Unterwegs im neuen Kia Soul EV

Realismus contra Besorgnis

Kia bringt mit dem kompakten Soul EV sein erstes vollelektrisches Fahrzeug nach Deutschland. Wir konnten bereits vor der Markteinführung im November 2014 einen Blick auf das Serienmodell werfen und eine erste Testfahrt unternehmen

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München, 1. Oktober 2014 – Kia bringt mit dem kompakten Soul EV sein erstes vollelektrisches Fahrzeug nach Deutschland. Wir konnten bereits vor der Markteinführung im November 2014 einen Blick auf das Serienmodell werfen und eine erste Testfahrt unternehmen.

Unser Testwagen mit dem 81 kW starken Elektromotor zeigt einen Ladezustand von 98 Prozent. Die daraus errechnete Reichweite gibt der Computer mit 142 Kilometer wieder. Laut NEFZ-Testzyklus sollten bei diesem Ladezustand der 27 Kilowattstunden fassenden Lithium-Ionen-Polymer-Batterie eigentlich über 200 Kilometer stehen. Der Soul EV ist da realistischer (oder sollten wir sagen, ehrlicher) und berechnet seine wahrscheinliche Reichweite über den Verbrauch der letzten 20 Fahrstrecken.

Das serienmäßige Acht-Zoll-Navigationssystem führt uns aus einem Münchner Randgebiet über die Autobahn und die Bundesstraße mitten hinein in die bayerische Landeshauptstadt. Einen großen Teil der Reichweitenangst nimmt uns das Navigationssystem. Es hätte uns gewarnt, wenn die geplante Route außerhalb der Reichweite liegen würde. Ohne nervöse Blicke auf Verbrauchs- und Reichweitenanzeige absolvieren wir die 52 Kilometer messende Testrunde.

Sagen Sie nicht, wir hätten Sie nicht gewarnt!

Bei schnelleren Streckenabschnitten auf der Autobahn und der Bundesstraße wählen wir den Fahrmodus "D". Nimmt man dann das Gas weg, segelt der Soul EV fast ohne Bremswirkung weiter. Rekuperiert wird so nur beim Bremsen. Im Stadtverkehr hat man die Möglichkeit, diese im "D plus Eco-" oder "B-Modus" zu verstärken. Im Letzteren bremst die Energierückgewinnung den Wagen beim Loslassen des Pedals über einen bestimmten Punkt so kräftig, dass man des Bremspedal nur mehr für Notbremsungen benutzen muss.

Am Ende unserer Fahrt stehen noch 69 Prozent der Ladung zur Verfügung, gut für weitere 100 Kilometer. Der Bordcomputer verleiht uns trotz zahlreicher Ampelstarts (in 11,2 Sekunden geht es von null auf 100 km/h) und einer Höchstgeschwindigkeitsfahrt (145 km/h, elektronisch begrenzt) acht von acht möglichen Punkten. Die Punkte werden als Blätter an einem Baum dargestellt. Viele Blätter heißt: Wir sind gut mit den uns verfügbaren Ressourcen umgegangen. 16,9 Kilowattstunden pro 100 Kilometer werden als absoluter Verbrauchswert daneben angezeigt. Dass das 2,2 Kilowattstunden mehr sind, als vom Werk aus angegeben, rückt beim Anblick des prachtvollen Blattwerks aber in den Hintergrund und Soul EV und Fahrer können sich gegenseitig auf die Schultern klopfen: gut gemacht.