem aber etwas Erfahrung lassen sich die Insektenleichen schnell entfernen. Die Knete sollte handwarm sein und nur mit leichtem Druck über den Lack geschoben werden. Dringend angeraten sei, sie in kurzen Abständen durchzukneten, um mit den Überresten keine Kratzer in den Lack zu ziehen. Ebenso zuverlässig wie die Insekten holt Knete allerdings auch jeglichen Lackschutz runter, der zuvor aufgetragen wurde, wobei es egal ist, ob dafür Wachs oder eine Versiegelung gewählt wurde.

Besser: weichen

Viel einfacher als all das ist es ohnehin, die Überreste aufzuweichen. Ideal ist dafür ein altes Frotteehandtuch, das klatschnass gemacht und über die befallenen Stellen gelegt wird. Ein Handtuch ist besser als Küchenpapier, weil es die Feuchtigkeit zuverlässiger auf dem Lack hält. Bei sehr hartnäckigen Überresten helfen ein, zwei Tropfen Spülmittel – oder einfach eine längere Zeit der Aufweichung. Im Anschluss lässt sich der „Friedhof“ meist ganz leicht abwaschen.

Im Prinzip ist es mit der Beseitigung der Insektenleichen ähnlich wie mit schmutzigen Felgen [3]: Etwas Vorsorge erleichtert die Angelegenheit ziemlich. Mit etwas Wachs oder einer Versiegelung haftet auch dieser Dreck nicht ganz so intensiv. Gute Erfahrungen habe ich mit Collinite 476s (ab 22,56 €) [4] und dem Sonax Polymer Netshield gemacht – zu letzterem finden Sie hier die Bilanz eines Langzeittests [5].


URL dieses Artikels:
http://www.heise.de/-4407822

Links in diesem Artikel:
[1] https://volksbegehren-artenvielfalt.de/
[2] https://www.heise.de/preisvergleich/rotweiss-reinigungsknete-100g-1510-a1640895.html?hocid=autos
[3] https://www.heise.de/autos/artikel/Zwei-Felgenversiegelungen-im-Test-Fazit-3878857.html
[4] https://www.heise.de/preisvergleich/collinite-super-doublecoat-auto-wachs-nr-476s-255g-a1617663.html?hocid=autos
[5] https://www.heise.de/autos/artikel/Versiegelung-im-Langzeittest-Sonax-Polymer-Netshield-3859625.html