Gelbwucht

Messerundgang: Shanghai Auto Show 2019

Auf dem Rundgang über die Shanghai-Messe fallen die unzähligen SUV in allen Größen auf. Die meisten Chinesen darunter sind elektrisch betrieben. Der Hybrid findet hier kaum noch statt. Gefragt sind SUVs mit elektrischem Antrieb und Limousinen mit langem Radstand

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Es ist morgens um sieben in Shanghai, und die Welt ist schon seit Stunden nicht mehr in Ordnung. Denn die Luft ist zum Schneiden dick, der Verkehr staut sich auf jeder der vielen Spuren. Und das ist erst der Anfang. Anders als die gesättigten Märkte in Europa und Amerika hat China den Zenit der Massenmobilisierung noch längst nicht erreicht. Selbst wenn sich das Wachstum gerade ein wenig verlangsamt, werden noch viele Autos auf die Straßen Shanghais kommen, wie in die hundert weiteren Millionenstädte im Reich der Mitte auch. Allein mit dem Verbrennungsmotor wird das nicht funktionieren.

Einen Teil dieser Autos gibt es auf der Messe Auto Shanghai (18. bis 25. April 2019) zu sehen. Wie eh und je fahren dort zwar die ausländischen Hersteller und allen voran die Deutschen groß auf. Doch Jahr für Jahr kann man die Emanzipation der heimischen Anbieter beobachten, die eigenständige Designs statt plumper Plagiate entwickeln und zumindest bei Elektromobilität und Connectivity teilweise mindestens ebenbürtig erscheinen.

Ohne Ballast

Im Blickpunkt des Interesses stehen vor allem Newcomer wie Nio, Byton und Weltmeister. Sie treten ohne den Ballast von Benziner oder Diesel an und schauen weniger auf VW und Mercedes – sondern auf Tesla. Während Byton beim Heimspiel allerdings schwänzt und die nächste Neuheit passenderweise erst auf der Elektronikmesse CES Asia in zwei Monaten – ebenfalls in Shanghai – enthüllen will, zieht Nio auf der Autoshow das Tuch vom ET. Mit diesem Wagen wollen die Chinesen nach zwei Crossovern beweisen, dass Stromer nicht immer SUV sein müssen, sondern auch als Limousine funktionieren können.

Im Windschatten von Nio und Byton fahren auf der Messe noch eine ganze Reihe anderer Marken, die sich allein elektrisch etablieren wollen. Namen wie Baoyun, Leap Motor oder Goyon haben die meisten Menschen in Europa vermutlich noch nie gehört, doch die mehrheitlich als SUV konzipierten Stromer hätten durchaus auch hier ihre Chancen. Sie haben jede Menge digitale Assistenten an Bord und locken mit Reichweiten von angeblich bis zu 700 Kilometern.

Nur für China

Die Importeure zeigen immer öfter Autos, die es so erstmal nur in China geben wird. Das beginnt bei den üblichen Langversionen mit mehr Radstand und mehr Platz im Fond, zu deren neuesten Modellen die AMG-Version der A-Klasse-Limousine bei Mercedes und der 3er bei BMW zählen. Bei VW führt das zum Beispiel zu gleich sechs neuen SUVs, von denen es vermutlich keines nach Europa schaffen wird.