Aufgehellt

Opel Insignia Facelift

Opel überarbeitet sein Topmodell Insignia sanft, verrät aber noch nicht alle Details. Deutlich verfeinert wurde das Matrix-Licht, auch bei den Motoren stehen größere Veränderungen an

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Knapp 1,2 Millionen Insignia hat Opel bislang gebaut – keine schlechte Bilanz für zehn Jahre. Die Zeiten werden allerdings nicht einfacher. Die Limousinen- und Kombi-Nachfrage sinkt tendenziell, bei Ford beispielsweise gibt es offenbar die Überlegung, den Mondeo ganz aus dem Sortiment zu nehmen. Der Insignia muss sich in diesem schmaler werdenden Umfeld zudem unter anderem der umfangreich überarbeiteten Konkurrenz von Volkswagen stellen. Dafür legt auch Opel nun nach, bleibt die entscheidenden Antworten aber vorerst noch schuldig.

Die offizielle Weltpremiere des modellgepflegten Opel Insignia soll auf der Automesse in Brüssel (10. bis 19. Januar 2020) stattfinden. Es ist nicht gerade eine große Bühne, die Opel sich da gesucht hat. Zumindest auf den ersten Blick hat sich auch nicht wahnsinnig viel getan. Ein bisschen Retusche an der Front und ein partieller Ausbau der Assistenten – soviel verrät Opel schon heute. Dabei dürfte es kaum bleiben. Im Begleitschreiben ist die Rede von einer „komplett neuen Antriebspalette besonders wirtschaftlicher Benzin- und Dieselmotoren“. Zumindest an der Basis könnten das jener 1,2-Liter-Dreizylinder sein, der seit mit 110, 130 und 145 PS im gerade überarbeiteten Astra angeboten wird. Opel lässt sich diesbezüglich noch nicht in die Karten schauen.

Interessant an dieser Aussage ist jedoch vielmehr, was dort nicht steht: Eine Alternative zur Verbrennung von Öl scheint nicht geplant. Der Hybridantrieb, der im Peugeot 508 seit kurzem angeboten wird, lässt sich in den aktuellen Insignia offenbar nicht so einfach integrieren. Sollte es dabei bleiben, wäre das im stark subventionierten Geschäft mit gewerblichen Zulassungen ein nicht zu unterschätzender Nachteil. Für Opel ist das nicht etwa ein Nebengleis: 90,6 Prozent aller neuen Insignia, die zwischen Januar und Oktober 2019 hierzulande verkauft wurden, gingen auf gewerbliche Zulassungen zurück. Schon geringe Verschiebungen auf diesem Markt hätten gewaltige Auswirkungen.

Blick geschärft

Was Opel jetzt schon verrät: es gibt eine neue Rückfahrkamera, die offenbar eine höhere Auflösung hat als bisher. Neu ist auch ein Rückfahrassistent, der mit Radarsensoren beim Ausparken vor sich nähernden Verkehrsteilnehmern warnt. Die Unterhaltungselektronik wurde erst 2018 modernisiert, hier gibt es nur neue gestaltete Symbole für einen anderen Eindruck auf dem Display.

LED-Scheinwerfer sind künftig serienmäßig. Deutlich aufwendiger als bisher ist das weiterhin aufpreispflichtige Matrix-Licht. Bisher verbaute Opel 32 LED-Elemente, nun sind es insgesamt 168. Damit ist theoretisch eine wesentlich präzisiere Schattierung anderer Verkehrsteilnehmer möglich, der Bereich, der ausgespart wird, um andere nicht zu blenden, kann damit kleiner werden. Zudem ist es mit einer feineren Auflösung möglich, beispielsweise Verkehrsschilder nicht mehr ganz so stark anzustrahlen. Ob Opel diese Chancen nutzt, wird ein Test zeigen. Im Beipackzettel heißt es vorerst nur: Linkskurven werden nun breiter nach links ausgeleuchtet. Und das Autobahnlicht richtet sich stärker als bisher nach rechts aus.

Schnäppchen

Noch äußert sich Opel nicht zu Preisen und einem möglichen Marktstart. Mit letzterem rechnen wir spätestens im zweiten Quartal 2020. Der günstigste Insignia ist aktuell der 1.5 Direct Injection Turbo in der Business Edition für 27.160 Euro, der Kombi kostet 1100 Euro mehr. Tageszulassungen sind im Netz für teilweise unter 21.000 Euro zu haben. Ein sehr fairer Preis für einen großen, ausgereiften Kombi.

(mfz)