Ton-Topf

Lautsprechersysteme für Motorradhelme im Vergleich

Die wohl gängigste Variante zum Musikhören auf dem Krad sind Helm-Kommunikationssysteme. Wer hingegen einfach nur Musik oder Navigationsanweisungen in den Helm bekommen möchte, findet im Headwave Tag eine Alternativlösung. Wir haben die beiden Konzepte verglichen

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Wer langweilige Autobahnfahrten oder Anreiseetappen mit dem Motorrad durch entspanntes Musikhören auflockern möchte, findet im Zubehörmarkt zahlreiche Alternativen. Die wohl gängigste Variante sind im Helm verbaute Kommunikationssysteme. Wer hingegen einfach nur Musik oder Navigationsanweisungen in den Helm bekommen möchte, findet im Headwave Tag eine Alternativlösung zu den klassischen Lautsprechern. Wir haben die beiden Konzepte verglichen.

Die Einbaulösung

Als Vertreter des der klassischen Kommunikationssysteme tritt ein Nolan N44 Evo inklusive des Nolan-Kommunikationssystems N-Com 901 LR an. Das N-Com wird mit zwei Lautsprechern und einem Mikrofon fest im Helm verbaut. Linksseitig wird an die Außenseite des Helmes ein Bedienteil angeklebt, ein USB-Ladeanschluss befindet sich hinten unten in der Helmschale integriert. Warum Nolan dafür immer noch auf einen wenig zeitgemäßen Mini-USB-Stecker setzt, bleibt ein Rätsel, denn durch die Bauform des Steckers kann das Anschließen des Ladekabels im tiefen Schacht ein Stück weit zur Fummelei ausarten.

Der große Vorteil des Nolan-Systems ist allerdings die Integration in den Helm: zwar dauert der Einbau – das N-Com ist auch einzeln für Nolan-Helme nachrüstbar – durchaus eine Weile, dafür ist das System völlig nahtlos im Helm verbaut. Daraus ergibt sich zugleich auch der Nachteil, dass das System eben nur in diesen und ein paar andere Nolan-Helme passt – aber eben nicht in alle. Steht irgendwann ein Helmwechsel zu einer anderen Marke an, kann man mit dem N-Com sowieso nichts mehr anfangen. Universallösungen von Sena oder Cardo sind da flexibler einsetzbar.

Die Anbaulösung

Der Headwave Tag verfolgt aufgrund seines Konstruktionsprinzips einen sehr viel weniger komplizierten Ansatz: Kern des Produktes ist die Idee, dass die Helmschale per Anregung durch einen Lautsprecher direkt als Klangkörper genutzt wird. Dementsprechend einfacher ist der „Einbau“ des Tag. Der beschränkt sich nämlich darauf, dass man zuerst mit Helm auf dem Kopf probehört, um eine optimale Position im hinteren Bereich des Helmes zu finden. Dann wird das beigefügte Klebepad auf den Tag aufgebracht, der Helm gereinigt und der Tag aufgeklebt.

Die gesamte Einheit ist dabei selbst flexibel, um sich unterschiedlichen Helmformen gut anzupassen. Beim Aufkleben bedeutet das aber auch ein wenig Kraftaufwand, denn insbesondere der mittlere Bereich, unter welchem sich der Vibrator befindet, muss für ein gutes Klangerlebnis unbedingt sauber auf der Helmschale aufliegen. Dafür wird der Tag leicht durchgebogen und mit der Mitte zuerst verklebt.

So unterschiedlich die Konzepte der beiden Systeme sind, so unterschiedlich ist auch das Klangerlebnis. Beim N-Com mit zwei im Helm verbauten Lautsprechern, genießt man eher ganz klassischen Kopfhörer-Stereoklang. Der Headwave Tag dagegen füllt eine recht breite Bühne um einen herum, wodurch die Ohren nicht so direkt beschallt werden und sich tatsächlich auch ein weniger anstrengenderes Musikerlebnis ergibt. Gleichzeitig fehlt dadurch aber auch ein echtes Stereobild, da die Musik nur aus einem Kanal auf die Helmschale vibriert wird.