Elektrischer Reiter

Mitfahrbericht: Ford Mustang Mach-E

Ford macht aus einer Modellbezeichnung für einen Sportwagen für Petrolheads eine Elektroauto-Marke. Das ist mutig. Man kann es entweder ein Zeichen für gesteigerte Verzweiflung sehen oder aber für die vollkommene Überzeugung, auf der richtigen Spur abzubiegen

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Ford macht aus einer Modellbezeichnung für einen Sportwagen für Petrolheads eine Elektroauto-Marke. Das ist mutig. Man kann es entweder ein Zeichen für gesteigerte Verzweiflung am Scheideweg von Verbrennungs- und Elektroantrieb sehen oder aber für die vollkommene Überzeugung, auf der richtigen Spur abzubiegen. Unser Autor konnte in einem Vorserienmodell mitfahren.

Format ähnlich der Konkurrenz

Das neue Mustang-Modell wird nicht nur batterieelektrisch angetrieben – es ist auch kein flacher Sportwagen mehr, sondern ein hoch aufragender Viertürer. Das 4,71 Meter lange, 1,88 m breite und 1,60 m hohe Elektro-SUV ist als solches ein Resultat des Zeitgeistes, die Begeisterung beim Publikum für große Autos ist seit mittlerweile 20 Jahren verlässlich angewachsen. Seine Abmessungen liegen dicht bei denen des kommenden Tesla Model Y, bereits erhältliche Wettbewerbsmodelle heißen Audi E-Tron (Test), Jaguar i-Pace (Test) und Mercedes EQC (Test). Ford will den Mach-E erst rund in einem Jahr gegen Ende 2020 ab 46.900 Euro verkaufen.

Hochformat wie im Tesla

Das hochkant eingebaute Multifunktions-Tablet in Armaturenbrettmitte mit einer Bildschirmdiagonale von 15,5 Zoll könnte auch aus einem Tesla-Modell stammen. Erfreulicherweise haben die Entwickler nicht den Fehler wie beim Tesla Model 3 (Test) gemacht, auf diesen Touchscreen als alleinige Bedieneinheit zu setzen. Die Informationsflut auf dem mächtigen Zentraldisplay ist groß. Gut, dass der Fahrer Hinter dem Lenkrad noch das kleine Display mit immerhin 10,2 Zoll Größe hat, das Design und Informationsgehalt je nach Fahrprogramm anpasst.

Das Platzangebot im Innern ist gut, trotz für ein Elektromodell recht langen Haube. Vorne wie hinten können Personen bis 1,90 Meter und ein paar Zentimeter mehr unter dem optionalen Panoramadach gut sitzen. Die Beinfreiheit passt. Das Ladevolumen verteilt sich auf ein ausspritzbares Fach vorn unter der Haube mit 100 Litern, der hintere Kofferraum fasst 402 Liter. Wer die Rücksitze umlegt, bekommt 1420 Liter Volumen und eine ebene Ladefläche.

Andere Batterie, mehr Leistung

Das Basismodell des Ford Mustang Mach-E wird von einem Elektromotor an der Hinterachse angetrieben, der normalerweise 190 kW und 410 Nm Drehmoment und dem „Extended Range“-Akku 210 kW liefert. Mit einem zusätzlichen 50-kW-Motor an der Vorderachse steigt die Leistung auf 248 kW und das höchste Drehmoment auf 581 Nm. Maximaltempo beider Modelle: 185 km/h.

Für Frühjahr 2021 ist eine Höchstleistungsvariante Mustang Mach-E Performance GT mit Allradantrieb, 342 kW und 830 Nm angekündigt. Die Höchstgeschwindigkeit bleibt im Sinne der Reichweite begrenzt – auf immerhin 200 km/h. Aus dem Stand auf 100 km/h verspricht Ford „weniger als acht“, für die Allrad-Variante „unter sechs“ und für die Performance-Variante „unter vier Sekunden“ Beschleunigungszeit.