Monokultur

Opel stellt überarbeiteten Insignia vor

Opel stellt seinen überarbeiteten Insignia auf dem Autosalon in Brüssel (9. bis 19. Januar 2020) vor und zeigt erstmals das Spitzenmodell GSi. Im Gegensatz zum Wettbewerb muss die Modellpalette weiterhin mit einer reinen Monokultur aus Verbrennungsantrieben auskommen

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Opel stellt seinen überarbeiteten Insignia auf dem Autosalon in Brüssel (9. bis 19. Januar 2020) vor und zeigt erstmals das Spitzenmodell GSi. Sein Zweiliter-Benziner leistet nur mehr 169 kW (230 PS) und bietet 350 Nm Drehmoment statt wie bisher 191 kW (260 PS) und 400 Nm. Die Automatik des GSi bekommt neun statt acht Stufen. Es bleibt bei den Ausstattungen mit adaptivem Fahrwerk und dem Allradantrieb mit Hinterachs-Torque Vectoring. Als Kraftstoffverbrauch gemäß WLTP gibt Opel für den neuen GSi kombiniert 8,5 – 8,3 l/100 km an.

Neue Motoren- und Getriebegeneration ...

Opel hat die Antriebe vereinheitlicht, künftig stammen Drei- und Vierzylinder aus einer Motorenfamilie statt wie bisher aus drei verschiedenen. Der 1,3-Liter-Dreizylinder-Benziner mit 107 kW (145 PS) und der 1,5-Liter-Diesel mit 90 kW (122 PS) sind die Basismotorisierungen.

Leistungsorienterteren Kunden bietet Opel die Option auf einen Zweiliter-Benziner mit vier Zylindern mit 147 kW (200 PS) und im GSi 169 kW (230 PS). Es ist Opels erster Motor mit Zylinderabschaltung. Die variable Nockenwellensteuerung kann in bestimmten Betriebszuständen die Ventile zweier Zylinder schließen. Etwas später im Jahr will Opel zudem einen Zweiliter-Diesel nachreichen.

Zu den laut Opel „neuen“ Sechsgang-Schaltgetrieben, der stufenlosen Automatik (CVT) und der Acht-Stufen-Wandlerautomatik kommt nun noch eine Wandlerautomatik mit neun Übersetzungen. In einer Tabelle mit den ab Februar bestellbaren Varianten erscheint noch kein CVT, es ist aber zu vermuten, dass es später jedenfalls mit dem 1,3-Liter-Dreizylinder-Ottomotor angeboten wird.

Eine Kombination, die wir erst kürzlich im Opel Astra (Test) fahren konnten. Ebensowenig gibt die Tabelle heute bereits Auskunft darüber, in welchen Insignia-Modellen außer dem GSi die Neunstufen-Automatik erhältlich sein wird.

… ohne Elektrifizierung

Was im Insignia allerdings auch 2020 nicht angeboten werden soll, sind elektrifizierte Antriebe. Das überrascht angesichts der Fülle an Hybridversionen konkurrierender Hersteller. Denn so angreifbar Hybride bezüglich ihrer tatsächlichen Effizienz und des staatlich anerkannten, vor allem virtuellen Sparpotenzials der Plug-In-Hybridantriebe auch sind – so sinnvoll wären sie als Verkaufsargument, auch für die großen Flottenkunden. Beim Insignia waren das zuletzt immerhin über 90 Prozent.

Ob die fraglos mutige Entscheidung zu einer Teil-Leistungsverweigerung beim Spitzenmodell und die Downsizing-Dreizylinder ausgerechnet im Spitzenmodell den künftigen Flottenverbrauch wirklich nennenswert senken helfen können, sei einmal dahingestellt. Hintergrund der Monokultur aus Verbrennungsantrieben dürfte die mit der Peugeot-Hybridtechnik nicht kompatible Opel-Plattform sein. Anders ausgedrückt: Beim nächsten Insignia wird bestimmt alles anders.

In der Matrix

Alle Insignia haben nun LED-Scheinwerfer, alles andere hätte auch überrascht bei einem Spitzenmodell. Das adaptive LED-Matrix-Licht, das weiterhin Aufpreis kosten, wurde von bisher 32 LED-Elementen auf 84 pro Scheinwerfer aufgerüstet, was eine präzisere Hell-Dunkel-Grenze mit noch besserer Ausblendung des umgebenden Verkehrs ermöglichen soll.

Die letzte Ausbaustufe des Matrix-Lichts hat uns im Gegendatz zu früheren Versionen bereits sehr gut gefallen, da dürfte das jetzt angekündigte nun geradezu eine Empfehlung sein, zumal da auch noch der Bereich der Autobahnlicht-Funktion vergrößert worden sein soll. Die weiteren Funktionen von Kurven- und Schlechtwetterlicht über Stadt- und Landstraßenlicht bis hin zur Einpark-Beleuchtung bleiben.

Die überarbeiteten Insignia-Modelle werden ab Februar in Deutschland bestellbar sein. Die Preisuntergrenze dürfte im Bereich des heute günstigsten Insignia (1.5 Direct Injection Turbo Business Edition) für 27.160 Euro bleiben. Als Kombi kostet er 1100 Euro mehr. Als Alternativen kann man den Mazda 6, einen Skoda Superb, einen VW Passat oder den Peugeot 508 in Betracht ziehen. Alle sind auch als Hybridvarianten erhältlich - bis auf den Japaner.

(fpi)