Richtung Strom

Neue E-Autos 2020

2020 könnte das Jahr des E-Autos werden. Die politischen Rahmenbedingungen sind dafür gesetzt, nun folgt das Angebot. Der Kunde hat dabei eine größere Auswahl als jemals zuvor. Die batterieelektrischen Neuheiten des Jahres 2020

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
Druckansicht Kommentare lesen 1865 Beiträge
25 Bilder
Von

Nun gilt es: Wenn sich das Elektroauto auf dem deutschen Markt jemals auf breiter Front durchsetzen sollte, ist 2020 das Jahr dafür. Denn niemals zuvor wurden die politischen Rahmenbedingungen so eindeutig ausgerichtet. Dienstwagenfahrer müssen die private Nutzung nur mit einem halben Prozent versteuern, [Ergänzung 14. Januar 2020; 10:40 Uhr]

Privat genutzte, elektrifizierte Dienstwagen müssen seit dem 1. Januar 2020 nur noch mit 0,25 Prozent versteuert werden, sofern der Bruttolistenpreis maximal 40.000 Euro beträgt.

Steuerzahler und Hersteller fördern den Kauf von bestimmten E-Autos mit bis zu 6570 Euro. Die 10 Jahre Befreiung von der Kfz-Steuer für E-Autos gilt ebenfalls weiterhin.

Mehr als Studien

Dazu wächst das Angebot, wobei in diesem Jahr wohl die berechtigte Hoffnung besteht, dass die Hersteller mehr als nur schmucke Studien vorweisen können. So steigen 2020 eine Reihe von interessanten E-Autos in das reale Rennen um die Kundschaft ein. Die Autohersteller folgen dabei nicht etwa dem insgesamt noch zögerlichen Interesse der Neuwagenkäufer. Die Absatzzahlen von Autos mit alternativen Antrieben stiegen in der jüngeren Vergangenheit zwar, im Vergleich zu Modellen mit Verbrennungsmotor sind sie jedoch noch immer gering.

Für die Hersteller geht es um sehr viel mehr als die Pflege einer Nische oder des Images. 2020 ist das erste Jahr, in dem der Flottenverbrauch eine Rolle spielt. Der neue CO2-Grenzwert ist nicht einheitlich, sondern richtet sich nach dem Durchschnittsgewicht der verkauften Autos eines Herstellers. Bei Mercedes beispielsweise liegt der Grenzwert damit etwas höher als bei PSA. Unabhängig davon stellt er alle Hersteller vor die große Herausforderung, den Flottenverbrauch massiv sehr schnell zu senken. Andernfalls drohen Strafen, die in der Bilanz richtig schmerzen – und zwar pro verkauftem Auto, nicht etwa nur pro verkauftem Spritschlucker. Zur Verdeutlichung: Bei nur zehn Gramm CO2 über dem herstellerspezifischen Flottenverbrauch legt der Hersteller 950 Euro an Strafe pro verkauftem Auto auf den Tisch. Für die Hersteller geht es hier also nicht um ein paar Nadelstiche in der Bilanz, sondern um Milliarden.

Stunde der E-Autos

Damit schlägt unter Umständen die Stunde der E-Autos, denn mit ihrer Hilfe kann der Flottenverbrauch schnell gesenkt werden. Batterieelektrische Autos und Plug-in-Hybride mit weniger als 50 g CO2/km zählen 2020 doppelt, 2021 mit dem Faktor 1,67, 2022 dann mit 1,33. Der Gesamtnachlass durch Supercredits wird über drei Jahre mit maximal 7,5 Gramm angerechnet. Die Hersteller werden also 2020 ganz genau schauen, welche Autos mit welcher Motorisierung verkauft werden. Sie werden alle ihnen zur Verfügung stehenden Hebel nutzen, um beim Flottenverbrauch eine Punktlandung hinzulegen.

Dem E-Auto fällt dabei eine besondere Rolle zu, was Interessenten durchaus freuen darf. Denn wer noch schwankt, dem sei eine Probefahrt wärmstens empfohlen. Allein schon Geräuschkomfort und Fahreindruck sind dazu geeignet, auch Menschen von einem E-Auto zu überzeugen, denen es prinzipiell egal ist, ob sie Strom oder Sprit tanken. Ist ein vergleichbarer Verbrenner, auch bedingt durch die politischen Lenkungselemente, beim Kauf nicht mehr dramatisch billiger als ein E-Auto, könnte das so manches Rennen um eine Unterschrift unter einem Kaufvertrag für sich entscheiden. Ein fernes Szenario, meinen Sie? Nein, Konzerne wie PSA und Volkswagen sind gerade dabei, entsprechende Angebote auszulegen. Es ist kaum vorstellbar, dass dies auf dem Markt in diesem Jahr ohne Folgen bleiben wird.

(mfz)