Nürnberg will auf Umweltzone verzichten

Nürnberg will auf Umweltzone verzichten

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Autofahrer brauchen bis auf weiteres keine Umweltplakette, wenn sie nach Nürnberg fahren: Die Stadt will auf die Einführung einer Umweltzone möglichst verzichten. In diesem Jahr sei damit jedenfalls nicht zu rechnen, betonte Umweltreferent Peter Pluschke (Grüne) am 20. Januar. Auch für die darauffolgenden Jahre würden andere Maßnahmen favorisiert, um bei der Luftreinhaltung die vorgeschriebenen Grenzwerte zu erreichen.

Etliche Großstädte, darunter auch München, haben bereits Umweltzonen eingeführt. In Nürnberg hält man davon aber nicht viel. "Die Umweltzone ist ein schwaches Mittel", sagte Pluschke. Sie sei vor allem dort eingerichtet worden, wo die Feinstaubbelastung den EU-Grenzwert von 50 Mikrogramm je Kubikmeter mehrfach überschritten hat. Dies sei in Nürnberg bisher nicht der Fall gewesen.

Eine neue Herausforderung kommt nach Pluschkes Worten aber jetzt auf die Kommunen zu, denn seit Jahresbeginn gebe es auch einen verbindlichen Grenzwert für Stickstoffdioxid. Dieser werde in Nürnberg an einer Messstelle überschritten. "Wir werden ein Problem bekommen", sagte der Umweltreferent. Die Stadt wolle aber erreichen, dass ihr von der EU eine Frist bis 2015 eingeräumt werde, um die Luftbelastung auch ohne Umweltzone zu senken.

"Wir wollen mit anderen Maßnahmen bessere Effekte erzielen", sagte Pluschke. Dazu zählt er den Ausbau des Bus- und Bahnverkehrs, die Förderung des Fahrradverkehrs, die Nutzung von Verkehrs- und Parkleitsystemen sowie die Verringerung des Schwerlastverkehrs. (dpa) /