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Mercedes: GLE und GLC als Plug-in-Hybride

Alternative Antriebe
Mercedes GLE 300de

(Bild: Daimler)

Mercedes stellt auf der IAA 2019 (12. bis 22. September) zwei neue Plug-in-Hybride vor. Damit ist nun in fast jedem Segment mindestens ein solches Antriebskonzept von Mercedes zu haben. GLE 350de und GLC 300e eint die Systemleistung von 235 kW (320 PS), sonst allerdings wenig

Mercedes stellt auf der IAA 2019 (12. bis 22. September) zwei neue Plug-in-Hybride vor. Damit ist nun in fast jedem Segment mindestens ein solches Antriebskonzept von Mercedes zu haben. GLE 350de und GLC 300e eint die Systemleistung von 235 kW (320 PS), sonst allerdings wenig.

Der größere der beiden SUV, der GLE, geht an zwei Stellen einen ungewöhnlichen Weg. Zum einen verwendet Mercedes hier als Verbrenner den intern OM654 genannten Vierzylinder-Diesel. Eine der Hauptanforderungen bei der Entwicklung dieses Selbstzünders war ein geringer Stickoxidausstoß – mit Erfolg: Diese Motoren gehören zu jenen Diesel, die auch im RDE wenig NOx emittieren [1]. Die Idee, einen Diesel in einem Hybrid einzusetzen, ist nicht neu, PSA hat das in der Vergangenheit auch schon getan. Im GLE wird die Ausbaustufe mit 143 kW (194 PS) verwendet, die beispielsweise auch im C 220d (Test) [2] verbaut wird.

Üppig

Ungewöhnlich üppig dimensioniert Mercedes auch die Batterie. Mit 31,2 kWh Kapazität ist sie die aktuell größte, die in einem hierzulande angebotenen Plug-in-Hybrid eingebaut wird. Vor gar nicht allzu langer Zeit wäre das eine durchschnittliche E-Auto-Ausstattung gewesen. Sinnvollerweise kann sie auch mit Gleichstrom geladen werden. An einer „entsprechenden“ Ladesäule soll es von 10 auf 80 Prozent SoC in ca. 20 Minuten gehen, wer 10 Minuten mehr Zeit hat, kann die Batterie auch komplett aufladen. Mit Wechselstrom sind in beiden SUV bis zu 7,4 kW Ladeleistung [3] möglich.

Wobei zur Wahrheit auch gehört, dass mit dem GLE [4] hier ein ganz und gar nicht durchschnittliches Auto bewegt werden muss, sondern ein recht großes und schweres. Mit 4,92 Metern ist er etwa so lang wie ein Mercedes E-Klasse T-Modell. Doch schon der 300d, der ja im Prinzip den gleichen Verbrennungsmotor drin hat, wiegt 2165 kg. Beim GLE 300de kommt noch die Last der Batterie hinzu. Mercedes wird seine Gründe haben, das Gewicht dieses „grün angestrichenen [5]“ Modells zu verschweigen. 2,4 Tonnen dürften es schätzungsweise locker sein.

Alte Norm

Die elektrische Reichweite gibt Mercedes im WLTP mit 90 bis 99 km an. Es ist der einzige Wert, den der Hersteller im neuen Zyklus angibt. Sämtliche Verbrauchswerte, darunter der kombinierte Spritverbrauch von 1,1 Litern/100 km und der Stromverbrauch von 25,4 kWh/100 km sind im NEFZ aufgeführt. Zur Abgasnorm schweigt Mercedes, doch immerhin besteht hier Hoffnung: Mercedes gehört zu den wenigen Herstellern, die schon eine gewisse Auswahl an Euro-6d-Modellen anbietet.

Die Kombination aus einem 143-kW-Verbrenner und einem 100-kW-E-Motor ermöglicht selbst in diesem schweren Auto sehr anständige Fahrleistungen. Zum maximalen Systemdrehmoment von 700 Nm steuert der Diesel 400 bei, der E-Motor 440. Mercedes nennt 6,8 Sekunden im Standardsprint und 210 kmh Spitze. Immerhin 160 km/h sind rein elektrisch drin.

Geschrumpft

Im Vergleich zum GLE wirkt der GLC [6] deutlich kompakter, was er ja auch ist: Knapp 30 cm trennen die beiden in der Länge. Mercedes schreibt, die Kunden müssten nur geringfügige Einschränkungen beim Kofferraumvolumen hinnehmen, wenn sie statt eines GLC mit alleinigem Verbrennungsmotor den GLC Plug-in-Hybrid wählen. Das ist allerdings reichlich euphemistisch, denn statt 550 sind es im Teil-Elektriker nur noch 395 Liter – also gerade einmal 25 Liter mehr als in einer Mercedes A-Klasse [7].

Beim Gewicht sind es rund 270 Kilogramm, wobei die Differenz zwischen alleinigem Verbrenner und Plug-in-Hybrid hier nicht ganz so drastisch ausfallen dürfte wie im GLE. Denn Mercedes baut in den GLC 300e eine mit 13,5 kWh Kapazität viel kleinere Batterie ein. Die Reichweite im WLTP [8] soll zwischen 39 und 43 km liegen. Der Verbrauch wird auch hier im NEFZ angegeben: 2,2 bis 2,5 Liter und 16,5 bis 17,8 kWh sollen es im alten Zyklus sein.

Der Antriebsstrang setzt sich hier aus einem Benziner mit 155 kW (211 PS) und einem 90 kW-E-Motor zusammen. Die Fahrleistungen sind nochmals deutlich flotter als im GLE. 5,7 Sekunden für den Sprint auf Tempo 100 und bis zu 230 km/h dürften auch verwöhnte Fahrer nicht unglücklich machen.


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[1] https://www.heise.de/autos/artikel/Neue-Diesel-Fast-kein-NOx-mehr-4352045.html
[2] https://www.heise.de/autos/artikel/Im-Test-Mercedes-C-220d-4329494.html
[3] https://www.heise.de/autos/artikel/Warum-wieder-nur-7-4-kW-4430579.html
[4] https://www.heise.de/autos/artikel/Neuvorstellung-Mercedes-Benz-GLE-4161348.html
[5] https://www.heise.de/autos/artikel/Klartext-Doppelt-oder-nichts-4347696.html
[6] https://www.heise.de/autos/artikel/Test-Mercedes-GLC-F-Cell-4367711.html
[7] https://www.heise.de/autos/artikel/Test-Mercedes-A200-4248631.html
[8] https://www.heise.de/autos/artikel/Plug-in-Hybrid-Verbrauchsermittlung-im-WLTP-4225028.html