Rotationsprinzip

Mazda: Batterieauto und Range Extender ab 2020

Mazda wird 2020 ein Elektrofahrzeug als Teil seines langfristigen Entwicklungsprogramms auf den Markt bringen. Das Batterieauto wird auf Wunsch zusätzlich mit einem kleinen, leichten und, wie Mazda es sagt „außergewöhnlich leisen Mazda Kreiskolben-Motor“ als Range-Extender ausgestattet

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(Bild: Mazda)

Von
  • Florian Pillau

Mazda wird 2020 ein mit einem Wankel-Range-Extender erhältliches Elektrofahrzeug als Teil seines langfristigen Entwicklungsprogramms auf den Markt bringen. Das kündigte der japanische Autoproduzent heute (2. Oktober 2018) in einer Pressemitteilung an. Entsprechende Andeutungen waren bereits zu Beginn des Jahres umgelaufen. Übergangsweise will Mazda den Verbrennungsmotor stark modifizieren und bietet dazu bereits ab nächstem Jahr einen Benzinmotor mit (teil)homogener Selbstzündung an.

Auf dem Gebiet der E-Autos sollen ein Jahr später zunächst zwei Varianten eines neuen Batterieautos angeboten werden. Die eine ausschließlich mit Strom aus einer Batterie, die andere zusätzlich mit einem kleinen, leichten und, wie Mazda es sagt „außergewöhnlich leisen Mazda Kreiskolben-Motor“ als Range-Extender dient. Dieser Reichweiten-Verlängerer soll die Fahrzeugbatterie bedarfsweise während der Fahrt laden und den Kunden die Reichweitenangst nehmen.

So leise wie rein elektrisch

Laut einer von Mazda eingereichten Patentanmeldung könnte der Motor unter dem Kofferraumboden liegend eingebaut werden, möglicherweise, um Vibrationen noch besser tilgen zu können. Mazda scheint sehr daran gelegen, den Range Extender so leise zu machen wie den Elektroantrieb. Eine konsequente Überlegung und – richtig umgesetzt – ein potenzielles Alleinstellungsmerkmal angesichts des Vorteils der leisen rein elektrischen Fortbewegung. Der Kreiskolben bietet sich dazu besonders an, weil er selbst als Einscheibenmotor sehr vibrationsarm läuft.

Mazda schreibt zum Wankel: „Das Konzept des rotatorisch angetriebenen Range Extenders bestand darin, die Kompaktheit und die hohe Leistungsdichte des Wankelmotors zu nutzen, um mehrere Elektrifizierungstechnologien über ein gemeinsames Layout zu ermöglichen. Er soll die Verträglichkeit des Kreiskolbenmotors für Flüssiggasbetrieb nutzen können und in Notfällen eine Stromquelle bereitstellen können.“

Letzteres ist ein spezifisch japanisches Zivilschutzthema. Dort arbeitet man bereits seit einigen Jahren daran, eine Ersatzstromversorgung aus Elektroautos für dort häufiger zu erwartenden Katastrophenfälle aufgrund der geologischen Gegebenheiten des Landes aufzubauen.

Elektrifizierung beginnen, wo es sinnvoll ist

Mazda will die CO2-Emissionen im Rahmen eines langfristigen Entwicklungsprogramms reduzieren. Die Fahrfreude soll dabei durch den Einsatz kompakter, leichter Elektrifizierungstechnologien und verfeinerter Verbrennungsmotoren erhalten bleiben. Elektrofahrzeuge sollen in Regionen eingeführt werden, in denen ein hoher Anteil von Strom aus erneuerbaren Energiequellen erzeugt wird oder bestimmte Fahrzeugtypen zur lokalen Verringerung der Luftverschmutzung eingeschränkt werden. Mazda fasst einen Teil seiner langfristigen Überlegungen zum Thema E-Mobilität so zusammen:

- Bis zum Jahr 2050 eine Senkung der CO2-Emissionen um durchschnittlich 90 Prozent im Vergleich zu 2010. Daher wird Mazda bis 2030 eine Elektrifizierung in allen Produktionsfahrzeugen einführen.

- Bis zum Jahr 2030 erwartet Mazda, dass Verbrennungsmotoren in Verbindung mit irgendeiner Form der Elektrifizierung 95 Prozent der produzierten Fahrzeuge ausmachen, Batterieautos 5 Prozent.

- Die Eigenentwicklung von Elektrofahrzeugen soll die Vorteile elektrischer Antriebe nutzen und sich von Mazdas Entwicklungsphilosophie leiten lassen, die sich auf menschliche Eigenschaften und Empfindsamkeiten konzentriert.