Mazda verwahrt sich gegen Manipulationsverdacht

n Japan wurde Mazda wegen unplausibler Angaben in Abgas- und Verbrauchstests vom Ministerium für Land, Infrastruktur, Verkehr und Tourismus (MLIT) um eine Stellungnahme gebeten. Mazda räumte jetzt Mess- und Methodenfehler ein, nicht aber eine bewusste Manipulation der Messung oder der Daten

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  • Florian Pillau

In Japan wurde Mazda wegen unplausibler Angaben in Abgas- und Verbrauchstests vom Ministerium für Land, Infrastruktur, Verkehr und Tourismus (MLIT) um eine Stellungnahme gebeten. Mazda räumte jetzt Mess- und Methodenfehler ein, aber keine bewusste Manipulation.

Es wäre fast eine Überraschung, wenn nur Volkswagen betrogen hätte. Jetzt wird erst einmal viel nachgemessen. Herr Ingenieur Knöfel vom ADAC und ein vom Abgasbetrug betroffener VW auf dem Prüfstand des Clubs in Landsberg.

(Bild: Florian Pillau)

Nach dem Abgasbetrug durch Volkswagen stehen weitere Autohersteller unter dem Verdacht, bei den Abgaswerten zu manipulieren oder dies getan zu haben. In Deutschland wird unter anderen das Modell 6 des japanischen Herstellers Mazda dahingehend untersucht. In Japan wurde der Hersteller unterdessen wegen unplausibler Angaben vom MLIT um eine Stellungnahme gebeten. Heute (9. August 2018) veröffentlichte Mazda das Ergebnis seiner Untersuchung.

Sie wurde auf eine Anfrage des MLIT vom 9. Juli nach der Entdeckung betrügerischer Testpraktiken bei anderen Autoherstellern durchgeführt. Mazda räumt dabei einen Messfehler ein, nicht aber eine bewusste Manipulation der Messung oder der Daten.

Die Untersuchung umfasste sowohl das japanische JC08- als auch das ähnliche WLTP Testverfahren und bestätigte keine unzulässige Veränderung oder Verfälschung der Testdaten in beiden Verfahren. Allerdings wurden in 72 von 1472 im JC08-Modus getesteten Fahrzeugen Testdaten mit Fehlern bei der Fahrgeschwindigkeit falsch behandelt. Eine erneut Überprüfung ergab keine Auswirkungen auf die Spezifikation der Kraftstoffverbrauchs- und Emissionszahlen. Im WLTC-Modus wurden keine derartigen Fälle gefunden.

Mazda sagt, man habe zwei Ursachen für die fehlerhaften Daten identifiziert. Erstens wurde das System nicht so eingerichtet, dass die Ergebnisse automatisch ungültig werden, wenn die Geschwindigkeit nicht im vorgeschriebenen Korridor lag. Zweitens überließen die Testverfahren die Ermittlung solcher Fehler jedem einzelnen Prüfer.

Um ein erneutes Auftreten solcher Fehler zu verhindern, hat sich Mazda zu zwei Schritten entschieden: Das System wird so eingerichtet, dass Testergebnisse im Falle eines Geschwindigkeits-Fehlers automatisch als ungültig behandelt werden. Zudem prüfen mehrere Mitarbeiter die Daten, einschließlich Fehler bei der Geschwindigkeitsüberwachung.

Mazda schließt seine Mitteilung mit den Worten „Wir möchten uns aufrichtig für die Besorgnis entschuldigen, die diese Angelegenheit unseren Kunden und allen unseren Interessengruppen bereitet hat. Wir behandeln die Angelegenheit sehr ernst und werden alle Anstrengungen unternehmen, um ähnliche Vorkommnisse in der Zukunft zu verhindern.“