Kiel will mit Luftreiniger Diesel-Fahrverbot verhindern

Die Stadt Kiel will ein drohendes Diesel-Fahrverbot mit technischer Hilfe verhindern. Bereits im Februar könnte für der Prototyp einer mobilen Absauganlage für einige Wochen testweise am vielbefahrenen Theodor-Heuss-Ring aufgestellt werden

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Purevento Stadtluftreiniger
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  • dpa

Die Stadt Kiel will ein drohendes Diesel-Fahrverbot mit technischer Hilfe verhindern. Bereits im Februar könnte für der Prototyp einer mobilen Absauganlage für einige Wochen testweise am vielbefahrenen Theodor-Heuss-Ring aufgestellt werden, sagte Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) am Donnerstag (10. Januar 2019) der Deutschen Presse-Agentur. „Wir können aber nicht allein auf die Anlage setzen.“ Sie sei nur eine Ergänzung zu den Plänen der Stadt.

Der Purevento Luftreiniger, hier als Modell E 120 mit Photovoltaik auf seinem Dach, saugt die Luft an der Straßenseite an und entlässt sie gereinigt Richtung Trottoir.

(Bild: Purevento)

An der Verkehrsachse werden die Grenzwerte für Schadstoffemissionen seit Jahren teils deutlich überschritten. Schleswig-Holsteins Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) will Fahrverbote mit allen Mitteln verhindern und arbeitet an einem Luftreinhalteplan. „Der Schutz der Gesundheit der Anwohner am Theodor-Heuss-Ring hat oberste Priorität“, sagte er. „Wir begrüßen daher jede Maßnahme, die zu einer Reduzierung der Stickoxidwerte beiträgt und werden den Modellversuch der Stadt Kiel fachlich begleiten.“

Ende 2018 hatte die Stadt Kiel vorgeschlagen, mit einem Tempolimit und einem Fahrverbot auf einer Spur die Luft an der Achse verbessern. Daneben gebe es Gespräche mit zwei Herstellern von Luftreinigungsanlagen, sagte Kämpfer. Von einer Anlage für die Mittelleitplanke gebe es allerdings noch keinen testbaren Prototypen, von dem mobilen „Stadtluftreiniger“ der Firma Purevento aus Trittau dagegen schon. Er hat die Größe eines Kleintransporters und ist mit einem Filtersystem ausgestattet. Der Container soll auf Höhe der Messanlage am Theodor-Heuss-Ring aufgestellt werden.

Purevento schreibt: „Herzstück des Stadtluftreinigers sind die synchron arbeitenden Reinigungseinheiten mit doppeltem Rückhaltesystem. Sie sorgen dafür, dass von der eingesogenen Luft sowohl Feststoffe wie Feinstaubpartikel als auch gasförmige Verunreinigungen wie Stickoxide zu 85% einbehalten werden.“

„Diesen Container kann man ohne großes Genehmigungsverfahren hinstellen“, sagte Kämpfer. Dieser werde dort aber nur einige Wochen stehen. „Die Firma möchte dieses Konzept gerne auch in anderen Bundesländern oder anderen Städten vorstellen.“ Weil die Technik noch in der Erprobungsphase sei, habe die Stadt sie nicht zu einem maßgeblichen Teil der Ende 2018 vorgelegten Planungen machen können. „Weder ist die Produktion gesichert, noch ist die Wirksamkeit im Betrieb nachgewiesen.“

„Wenn sich diese Container bewähren, dann kann ich die auch relativ schnell in einen Dauerbetrieb für die nächsten Jahre bringen“, sagte Kämpfer. Die dabei genutzten Filtermatten würden bereits in Stuttgart getestet, wo man bereits viele Möglichkeiten zur Reinigung ausprobiert hat. Eine fest installierte, großen Absauganlage sei schwieriger zu genehmigen. (fpi)