Toyotas Aygo sieht interessant aus, ist es aber nicht

Aygo to Hell

Kleine Autos erfreuen unser Herz, denn meistens sind sie auf eine angenehme, bäuerlich-bodenständige Art super. Manchmal sind sie aber auch ein Toyota Aygo. Der war unerwartet abscheulich

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Willkommen zu einer neuen Folge von „Es gibt ja heutzutage eigentlich gar keine schlechten Autos mehr, aaaber ...“, und wie bei jedem Satz mit „aber“ kann man den Satzteil vor diesem Wort als ungültig ansehen. Diesmal geht es um den aktuellen Toyota Aygo. Die Freundin sucht einen Kleinwagen französischen Stils, also bäuerlich robust, weil simpel aufgebaut und einfach zu fahren. Sie möchte damit Hunde, deren Dreck und die nötige, für Nichtexperten erstaunlich umfangreiche Zusatzausrüstung im erweiterten Stadtgebiet transportieren. Und da gefiel ihr die gelungen kesse Gestaltung des neuen Aygo. Also fuhr ich ihn jetzt einmal in flammneu. Den Dreckseimer.

Da mich Kollegen stets hilfebietend darauf ansprechen, legte ich wieder besonderen Wert auf die Prüfung des Plastiks im Innenraum. Das Plastik im Innenraum ist okay, finde ich. Vom Rest kann man das leider nicht sagen. Schon beim Losfahren stieß ich auf die unangenehme Erkenntnis, dass der Vormodells-Aygo aus dem Carsharing-Fuhrpark gar nicht durch das Herumrutschen der Kunden auf ihm ausgeleiert war, sondern dass Toyota den Aygo ab Werk ausgeleiert ausliefert. Die Schaltung schaltet wie ein durchschnittlich gewarteter Zweitgenerations-Polo nach der Motorüberholung bei 300.000 Kilometern. Die Pedale eiern herum, was aber weniger schlimm ist, weil weder Bremse noch Kupplung noch Gas irgendwie feinfühlig dosierbar sind. Es gibt keinen für den Laien erkennbaren Unterschied zwischen den beiden Generationen Aygo außer Plastik innen und Gestaltung außen. Kurzes Zwischenlob, bevor das Kritiksperrfeuer weitergeht: Die Beifahrerin kann den Tacho nicht einsehen. Gut gemacht, Toyota.

Achsenmacht Aygo

Dieser Motor hängt am Gas wie ... ach was: Er hängt überhaupt nicht am Gas, er sitzt in einem Plastik-Campingstuhl daneben und will nichts mit dem Gaspedal zu tun haben. Das passt gut zum Rest des Motors. Sein Ansprechverhalten ist eins, das im großen Krieg noch einen Artillerieeinschlag verkraften musste: „ESSEN, OPPA!! Es gibt ESSEN!“ Und dann sucht er erstmal seine Alukrücken. Wenn Sie eine Dame sehen, die in einem Aygo mit Vollgas einen nur virtuell vorhandenen Schleifpunkt der Kupplung sucht, dann verdammen Sie nicht ihr Geschlecht, sondern den Aygo. Der Aygo ruiniert in fahrmotorischer Hinsicht den Ruf der Frauen, die ihn fahren müssen.